Mitglieder der UN-Arbeitsgruppe Internet Governance benannt
Zu den 40 Mitgliedern der UN-Arbeitsgruppe, die sich mit Fragen zu den Netzressourcen und der Netzsicherheit beschÀftigen soll, gehört auch der Völkerrechtsexperte und Telepolis-Autor Wolfgang KleinwÀchter.
Der GeneralsekretĂ€r der Vereinten Nationen, Kofi Annan [1], gab heute die Namen der 40 Mitglieder [2] der seit langem angekĂŒndigten Arbeitsgruppe Internet Governance (UN WGIG [3]) bekannt. Die Einrichtung der Arbeitsgruppe ist ein Ergebnis des ersten Weltgipfels der Informationsgesellschaft (WSIS [4]), bei dem das Thema globale Verwaltung des Netzes zu einer heftigen Kontroverse zwischen einigen groĂen EntwicklungslĂ€ndern und dem Westen, allen voran den USA, gefĂŒhrt hatte. Die stĂ€rkere Internationalisierung der Netzverwaltung bis hin zur Frage der Kontrolle ĂŒber Ressourcen wie den A-Root Server soll nun auf der Grundlage eines Berichts der Arbeitsgruppe beim zweiten WSIS-Gipfel im kommenden Dezember erneut diskutiert werden.
"Wir gehen davon aus, dass wir uns mit Fragen zu den Netzressourcen, mit Fragen zur Netzsicherheit, mit dem Thema Cybercrime, Spam und multilinguales Netz beschĂ€ftigen", sagte Markus Kummer, der Chef des UN-WGIG-Sekretariats. Der Schweizer Diplomat hatte die nicht ganz einfache Aufgabe, die VorschlĂ€ge fĂŒr die Arbeitsgruppen mit allen Seiten, vor allem den besonders kritischen Regierungen, abzusprechen. FĂŒr den Vorsitz der Arbeitsgruppe hat man die diplomatischste aller Lösungen gewĂ€hlt und den Sonderbeauftragten Kofi Annans fĂŒr den Weltgipfel, Nitin Desai, ernannt.
Bemerkenswert ist auch, dass die US-Regierung -- anders als ihre Kontrahenten in der Debatte um die Zukunft der globalen Netzverwaltung China, Brasilien und auch die arabischen LĂ€nder --, auf einen Regierungsvertreter verzichtet haben. "Auch die USA fĂŒhlen sich gut vertreten", versicherte dazu Kummer. Mehrere Wissenschaftler und auch Vertreter aus der Privatwirtschaft kommen aus den USA oder von US-Organisationen. Die EU ist mit ihrer kompletten "Troika" vertreten: Sowohl die Kommission, als auch die Niederlande und Luxemburg fĂŒr den Rat sind mit von der Partie.
Die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN [5]), selbst Gegenstand hitziger Debatten beim Genfer Gipfel [6], ist durch einen ihrer Direktoren, Alejandro Pisanty, vertreten. Im Sinne der International Telecommunication Union dĂŒrften die LĂ€nder sprechen, die sich fĂŒr eine wichtigere Rolle der Telekom-Standardisierungsorganisation [7] ausgesprochen hatten. "Ich glaube", so sagte Kummer, "wir haben ein sehr ausgewogenes VerhĂ€ltnis." Um alle regionalen und institutionellen WĂŒnsche zu erfĂŒllen, dĂŒrften Kummer und dem UN-Generalsekretariat Teilnehmer mit mehreren HĂŒten besonders willkommen gewesen sein.
Ăberaus zufrieden mit dem nach langen Verhandlungen erzielten Ergebnis zeigten sich Vertreter der zivilgesellschaftlichen Gruppen. Neun ihrer insgesamt zehn Kandidaten haben es in die Gruppe geschafft. "Das ist ein groĂer Erfolg, nicht zuletzt wenn man es mit der schwachen ReprĂ€sentation in der Arbeitsgruppe zu den Finanzen vergleicht", sagte in einer ersten Reaktion Jeanette Hofmann, die den Auswahlprozess der Zivilgesellschaft [8] organisiert hatte. Auch ein deutsches Mitglied der Zivilgesellschaft, der Völkerrechtsexperte und Telepolis-Autor Wolfgang KleinwĂ€chter, ist in der UN-Arbeitsgruppe. Zum ersten Mal treffen sich die Mitglieder Ende November. Ihre VorschlĂ€ge fĂŒr den Gipfel in Tunis mĂŒssen sie bis zum kommenden Juli formulieren. (pmz [9])
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[1] http://www.un.org/News/ossg/sg/pages/sg_biography.html
[2] http://www.un-wgig.org/members.html
[3] http://www.un-wgig.org
[4] http://www.wsis.org
[5] http://www.icann.org/
[6] https://www.heise.de/news/Weltgipfel-der-Informationsgesellschaft-als-Mega-Event-89849.html
[7] https://www.heise.de/news/ITU-positioniert-sich-in-Netzverwaltungsfragen-109200.html
[8] https://www.heise.de/news/Zivilgesellschaft-will-den-Chef-fuer-UN-Arbeitsgruppe-Netzverwaltung-stellen-105591.html
[9] mailto:pmz@ct.de
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