Netflix gegen Konten-Sharing: Fernseher nur noch im eigenen Zuhause
(Bild: Shutterstock.com/MAXSHOT.PL)
Netflix testet weitere Strategien gegen das Account-Sharing. Auf TVs lÀsst sich der Streamingdienst in bestimmten LÀndern nur noch im eigenen Zuhause nutzen.
Netflix hat weitere MaĂnahmen vorgestellt, mit denen Account-Sharing verhindert werden soll. In ausgewĂ€hlten LĂ€ndern lĂ€sst sich Netflix ab August nur noch auf Fernsehern nutzen, die im eigenen Zuhause stehen. Getestet wird das vorerst in Argentinien, der Dominikanischen Republik, El Salvador, Guatemala und Honduras.
Die EinschrĂ€nkung soll ausschlieĂlich Fernseher betreffen, MobilgerĂ€te wie Handys und Laptops sollen nicht beschrĂ€nkt werden. Auch auf Fernsehern gibt es laut Netflix [1] etwas Spielraum: Einmal pro Jahr und Ort soll man Netflix auch auĂerhalb des eigenen Zuhauses fĂŒr zwei Wochen auf einem Fernseher nutzen können. Wenn man das Pensum ĂŒberschritten hat, blockiert die App auf den aushĂ€usigen GerĂ€ten die Wiedergabe von Inhalten.
Damit kommt Netflix etwa Urlaubern entgegen: Wer in die alte Heimat oder in die Ferienwohnung fĂ€hrt, kann Netflix dort einmal pro Jahr zwei Wochen lang ohne EinschrĂ€nkungen auf dem Fernseher nutzen. Wer den Streamingdienst aber regelmĂ€Ăig auf Fernsehern auĂerhalb des Hauptwohnsitzes sehen möchte, wird zur Kasse gebeten.
Im Basis-Account kann man fĂŒr zwischen 1 und 3 US-Dollar ein zweites Zuhause hinzufĂŒgen. Im Standard-Abo soll man bis zu zwei zusĂ€tzliche Orte hinzufĂŒgen können, im Premium-Plan bis zu drei. FĂŒr mehr Ăbersicht möchte Netflix auĂerdem die Account-Einstellungen um einen neuen Reiter ergĂ€nzen, wo Nutzerinnen und Nutzer ihr Zuhause und ihre AbspielgerĂ€te verwalten können.
IPs und GerÀte-IDs
Ein Zuhause markiert Netflix laut Support-Seite [2] anhand der IP, verschiedene GerĂ€tetypen werden ĂŒber Device-IDs erkannt. Wer regelmĂ€Ăig VPN-Dienste benutzt, könnte also ebenfalls Probleme bekommen.
Noch ist offen, ob Netflix einen weltweiten Start der angekĂŒndigten EinschrĂ€nkungen plant. Der Streamingdienst testet in Chile, Peru und Costa Rica bereits seit Monaten vergleichbare EinschrĂ€nkungen [3].
Kundinnen und Kunden haben dort die Möglichkeit, fĂŒr eine kleine ZusatzgebĂŒhr Personen auĂerhalb ihres Haushalts in ihr Abo aufzunehmen. Offiziell erlaubt ist das mit den Standardabos nĂ€mlich nicht: "Ein Netflix-Konto ist fĂŒr Personen vorgesehen, die in einem Haushalt zusammenleben", heiĂt es beim Streamingdienst [4].
Getrennt lebende Partner oder Familienmitglieder sind laut Netflix-Definition also kein Haushalt und dĂŒrfen entsprechend kein gemeinsames Konto benutzen. Laut US-Marktforschungsinstitut Magid geben 33 Prozent aller Netflix-Nutzer ihre Zugangsdaten an mindestens eine Person weiter.
Netflix-Krise
Vom strengen Vorgehen gegen Account-Sharing verspricht sich Netflix zusĂ€tzliche EinkĂŒnfte, nachdem die GeschĂ€ftszahlen zuletzt hinter den Erwartungen zurĂŒckgeblieben waren. Im Mai musste das Unternehmen 150 Stellen streichen, im Juni folgten 300 weitere. Im ersten Quartal 2022 gingen unter anderem durch den RĂŒckzug vom russischen Markt 200.000 Bezahlabos verloren. In der Nacht auf Mittwoch prĂ€sentierte der Streamingdienst neue Zahlen, denen zufolge der Abo-RĂŒckgang im zweiten Quartal geringer ausfiel als gedacht [5].
Neben der EindĂ€mmung von Konten-Sharing will Netflix mit einem gĂŒnstigeren, werbefinanzierten Abo neue Nutzerinnen und Nutzer gewinnen. DafĂŒr will der Streaming-Dienst mit Microsoft als Werbepartner zusammenarbeiten [6].
(dahe [8])
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Links in diesem Artikel:
[1] https://about.netflix.com/en/news/update-to-paid-sharing
[2] https://help.netflix.com/de/node/126602/hn
[3] https://www.heise.de/news/Netflix-Kampf-gegen-Konten-Sharing-in-Lateinamerika-sorgt-fuer-Verwirrung-7128397.html
[4] https://help.netflix.com/de/node/124925?q=Household&ba=SwiftypeResultClick
[5] https://www.heise.de/news/Netflix-verliert-weniger-Kunden-guenstigeres-Abo-mit-Werbung-Anfang-2023-7184137.html
[6] https://www.heise.de/news/Netflix-Abo-mit-Werbung-Microsoft-wird-Anzeigenpartner-7179028.html
[7] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[8] mailto:dahe@heise.de
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