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Lyft verdoppelt Umsatz, reduziert Verlust

Daniel AJ Sokolov
FarbverfĂ€lschte Aufnahme zeigt eine GrĂŒne Ampel und mehrere Autos vor HochhĂ€usern Chicagos

Straßenverkehr in Chicago

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Lyft-Chauffeure verdienen angeblich so viel wie noch nie. Gleichzeitig kann der Fahrtenvermittler seine Geldverbrennung eindÀmmen.

Logan Green, MitgrĂŒnder des US-amerikanischen Fahrtenvermittlers Lyft, freut sich ĂŒber ein "tolles Quartal". "Das zweite Quartal war wirklich herausragend", meint auch sein Finanzchef Brian Roberts. TatsĂ€chlich ist es dem Uber-Konkurrenten gelungen, Millionen FahrgĂ€ste zurĂŒckzugewinnen, den Quartalsumsatz mehr als zu verdoppeln, und die Nettoverluste deutlich zu reduzieren. Nach jahrelanger Geldverbrennung sind die Finanzreserven seit Jahresbeginn stabil geblieben. Das Unternehmen vermittelt Beförderungen in den USA und Teilen Kanadas

Der Aufschwung soll auch nicht auf Kosten der Chauffeure gehen: "Fahrer partizipieren an dieser tollen Performance durch einen Rekord an Umsatz pro Stunde", sagte Roberts anlĂ€sslich der Veröffentlichung der Finanzergebnisse Lyfts fĂŒr das zweite Quartal 2021 [1] bis Ende Juni, "Und im Juli sind die UmsĂ€tze der Fahrer stark geblieben." Obwohl die Coronavirus-Infektionen in Nordamerika wieder steigen, sei die Nachfrage nach Fahrtenvermittlung durch Lyft stark geblieben.

Allerdings bleibt Lyft konkrete Angaben zu den AusschĂŒttungen an die Chauffeure schuldig. Im Juli sagte ein Unternehmenssprecher, dass die Kraftwagenlenker "in den besten Regionen" mehr als 30 US-Dollar pro Stunde verdienen, was deutlich mehr sei als vor der Coronavirus-Pandemie. Uber gab damals an, dass die HĂ€lfte der US-Fahrer mehr als 32,33 US-Dollar pro Stunde mit aktiver App erhalte – das umfasst also auch Zeiten, in denen Chauffeure auf AuftrĂ€ge warten oder zu einem Fahrgast unterwegs sind.

Im zweiten Quartal 2021 hat Lyft 765 Millionen US-Dollar umgesetzt, ein Zuwachs von 125 Prozent gegenĂŒber dem zweiten Quartal 2020 und von 26 Prozent gegenĂŒber Lyfts erstem Quartal 2021 [2]. Möglich wurde das durch eine Verdoppelung der Fahrgastzahlen im Jahresabstand auf 17,1 Millionen Personen. GegenĂŒber dem ersten Quartal des Jahres ist das immerhin ein Zuwachs von 3,6 Millionen Personen.

Die Verdoppelung der Werbeausgaben auf rund 100 Millionen Dollar hat offensichtlich geholfen. Das Niveau von vor der Pandemie ist jedoch noch nicht erreicht. Im vierten Quartal 2019 zÀhlte Lyft [3] bereits 22,9 Millionen Nutzer.

Gleichzeitig konnte Lyft den Betriebsverlust auf 240 Millionen Dollar halbieren - nicht zuletzt da Lyft die kostspielige Entwicklung selbstfahrender Autos aufgegeben [4] hat. Ähnlich die Entwicklung beim Nettoverlust, der um 43 Prozent auf 251 Millionen Dollar gefallen ist. Darin enthalten sind 201 Millionen Dollar in Form von Aktienoptionen, die sich nicht auf den Kassenstand auswirken, sondern das Eigentum bestehender AktionĂ€re schmĂ€lern.

So hat es Lyft geschafft, zum 30. Juni fast genauso viel Bargeld und schnell verfĂŒgbare Mittel zu haben wie zu Jahresbeginn (2,2 Milliarden Dollar). Addiert man vorausbezahlte Leistungen hinzu, hat Lyft sogar geringfĂŒgig mehr Reserven (2,6 Milliarden Dollar) als vor sechs Monaten. Das gute Ergebnis ĂŒberrascht Finanzinvestoren. Nach Bekanntgabe der Quartalsdaten wurden Lyft-Aktien im nachbörslichen Handel zunĂ€chst um bis zu 7,3 Prozent teurer gehandelt. Im Laufe des Abends gab der Kurs jedoch wieder nach, so dass am Ende nur ein kleines Plus gegenĂŒber dem Schlusskurs des regulĂ€ren Börsentages stand.

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(ds [6])


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[1] https://investor.lyft.com/news-and-events/news/news-details/2021/Lyft-Announces-Second-Quarter-Results/default.aspx
[2] https://www.heise.de/news/Lyft-faehrt-weiter-in-die-roten-Zahlen-6036563.html
[3] https://www.heise.de/news/Uber-Konkurrent-Lyft-Milliardenumsatz-und-hohe-Verluste-4658640.html
[4] https://www.heise.de/news/Lyft-gibt-selbstfahrende-Autos-auf-6028972.html
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