Helmholtz-Gesellschaft mit neuer Finanzierungsstrategie
Die Helmholtz-Gesellschaft ist mit ihren 15 Forschungszentren, einem Jahresbudget von 2,2 Milliarden Euro und insgesamt 24.000 Mitarbeitern die bundesweit größte Wissenschaftsorganisation.
Mit 526 Millionen Euro will die Helmholtz- Gemeinschaft in kommenden Jahr die Forschungsbereiche "Struktur der Materie" und "Schlüsseltechnologien" unterstützen. Damit seien nun alle sechs Helmholtz-Forschungsbereiche auf programmorientierte Förderung umgestellt, teilte die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) mit.
In der Vergangenheit hatte die Bundesregierung die überwiegend aus den ehemaligen Kernforschungszentren hervorgegangenen Grossforschungseinrichtungen jeweils direkt über Personal- und Sachmittel als Institution finanziert, und die HGF war nur ein loser Zusammenschluß der einzelnen Zentren. Mit der vor drei Jahren vom Bundesforschungsministerium begonnenen Straffung der Forschungsförderung wurde die Stellung der HGF gestärkt; jetzt werden die Haushalte der einzelnen Mitgliedszentren auf der Grundlage ihrer Beiträge zu den Programmen der sechs HGF-Forschungsbereiche "Energie", "Erde und Umwelt", "Gesundheit", "Schlüsseltechnologien", "Struktur der Materie" sowie "Verkehr und Weltraum" ermittelt. Auf diese Weise sollen sich die institutionellen Aufwendungen unmittelbar an der Wertigkeit der Forschung orientieren.
Gute Aussichten auf Erfolg hätten Nanotechnologieprogramme, mit denen Prozessoren und Speicherbausteine verbessert würden, meinte der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Walter Kröll. Insgesamt erhält der Bereich "Schlüsseltechnologien" im kommenden Jahr 112 Millionen Euro Fördermittel, bis 2009 sollen es jährlich zwei Prozent mehr werden.
Im Forschungsbereich "Struktur der Materie" erhalten zwei Projekte Priorität: der Röntgenlaser X-FEL am Hamburger DESY und der Antiprotonen- und Ionenbeschleuniger FAIR der Gesellschaft für Schwerionenforschung in Darmstadt. Großgeräte wie diese erforderten erhebliche Ressourcen, die nur große Forschungszentren böten, sagte der Koordinator des Bereiches, Albrecht Wagner. Um viel versprechende Projekte finanzieren zu können, würden einige Großgeräte wie beispielsweise ein Forschungsreaktor stillgelegt. Insgesamt erhält der Bereich im kommenden Jahr 414 Millionen Euro Fördermittel, bis 2009 soll der Betrag um jährlich ein Prozent steigen.
Die Helmholtz-Gesellschaft ist mit ihren 15 Forschungszentren, einem Jahresbudget von 2,2 Milliarden Euro und insgesamt 24 000 Mitarbeitern die bundesweit größte Wissenschaftsorganisation. (Richard Sietmann) / (jk)