Neuer GewerkschaftsÀrger: Streicht Apple organisierten Arbeitern Benefits?
Apple Store, hier Fifth Avenue.
(Bild: Apple)
Das National Labor Relations Board hat erneut eine Untersuchung gegen Apple eingeleitet. Diesmal geht es um Goodies, die nur Nichtgewerkschaftler kriegen.
Apple hat erneut Ărger mit der US-amerikanischen Arbeiternehmeraufsicht NLRB. Ein Regionaldirektor des National Labor Relations Board reichte im vergangenen Monat Beschwerde gegen den iPhone-Hersteller [1] ein, weil dieser gegen Arbeitsrechtsbestimmungen auf Bundesebene verstoĂen habe. Apple soll gewerkschaftlich organisierten Mitarbeitern in einem Apple Retail Store in Towson, Maryland [2] bestimmte Vorteile vorenthalten haben, die Nichtgewerkschaftsmitglieder erhalten hatten.
Beschwerde schon seit 2022 anhÀngig
Entsprechende Berichte [3] hatte es schon im Jahr 2022 gegeben, doch dauerte es eine Weile, bis das NLRB tĂ€tig wurde. Apple kĂŒndigte im Oktober 2022 eine Reihe neuer VergĂŒnstigungen fĂŒr US-Einzelhandelsmitarbeiter an. Dazu gehören verbesserte medizinische Leistungen, die Vorauszahlung eines Teils der StudiengebĂŒhren fĂŒr externe Weiterbildungen und der kostenlose Zugang zu einem Premium-Abonnement des Bildungsdienstleisters Coursera.
Die International Association of Machinists & Aerospace Workers (IAM), die die Towson-Mitarbeiter vertritt, reichte daraufhin Beschwerde ("Unfair Labor Practice Charge") beim NLRB ein. Dessen zustÀndige Mitarbeiter schlossen sich der EinschÀtzung nun an. Es handele sich womöglich um Diskriminierung der Mitarbeiter und die Methoden sollten dazu dienen, andere Apple-LÀden von einer gewerkschaftlichen Organisierung abzuhalten.
Keine unvoreingenommenen Tarifverhandlungen?
Der Store in Towson hatte sich 2022 erstmals fĂŒr eine gewerkschaftliche Vertretung entschieden, kurz danach folgte ein Apple-Laden in Oklahoma City. Das NLRB hatte schon zuvor ein Vorgehen gegen Apple eingeleitet, nachdem die IAM dem Konzern vorgeworfen hatte, nicht in unvoreingenommene Tarifverhandlungen eingetreten zu sein.
Im FrĂŒhjahr hatte es VorwĂŒrfe gegen Apple wegen "aggressiver Taktiken" [4] gegen die gewerkschaftliche Organisierung gegeben. Das NLRB hat dabei keine echte Sanktionsmacht. Es kann vor allem RĂŒgen aussprechen und Verfahren einleiten. Neu ist es in den USA nicht, dass Konzerne Gewerkschafter von Benefits ausschlieĂen. So durften bei der Kaffeekette Starbucks im vergangenen Jahr organisierte Mitarbeiter nicht an Lohnerhöhungen teilhaben. Apple selbst hat eigentlich ein progressives Image, etwa in Bezug auf den Bereich DiversitĂ€t [5].
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(bsc [8])
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[1] https://www.bloomberg.com/news/articles/2023-11-21/apple-accused-of-illegally-keeping-benefits-from-union-workers
[2] https://www.heise.de/news/Apple-Zweiter-Store-in-den-USA-stimmt-fuer-Gewerkschaftsvertretung-7310091.html
[3] https://www.heise.de/news/USA-Apple-versagt-Gewerkschaftsmitgliedern-Benefits-7307034.html
[4] https://www.heise.de/news/Kuendigungen-US-Gewerkschafter-werfen-Apple-aggressive-Taktiken-vor-9062492.html
[5] https://www.heise.de/news/Apple-steckt-weitere-30-Millionen-US-Dollar-in-Diversitaetskampagne-6178824.html
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