Neue Mobilprozessoren von Intel (Update)
Intel bietet jetzt auch Pentium-4-Mobilprozessoren mit 90-Nanometer-Strukturen an, die auch fĂŒr Embedded-Anwendungen gedacht sind, sowie schnellere Celeron-M-Prozessoren.
Intel bietet jetzt auch Pentium-4-Mobilprozessoren mit 90-Nanometer-Strukturen an sowie schnellere Celeron-M-Prozessoren. Ein Pentium-M- und ein Celeron-M-Typ wurden neu in das Embedded-Produktprogramm aufgenommen. AuĂer dem erfolgreichen Stromsparer Pentium M [1] und dessen abgespeckter Variante Celeron M [2] verkauft Intel weiterhin eine Reihe spezieller Mobilversionen der Desktop-Prozessoren Pentium 4 [3] und Celeron [4] mit NetBurst-Kern.
Die neuen Mobile-Pentium-4 [5]-Varianten 518 (2,8 GHz), 532 (3,06 GHz) und 538 (3,2 GHz) unterstĂŒtzen Hyper-Threading, haben einen FSB533-Frontsidebus und jeweils 1 MByte L2-Cache; drinnen steckt also der Pentium-4-Kern Prescott [6]. Mit 1000-StĂŒck-OEM-Preisen von 202, 234 und 294 US-Dollar sind die Mobile-Pentium-4-Versionen deutlich gĂŒnstiger als der aktuelle Pentium M [7] mit Dothan-Kern. WĂ€hrend dieser allerdings mit 21 Watt Thermal Design Power (TDP) auskommt, schlucken die neuen AusfĂŒhrungen des Mobile Pentium 4 bis zu 88 Watt. Damit zielen sie auf groĂe Desktop-Replacement-Notebooks, in denen auch oft billigere Desktop-Prozessoren stecken.
Intel hat bei den drei 90-Nanometer-Mobilversionen des Pentium 4 das Energie-Management komplett verĂ€ndert (Codename Geyserville III). Per Enhanced SpeedStep lassen sich jetzt nicht mehr nur zwei ZustĂ€nde (Batterie-/Netzversorgung) und damit Betriebsfrequenz-/Spannungskombinationen unterscheiden, sondern ĂŒber das Beschreiben eines MSR (Machine-specific Register) des Prozessors lassen sich mehrere Spannungs-/FrequenzparametersĂ€tze anwĂ€hlen. Das Verfahren zur Umschaltung der Spannungsregler erinnert an die fĂŒr den Desktop-Prescott ursprĂŒnglich geplante Funktion namens Dynamic Voltage-ID (D-VID), die nun wohl erst in den kommenen LGA775-Mainboards debĂŒtiert. AuĂerdem Ă€hneln die dynamischen Steuerungsfunktionen den PowerNow!- und Cool'n'Quiet-Verfahren von AMD.
Ebenfalls neu ist der Celeron M 340 mit 1,5 GHz Taktfrequenz, 512 KByte L2-Cache und FSB400. Er enthĂ€lt noch den Banias-Kern mit 130-Nanometer-Strukturen, der als Pentium M doppelt so viel L2-Cache und Enhanced SpeedStep unterstĂŒtzt. Doch der Celeron M geht ebenfalls sehr sparsam mit dem Akku-Saft um: 24,5 Watt TDP und nur 6,6 Watt im Deep-Sleep-Modus, trotz gleichbleibender Spannungsversorgung mit 1,356 Volt. Er soll 134 US-Dollar kosten.
AuĂer den bisher genannten Mobilprozessortypen hat Intel ĂŒbrigens noch den Mobile Pentium 4-M [8] und den Mobile Celeron [9] sowie den Mobile Pentium 4 ohne Hyper-Threading im Angebot, was immer wieder zu Verwirrung fĂŒhrt. In "echten" Centrino-Notebooks steckt immer ein Pentium M, auĂerdem sind sowohl ein Chipsatz als auch ein WLAN-Chip von Intel vorgeschrieben.
FĂŒr den Einsatz in Industriesystemen und GroĂserienprodukten ist es wichtig, dass Prozessoren lĂ€nger verfĂŒgbar sind. Manchmal sind etwa auch engere Spezifikationstoleranzen oder erweiterte Temperaturbereiche gefordert. DafĂŒr hat Intel ein eigenes Produktprogramm [10], in das von Zeit zu Zeit auch CPUs aus dem normalen Mobil-, Desktop- und Serverprogramm eingefĂŒgt werden. Jetzt nimmt Intel den Pentium M 745 [11] (Dothan-Kern, 1,8 GHz, 415 US-Dollar), den Celeron M ULV 600 MHz [12] (Banias, 7 Watt TDP, BGA-EinlötgehĂ€use, 127 US-Dollar) und den XScale-Prozessor PXA270 [13] (mit Wireless MMX, 32 US-Dollar) in das Lieferprogramm auf; die Preise beziehen sich dabei jeweils auf 10.000er-StĂŒckzahlen.
Die japanische Fujitsu-Tochterfirma PFU [14] hat ĂŒber PFU Systems bereits ein PC-Modul mit dem Pentium M 745 angekĂŒndigt. Das Plug-N-Run G3 [15] soll sich beispielsweise fĂŒr den Einsatz in Kommunikationsservern (Voice-over-IP, Video-on-Demand, NAS), in medizinischen oder militĂ€rischen GerĂ€ten eignen. Mit dem Referenzdesign TabletCard [16] lĂ€sst es sich als Mobilrechner nutzen, aber auch ein Desktop-Entwicklerboard [17] ist verfĂŒgbar. Preise nennt PFU nur auf Anfrage. (ciw [18])
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[1] http://developer.intel.com/design/mobile/pentiumm/pentiummoverview.htm
[2] http://developer.intel.com/design/mobile/celeron-m/index.htm
[3] http://developer.intel.com/products/desktop/processors/pentium4/index.htm
[4] http://developer.intel.com/design/celeron/
[5] http://developer.intel.com/products/notebook/processors/mobilepentium4/index.htm
[6] https://www.heise.de/news/Intels-Pentium-4-Prescott-startet-mit-3-4-GHz-92661.html
[7] https://www.heise.de/news/Notebook-Prozessor-Dothan-ueberholt-Desktop-Kollegen-98289.html
[8] http://developer.intel.com/design/mobile/pentium4p-m/p4p-m.htm
[9] http://developer.intel.com/design/mobile/celeron/
[10] http://developer.intel.com/products/embedded/index.htm
[11] http://developer.intel.com/design/intarch/pentiumm/pentiumm.htm
[12] http://developer.intel.com/design/intarch/celeronm/celeronm.htm
[13] http://developer.intel.com/design/embeddedpca/applicationsprocessors/302302.htm
[14] http://www.pfu.co.jp/
[15] http://www.pfusystems.com/g3pnr/index.html
[16] http://www.pfusystems.com/tabletcard/index.html
[17] http://www.pfusystems.com/products/pnrg3_board.html
[18] mailto:ciw@ct.de
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