Intel lagert erstmals Produktion hochwertiger CPUs aus
(Bild: Intel)
TSMC wird zunÀchst Core-i3-CPUs mit 5-Nanometer-Technik herstellen, berichten Marktforscher. Hochwertigere CPUs sollen sogar in 3-nm-Fertigung folgen.
Intel wird einen Teil seiner CPU-Produktion auslagern. TSMC wird bereits im zweiten Halbjahr Core-i3-Prozessoren in Taiwan in StĂŒckzahlen herstellen. NĂ€chstes Jahr sollen CPUs aus dem mittleren und oberen Preissegment hinzukommen. Das ist quasi ein Tabubruch bei dem WeltmarktfĂŒhrer, der stets Wert darauf gelegt hat, zumindest seine besseren CPUs immer selbst zu bauen.
Doch Intel steht unter Druck. Das KerngeschĂ€ft mit den x86-Prozessoren leidet unter anhaltenden Fertigungsproblemen und Produktverzögerungen. Seit Dezember drĂ€ngt ein bedeutender Investor Intel zu Outsourcing der CPU-Produktion [1]. Am Mittwoch musste Intel-CEO Bob Swan zurĂŒcktreten, Pat Gelsinger ĂŒbernimmt [2] die Nachfolge. Am selben Tag hat das Marktforschungsunternehmen TrendForce Intels OutsourcingplĂ€ne verraten.
ZunÀchst in 5 Nanometer, dann sogar 3
Demnach wird TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company) die Core-i3-CPUs in aktueller 5-Nanometer-Technik fertigen. CPUs des mittleren und oberen Preissegments sollen voraussichtlich in der zweiten HĂ€lfte des kommenden Jahres dazukommen. Diese sollen dann sogar schon in 3-Nanometer-Technik [3] produziert werden. Je kleiner die Strukturen sind, umso mehr Chips lassen sich aus einem Silizium-Wafer bauen. Gleichzeitig benötigen kleinere Transistoren weniger Strom, womit auch weniger WĂ€rme weggekĂŒhlt werden muss.
Allerdings ist offen, wieviel ProduktionskapazitĂ€t die Taiwaner fĂŒr Intel haben. Laut einem Bericht hat sich Apple TSMCs komplette 3-nm-KapazitĂ€t geschnappt [4]. TSMC produziert Chips fĂŒr Apples iPhones, iPads und Mac-Computer. Apple wechselt in seinen Macs von Intel- auf ARM-Prozessoren [5], diese als M1 bekannten Chips stellt TSMC in 5-nm-Technik her. DarĂŒber hinaus nutzt AMD TSMCs Dienste fĂŒr Ryzen-Prozessoren und Radeon-Grafikchips.
Konsequenz eigener Fertigungsprobleme
Intel lĂ€sst bislang 15 bis 20 Prozent seiner Chips extern fertigen, wie das Marktforschungsunternehmen TrendForce meldet [6]. Die taiwanischen Auftragsfertiger TSMC und UMC ĂŒbernehmen einen GroĂteil dieser Chip-Produktion, doch handelt es sich dabei bisher nicht um CPUs. Letztere kommen zum allergröĂten Teil aus Intels eigenen Chipfabriken.
Doch diese hinken bei der Fertigungstechnologie hinterher. So musste der MarktfĂŒhrer erst letztes Jahr die EinfĂŒhrung der Chipfertigung im 7-nm-Prozess [7] von Mitte 2022 auf frĂŒhestens Ende 2022 oder Anfang 2023 verschieben. Dazu kommt Intels 10-nm-Fiasko [8], das immer noch keine hohen StĂŒckzahlen zulĂ€sst. Daher muss das Unternehmen sogar bei der nĂ€chsten Generation seiner Desktop-CPUs ("Rocket Lake-S [9]") noch auf die 14-nm-Fertigung zurĂŒckgreifen.
(fds [11])
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[1] https://www.heise.de/news/Investor-draengt-Intel-zu-Outsourcing-der-CPU-Produktion-5001212.html
[2] https://www.heise.de/news/Intel-CEO-Bob-Swan-tritt-zurueck-Pat-Gelsinger-uebernimmt-5023254.html
[3] https://www.heise.de/news/Halbleiterfertigung-TSMCs-3-Nanometer-Prozess-steigert-Leistung-um-15-Prozent-4878242.html
[4] https://www.heise.de/news/Bericht-Apple-schnappt-sich-komplette-3-nm-Kapazitaet-von-TSMC-4998256.html
[5] https://www.heise.de/news/Apple-wechselt-in-seinen-Mac-von-Intel-auf-ARM-Prozessoren-4791764.html
[6] http://www.trendforce.com/presscenter/news/20210113-10651.html
[7] https://www.heise.de/news/Intel-Chipfertigung-7-nm-Prozess-um-mindestens-1-Jahr-verzoegert-4851672.html
[8] https://www.heise.de/news/Intel-strebt-nach-dem-10-nm-Fiasko-zurueck-zum-2-Jahres-Rhythmus-4612138.html
[9] https://www.heise.de/news/Intel-Benchmarks-Core-i9-11900K-in-Spielen-nur-knapp-vor-Ryzen-9-5900X-5021234.html
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