Internet-Wettanbieter bwin darf vorerst weiter machen
Das Dresdner Verwaltungsgericht sah keine Veranlassung, das ausgesprochene Verbot gegen den ehemals als betandwin firmierenden Sportwettenanbieter sofort durchzusetzen.
Der private Online-Sportwettenanbieter bwin [1] (ehemals Betandwin) darf zunĂ€chst weiter machen. Das hat das Dresdner Verwaltungsgericht im Eilverfahren entschieden. Damit hatte die Beschwerde des Unternehmens [2] gegen eine VerfĂŒgung des RegierungsprĂ€sidiums Chemnitz zunĂ€chst Erfolg. Der 14. Senat sah keine Veranlassung, das ausgesprochene Verbot sofort durchzusetzen, teilte das Gericht mit. Die Rechtslage auf Bundesebene und in Europa sei noch nicht geklĂ€rt. Mit RĂŒcksicht auf die Existenz des KlĂ€gers und 52 ArbeitsplĂ€tze bei bwin wolle das Gericht nicht vorschnell Tatsachen schaffen, hieĂ es im Beschluss (Az.: 14 K 1711/06).
Die TĂ€tigkeit sei jahrelang vom Freistaat nicht beanstandet worden, argumentierten die Richter. Es sei nicht erkennbar, dass von dem Wettanbieter so eine groĂe Gefahr ausgehe, dass seine TĂ€tigkeit sofort untersagt werden mĂŒsste, hieĂ es. Das Verwaltungsgericht verwies auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts [3] vom 28. MĂ€rz. Die Karlsruher Richter hatten darin die gegenwĂ€rtige Situation mit einem staatlichen Sportwettenmonopol als einen unverhĂ€ltnismĂ€Ăigen Eingriff in die Berufsfreiheit gewertet. Zudem sei fraglich, ob das staatliche Sportwettenmonopol gegen Europarecht verstoĂe.
Sachsens Innenministerium hatte im August dem Unternehmen die TĂ€tigkeit im Freistaat mit sofortiger Wirkung untersagt [4]. Das Verbot traf auch weitere private Wettanbieter. Es gibt mehrere Klagen gegen die VerfĂŒgungen. Im aktuellen Fall ist ein Beschwerdeverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht in Bautzen möglich. Das Vorgehen Sachsens war von SportverbĂ€nden und Vereinen, die mit der Firma vertraglich verbunden sind, kritisiert worden. Das Unternehmen investiert unter anderem mehrere Millionen Euro als Trikotsponsor bei FuĂball-Bundesligist Werder Bremen und Zweitligist TSV 1860 MĂŒnchen. (dpa) / (jk [5])
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[4] https://www.heise.de/news/Bwin-Betandwin-will-Verbot-mit-Hilfe-des-Internets-unterlaufen-150834.html
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