Nach Protesten: Uber-Chef verlÀsst Beratergremium von Donald Trump
Uber-Chef Travis Kalanick
(Bild: dpa, Tobias Hase/dpa)
Eigentlich ist das Silicon Valley vereint in der Kritik an Donald Trump: Hochrangige Vertreter gehören aber einem Beratergremium des US-PrÀsidenten an. Nach den massiven Protesten gegen das Einreiseverbot zieht der Uber-Chef nun Konsequenzen.
Nach den anhaltenden Protesten gegen das von Donald Trump verhĂ€ngte Einreiseverbot fĂŒr Menschen aus sieben Staaten hat der Chef des Fahrtenvermittlers Uber nun reagiert. Wie die New York Times berichtet [1], will Travis Kalanick nun doch dem fĂŒr den heutigen Freitag anberaumten Treffen eines Beratungsgremiums fĂŒr den US-PrĂ€sidenten fernbleiben. Durch eine als Streikbruch aufgefasste Aktion [2] seines Dienstes und einer zurĂŒckhaltenden Kritik an dem Einreiseverbot hatten Uber und Kalanick massive Kritik auf sich gezogen. Insgesamt 200.000 Nutzer haben der US-Zeitung zufolge danach ihren Account bei Uber gelöscht.
ZerreiĂprobe fĂŒr die IT-Industrie
Siehe dazu:
- Technische Organisationen befĂŒrchten Behinderungen durch Einreise-Bann [3]
- #DeleteUber: Uber verÀrgert Kunden mit Streikbruch-Aktion [4]
- Tim Cook zur Einreisesperre: "Politik, die wir nicht unterstĂŒtzen" [5]
- Wie das Silicon Valley auf Einreiseverbot reagiert [6]
- Zuckerberg kritisiert Trump fĂŒr Einwanderungspolitik [7]
- Google ruft Angestellte in die USA zurĂŒck [8]
- US-Richterin hebelt Trumps Einreise-Bann teilweise aus [9]
Kalanick gehörte wie andere Vertreter des Silicon Valley zu dem Beratungsgremium [10], das Mitte Dezember zum ersten Mal zusammengetreten war. Wie die New York Times beschreibt, Ă€hnele das fĂŒr die Teilnehmer dem Balancieren auf einem schmalen Grat. Einerseits wollen sie eng mit der neuen US-Regierung zusammenarbeiten, um ihre eigenen GeschĂ€fte zu schĂŒtzen. Andererseits war Trump in Kalifornien und vor allem der IT-Industrie schon vor dem Einreiseverbot extrem unpopulĂ€r. Viele der Mitarbeiter dort sind selbst Einwanderer, andere verteidigen die Globalisierung vehement und viele ĂŒben Druck auf ihre Chefs aus, sich gegen Trump zu positionieren [11]. Bei Uber sei das besonders extrem gewesen.
Noch am Wochenende hatte Kalanick erklĂ€rt, dass es gut sei, einen "Platz am Tisch" zu haben. Bei einer internen Besprechung hĂ€tten dann am Dienstag mehrere Uber-Mitarbeiter ihrem Chef erklĂ€rt, dass ihr Job fĂŒr sie inzwischen einem Stigma gleichkomme. Er habe Vorteile aufzĂ€hlen sollen, die diese persönliche Kosten aufwiegen wĂŒrden. Seine Antwort habe viele nicht ĂŒberzeugt und schlieĂlich habe Kalanick eingesehen, dass sein Vorgehen als UnterstĂŒtzung von Trump gewertet werde. Deswegen habe er ihn ĂŒber sein Ausscheiden informiert. Der Tesla-Chef Elon Musk andererseits hat auf Twitter erklĂ€rt [12], dass er weiterhin teilnehmen wolle.
Massive Nutzerverluste fĂŒr Uber
Die New York Times hatte vorher schon erlĂ€utert [13], welche Konsequenzen der Eindruck hatte, dass Uber die Trump-Regierung und deren erste MaĂnahmen verteidige. Bis zum vergangenen Wochenende musste demnach noch jede Account-Löschung per Hand vorgenommen werden. Angesichts der massiven Kampagne gegen Uber habe man dann schnell einen automatischen Löschprozess eingerichtet, um den weitverbreiteten KĂŒndigungswunsch nachzukommen. Profitiert habe davon unter anderem der Uber-Konkurrent Lyft, an dem allerdings Peter Thiel und Carl Icahn groĂe Anteile besitzen â beides erklĂ€rte Trump-UnterstĂŒtzer. (mho [14])
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[1] https://www.nytimes.com/2017/02/02/technology/uber-ceo-travis-kalanick-trump-advisory-council.html
[2] https://www.heise.de/news/DeleteUber-Uber-veraergert-Kunden-mit-Streikbruch-Aktion-3609940.html
[3] https://www.heise.de/news/Technische-Organisationen-befuerchten-Behinderungen-durch-Trumps-Einreise-Bann-3614956.html
[4] https://www.heise.de/news/DeleteUber-Uber-veraergert-Kunden-mit-Streikbruch-Aktion-3609940.html
[5] https://www.heise.de/news/Tim-Cook-zu-Trumps-Einreisesperre-Politik-die-wir-nicht-unterstuetzen-3609858.html
[6] https://www.heise.de/news/Wie-das-Silicon-Valley-auf-Trumps-Einreiseverbot-reagiert-3609888.html
[7] https://www.heise.de/news/Zuckerberg-kritisiert-Trump-fuer-Einwanderungspolitik-3609788.html
[8] https://www.heise.de/news/Google-ruft-Angestellte-in-die-USA-zurueck-3609750.html
[9] https://www.heise.de/news/US-Richterin-hebelt-Trumps-Einreise-Bann-teilweise-aus-3609841.html
[10] https://www.heise.de/news/Chefs-von-IT-Riesen-zu-Anstandsbesuch-bei-Trump-3568184.html
[11] https://www.heise.de/news/Kuschelkurs-vorbei-US-Konzerne-schiessen-gegen-Trumps-Einreiseverbot-3611254.html
[12] https://twitter.com/elonmusk/status/827330589191704576
[13] https://www.nytimes.com/2017/01/31/business/delete-uber.html
[14] mailto:mho@heise.de
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