zurück zum Artikel

Microsoft tritt fĂŒr friedliche Koexistenz von OpenXML und ODF ein

Andreas Wilkens

Brian Jones, bei Microsoft fĂŒr die Entwicklung von Office-Anwendungen zustĂ€ndig, sieht sowohl das hauseigene Dateiformat als auch das OpenDocument Format auf dem richtigen Weg.

"Falls wir uns jemals in einem Krieg befanden, ist dieser nun vorĂŒber und beide Seiten haben gewonnen." Das schreibt Brian Jones, ein fĂŒr die XML-UnterstĂŒtzung und Dateiformate in Microsoft Office zustĂ€ndiger Programm-Manager, in seinem Blog [1]. Nun sei es Zeit fĂŒr gemeinsame, produktive Diskussionen. In den vergangenen Jahren seien mit OpenXML und dem OpenDocument Format (ODF) zwei wichtige Dateiformate auf den Markt gekommen. Beide seien fĂŒr verschiedene Zwecke entwickelt worden, nun gebe es auch diverse Anwendungsbereiche fĂŒr beide Formate. Jones schreibt zum Hintergrund seines Friedensangebots, er habe die von Novell veröffentlichte Version von OpenOffice mit OpenXML-UnterstĂŒtzung begutachtet und sei zu dem Schluss gekommen, es sei "very cool stuff".

SpĂ€testens nachdem sich der US-Bundesstaat Massachusetts im Jahr 2005 dafĂŒr entschieden hat [2], kĂŒnftig in öffentlichen Institutionen mit dem ODF ein offenes und freies Dokumentenformat einzusetzen, drohte Microsoft hier, aber auch andernorts, ins Abseits zu geraten. Diesem Bundesstaat kommt es wie auch Minnesota, Texas [3] und Kalifornien [4] aber nicht darauf an, Microsoft-Produkte generell auszuschließen, sondern dafĂŒr zu sorgen, dass die in Behörden erstellten und gespeicherten Dokumente plattformunabhĂ€ngig fĂŒr möglichst lange Zeit lesbar sind. Diesem Kriterium versucht Microsoft mit seinem OpenXML zu entsprechen.

FĂŒr Jones ist dieses Vorhaben gelungen. Das Microsoft-Format, aber auch ODF sorgten fĂŒr langfristige VerfĂŒgbarkeit dadurch, dass beide gegenĂŒber unabhĂ€ngigen Standardisierungsgremien dokumentiert worden seien. Beide Formate seien frei verfĂŒgbar, zudem voll interoperabel und zugĂ€nglich, und sie hĂ€tten noch einen schwierigen Weg vor sich, beispielsweise seien die Tools, die den ISO-ODF-Standard unterstĂŒtzten, noch nicht vollstĂ€ndig konform, doch man bewege sich in die richtige Richtung. (anw [5])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-153243

Links in diesem Artikel:
[1] http://blogs.msdn.com/brian_jones/archive/2007/03/02/openoffice-support-for-the-openxml-formats.aspx
[2] https://www.heise.de/news/Massachusetts-wechselt-zu-OpenDocument-132405.html
[3] https://www.heise.de/news/Weitere-US-Bundesstaaten-setzen-auf-offenes-Dokumentenformat-143574.html
[4] https://www.heise.de/news/Gesetzentwurf-fuer-offenes-Dokumentenformat-in-kalifornischen-Behoerden-151583.html
[5] mailto:anw@heise.de