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Cyberattacke: HĂ€fen in Australien wieder in Betrieb, 30.000 Container gestrandet

Martin Holland
Containerhafen

(Bild: ymgerman/Shutterstock.com)

Mehrere Tage konnte einer der grĂ¶ĂŸten Hafenbetreiber der Welt in Australien keine Container verladen. Grund war eine Cyberattacke. Die Folgen sind erheblich.

Nach einer Cyberattacke ist der Hafenbetreiber DP World seit dem heutigen Montag dabei, den Betrieb an mehreren betroffenen Terminals in Australien wieder aufzunehmen. Insgesamt befinden sich nach der mehrtĂ€gigen Betriebsunterbrechung nun aber rund 30.000 Container nicht an ihrem planmĂ€ĂŸigen Standort, berichtet The Sydney Morning Herald [1]. Die Aufarbeitung werde deshalb noch Tage oder gar Wochen dauern. Am Montag sollen die ersten rund 4000 stecken gebliebenen Container die HĂ€fen in Sydney, Melbourne, Brisbane und Fremantle verlassen, heißt es weiter. WĂ€hrend Australien damit zum wiederholten Mal innerhalb weniger Tage die Verletzlichkeit der eigenen IT-Infrastruktur deutlich gemacht wurde, ist noch unklar, was genau vorgefallen ist.

DP World ist einer der weltweit grĂ¶ĂŸten Hafenbetreiber und fĂŒr rund 40 Prozent der Warenströme in und aus Australien verantwortlich. Insgesamt sind die HĂ€fen des Landes sogar fĂŒr 98 Prozent aller Waren verantwortlich, die ins Land kommen oder in alle Welt transportiert werden. Ereignet hat sich die angebliche Cyberattacke am vergangenen Freitag, in der Folge [2] ging auf den australischen Terminals von DP World nichts mehr. Bei der Behebung hat der Konzern mit der australischen Regierung zusammengearbeitet, die IT-Systeme waren vom Internet abgekoppelt. PrioritĂ€t hatte die Wiederherstellung jener Systeme, die fĂŒr den Frachtbetrieb nötig sind, damit der wieder aufgenommen werden konnte. Das ist nun der Fall.

Der Angriff zeige, "welch ernstes Risiko Cyberangriffe fĂŒr unser Land und die lebenswichtige Infrastruktur darstellen", hat Australiens Innenministerin und Ministerin fĂŒr Cybersicherheit [3], Clare O'Neil, erklĂ€rt. Ihr Land war erst vergangenen Mittwoch durch einen Totalausfall beim zweitgrĂ¶ĂŸten Mobilfunkprovider Optus teilweise lahmgelegt worden. Stundenlang kamen mehr als zehn Millionen Menschen nicht ins Internet, Notrufe waren nicht verfĂŒgbar und in zahlreichen GeschĂ€ften konnte nicht mehr bargeldlos bezahlt werden. Erst nach etwa neun Stunden war der massive Ausfall grĂ¶ĂŸtenteils beendet worden [4]. Der hat vielen im Land deutlich gemacht, wie abhĂ€ngig man von der InternetverfĂŒgbarkeit bereits ist. In Ă€hnlicher Weise könnte jetzt die logistische Infrastruktur hinterfragt werden.

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(mho [6])


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https://www.heise.de/-9424439

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.smh.com.au/business/companies/major-ports-around-australia-back-in-action-after-cyberattack-20231113-p5ejk8.html
[2] https://www.heise.de/news/DP-World-Sicherheitsvorfall-legt-Betrieb-des-Hafenbetreibers-in-Australien-lahm-9408226.html
[3] https://www.heise.de/thema/Cybersecurity
[4] https://www.heise.de/news/Australien-Totalausfall-von-Mobilfunk-und-Internet-laut-Provider-beendet-9356439.html
[5] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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