MWC: Europa will bei 5G-Entwicklung eine Hauptrolle spielen
(Bild: heise online)
Auf dem Mobile World Congress hat EU-Digitalkommissar GĂŒnther Oettinger die europĂ€ischen Ambitionen beim nĂ€chsten Mobilfunkstandard 5G bekrĂ€ftigt. Etwa 2020 soll es erste Technik geben.
FĂŒr EU-Digitalkommissar GĂŒnther Oettinger ist der nĂ€chste Mobilfunkstandard 5G eine tragende SĂ€ule in den PlĂ€nen der Kommission, den Markt im Digitalsektor zu vereinheitlichen. "5G ist eine groĂe Chance, mehr Wettbewerb, Wachstum und ArbeitsplĂ€tze fĂŒr unsere BĂŒrger zu schaffen", sagte Oetinger am Dienstag auf dem Mobile World Congress (MWC). Bei der Entwicklung des Standards wolle Europa eine wichtige Rolle spielen.
Stippvisite in Barcelona
Oettinger war auf Stippvisite nach Barcelona gekommen, um die Fortschritte der von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft angeschobenen Standardisierungsinitiative fĂŒr 5G [1] zu wĂŒrdigen. Oettinger freut sich ĂŒber den Optimismus rund um 5G, der auf der Messe zu spĂŒren sei. "5G wird ein entscheidender Schritt in Richtung Internet of Things", sagte der EU-Kommissar. "Mit 5G werden Netzwerke zu Plattformen fĂŒr Innovationen."
WĂ€hrend viele Carrier gerade die nĂ€chste Evolutionsstufe von 4G erreichen und aus LTE noch ein paar Megabit mehr rauskitzeln, ist hinter den Kulissen bereits die Arbeit am Nachfolgestandard angelaufen. Die nĂ€chste Mobilfunkgeneration soll ein Vielfaches von LTE leisten. Im vergangenen Jahr haben sich Politik und Wirtschaft zu einer "Public-Private-Partnership" zusammengefunden, um bis 2020 einen neuen, globalen Standard zu entwickeln und die Netztechnik verfĂŒgbar zu machen.
2020 ist machbar
Das sei auch zu schaffen, versicherten die ebenfalls anwesenden Technikchefs von zahlreichen Netzbetreibern- und AusrĂŒstern. Neben den Infrastrukturanbietern und der Forschung kommt dabei der Politik eine zentrale Rolle zu. Die EU fördert die Entwicklung des Standards finanziell. DarĂŒber hinaus verwalten die Mitgliedsstaaten die wichtigste Ressource fĂŒr 5G: das Spektrum.
Spektrum ist wichtig fĂŒr 5G. Bei dem nĂ€chsten Mobilfunkstandard geht es weniger um höhere Geschwindigkeiten fĂŒr den Smartphone-Nutzer, die gibt es oben drauf. 5G muss vor allem KapazitĂ€t fĂŒr viel mehr Netzteilnehmer bereitstellen. Denn im Internet of Things wird alles mit allem vernetzt: Autos, KĂŒhlschrĂ€nke, ZahnbĂŒrsten.
White Paper der Netzbetreiber
Damit das dafĂŒr nötige Spektrum weltweit bereit gestellt werden kann, mĂŒssen sich die LĂ€nder abstimmen und national die nötigen Schritte einleiten. Oettinger bemĂ€ngelte dabei, dass in der EU zumeist die Finanzminister die Hoheit ĂŒber das Spektrum haben. "Das sollte besser bei den Ministerien sitzen, die fĂŒr die Digitalisierung zustĂ€ndig sind."
WĂ€hrend sich die europĂ€ische 5G-Initiative auf die Reise in Richtung 5G begibt, hat ein anderer Industrieverbund bereits ein erstes White Paper [2] vorgestellt. Die Next Generation Mobile Networks (NGMN [3]) Alliance ist ein internationaler Verbund groĂer Netzbetreiber, darunter die Deutsche Telekom, TelefĂłnica, SK Telecom und AT&T. In ihrem Papier formuliert die Allianz wesentliche Anforderungen, die Netzbetreiber an den neuen Standard stellen. (vbr [4])
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[1] https://www.heise.de/news/Mobilfunkbranche-stellt-die-Weichen-fuer-5G-2122483.html
[2] https://www.ngmn.org/uploads/media/NGMN_5G_White_Paper_V1_0.pdf
[3] https://www.ngmn.org
[4] mailto:vbr@heise.de
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