Nvidia kauft Infiniband- und Ethernet-Technik fürs Supercomputing, Intel & Co präsentieren CXL.
Satte 6,9 Milliarden US-Dollar lässt sich Nvidia die Übernahme des Interconnect-Spezialisten Mellanox kosten, der unter anderem Infiniband- und 100-/200-Gigabit-Ethernet-Adapter(chips) für Server verkauft sowie Switches und Kabel dazu. Ziel ist es, kombinierte Systeme aus CUDA- und RTX-Rechenbeschleunigern wie den Tesla-Karten mit schnellen Interconnects zu schaffen.
Nvidia zahlt 125 US-Dollar pro ausstehender Mellanox-Aktie in bar. Der relativ hohe Kaufpreis kam wohl nach einer Bieterschlacht zu stande: Laut Branchenkennern waren auch Intel, Xilinx und Broadcom (Avago) an der Übernahme interessiert.
Mellanox erzielte 2018 über eine Milliarde US-Dollar Umsatz, von den zuletzt 2330 Mellanox-Angestellten arbeiten die meisten (1717) in Israel. Dort wurde Mellanox vor 20 Jahren gegründet, unter anderem von ehemaligen Intel-Mitarbeitern.
27 Prozent der Supercomputer der aktuellen Top500-Liste arbeiten mit Infiniband, weitere 12,8 Prozent mit OPA. Auf HPC-Systeme mit IB und OPA entfällt dabei 65 Prozent der aggregierten Top500-Rechenleistung.
Intel wiederum hat soeben gemeinsam mit Alibaba, Cisco, Dell EMC, Facebook, Google, HPE, Huawei und Microsoft – also ohne AMD, Amazon, Xilinx, Nvidia und ARM – das Konsortium für den Compute Express Link CXL [7] gegründet. Das ist genau wie CCIX ein angeblich offener Standard, den aber nur die Mitglieder einsehen können. Daher sind auch nur wenige technische Details bekannt: CXL soll auf PCI Express 5.0 [8] aufbauen, aber Cache-kohärent arbeiten, um Beschleuniger gut einzubinden. Für PCIe 5.0 sind Geschwindigkeiten von 32 GBit/s pro Lane geplant; IBM/Nvidia OpenCAPI 3.0 bringt es wie CCIX auf 25 GBit/s
Und dann gibt es ja noch Gen-Z [9]: Dabei geht es aber weniger um die effiziente, schnelle und latenzarme Anbindung von Rechenbeschleunigern, sondern um die Verknüpfung von flüchtigem und nichtflüchtigem Speicher mit Rechenwerken in heterogenen Maschinen. Bei Gen-Z haben sich ARM, AMD und Xilinx mit den Server-Herstellern Dell, HPE und Huawei, mit den DRAM- und Flash-Produzenten Micron, Samsung und SK Hynix sowie mit den I/O-Spezialisten Broadcom und IDT zusammengetan.
(ciw [10])
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