NextiraOne: Gläubiger geben grünes Licht für Sanierung

Die Gläubigerversammlung der NextiraOne Deutschland GmbH hat am 17. Juli 2012 mehrheitlich dem Sanierungsplan des IT-Dienstleisters zugestimmt. Ende April hatte das Unternehmen Antrag auf Eröffnung eines Planinsolvenzverfahrens stellen müssen.

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Blickt optimistisch in die Zukunft: Dr. Bernd Ruppert, CEO, NextiraOne Deutschland

(Bild: NextiraOne )

Das Ende April auf den Weg gebrachte Schutzschirmverfahren werde in Kürze erfolgreich abgeschlossen werden, kündigte die Geschäftsführung der NextiraOne Deutschland GmbH am heutigen 18. Juli 2012 an. Denn die Gläubigerversammlung – darunter auch die beiden wichtigsten Lieferanten Alcatel-Lucent und Cisco – hatten gestern mehrheitlich (entsprechend 98 Prozent der Forderungssummen) ihre Zustimmung zu dem eingeleiteten Sanierungsplan erklärt. Damit sei die "förmliche gerichtliche Aufhebung des Insolvenzplanverfahrens ist in Kürze zu erwarten", teilte das Unternehmen mit. NextiraOne werde für die verbliebenen Verbindlichkeiten in den nächsten Jahren insgesamt 25,5 Millionen Euro bereitstellen. Von den ursprünglich 740 bundesweiten Arbeitsplätzen könnten im Rahmen der Restrukturierung allerdings nur rund 450 erhalten werden. Für die ausscheidenden Mitarbeiter wurde bereist eine Transfergesellschaft eingerichtet.

Der auf Telefonie, Unified Communications und Cloud Services spezialisierte Dienstleister war nach Einschätzung der Firmenleitung unter Geschäftsführer Dr. Bernd Ruppert in Zahlungsschwierigkeiten geraten, nachdem der Mutterkonzern NextiraOne Europe B.V. seine weitere finanzielle Unterstützung verwehrt hatte. Durch die in der "früheren Konzernzugehörigkeit der heutigen GmbH begründeten Organisationsstrukturen und Personalkosten" sei NextiraOne hierzulande jedoch nie in der Lage gewesen, die laufenden Kosten zu decken. In der Folge schrieb das operative Geschäft rote Zahlen. Mit der nun beschlossenen "stärkeren Ausrichtung auf anspruchsvolle Telekommunikationsservices im Bereich Unified Communication, Collaboration und Contact Center, die auf Private-Cloud- Lösungen basieren" werde der IT-Dienstleister sich nachhaltig stabilisieren können, zeigt sich Ruppert überzeugt.

Auch am kostenträchtigen Wartungs- und Servicegeschäft will Ruppert festhalten – allerdings mit "optimierten Strukturen". So sollen Wartungsfälle vermehrt zentral über das Technical Assistance Center (TAC) abgewickelt werden. In der Vergangenheit waren 75 Prozent des NextiraOne-Servicepersonals dezentral in den Regionen angesiedelt. Geschäftsführer Ruppert sieht in der Neuausrichtung auch eine Bündelung des Experten-Know-Hows in der Servicezentrale: "Heute können 90 Prozent der Wartungsfälle zentral von unserem hochmodernen Technical Assistance Center aus erledigt werden." (map)