Nokias nÀchste Milliarde
FĂŒr die Smartphone-Allianz mit Microsoft hat Nokia nicht nur in Barcelona viel Aufmerksamkeit bekommen. CEO Stephen Elop nutzte seinen Messeauftritt, um auch seine Strategie fĂŒr einfache Handys zu erlĂ€utern.
In der ganzen Aufregung [1] um die Smartphone-Allianz [2] mit Microsoft [3] droht Nokias [4] Strategie fĂŒr das Brot-und-Butter-GeschĂ€ft mit einfacheren Handys unterzugehen. Windows Phone ist nur eine Seite der Medaille, betonte Nokia-CEO Stephen Elop auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Der neue Mann [5] an der Spitze des finnischen Traditionskonzerns hat ehrgeizige PlĂ€ne auch fĂŒr die Handysparte: die nĂ€chste Milliarde Menschen ins Netz zu holen.
Mehr als 3 Milliarden Menschen auf der Welt haben noch gar kein Handy, rechnet Nokia vor. Und auch wer eins besitzt, kommuniziert vielleicht per SMS, hat aber keinen Internetzugang. Elop will die Ausgeschlossenen ans Netz anschlieĂen und sieht fĂŒr Nokia gute Chancen, auf den wachsenden MĂ€rkten der SchwellenlĂ€nder wieder mehr Handys zu verkaufen. "Wir investieren", erklĂ€rte Elop in Barcelona, "um einen noch gröĂeren Teil der Bevölkerung ins mobile Internet zu bringen".
Das GeschĂ€ft mit einfachen Handys fĂŒr SchwellenlĂ€nder ist fĂŒr Nokia traditionell eine feste GröĂe [6]. "Wir verkaufen ĂŒber 1 Million GerĂ€te mit Series 30 und Series 40 pro Tag", betonte Elop. Doch auch hier sind die Finnen unter Druck geraten. Im Schlussquartal 2010 ging die Zahl der verkauften Einfach-Handys im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent zurĂŒck auf 95,4 Millionen. WĂ€hrend der Konzern zwar in China deutlich mehr Handys absetzen konnte, gingen die Verkaufszahlen im restlichen Asien, in SĂŒdamerika und Afrika leicht zurĂŒck. Ein Lichtblick: Bei einfachen Handys geht der durchschnittliche GerĂ€tepreis, anders als bei Smartphones, nach oben.
Soziale Netzwerke und Internet-Kommunikationsdienste sollen auch auf den einfachen GerĂ€ten in verschiedenen Preisklassen selbstverstĂ€ndlich werden. Nokia entwickelt dafĂŒr auch den Ovi-Browser fĂŒr Series-40-GerĂ€te weiter. Doch die Finnen stehen nicht alleine da, auch andere Anbieter haben sich des Themas angenommen. Die SIM-Spezialisten von Gemalto etwa zeigen auf der Messe eine Facebook-Anwendung, die direkt auf der SIM-Karte [7] lĂ€uft. Die Text-Grundfunktionen des Netzwerks stellt die Anwendung ĂŒber SMS-Nachrichten zur VerfĂŒgung.
Doch ist Facebook nicht alles. Elop betonte in Barcelona die wichtige Rolle, die Mobilkommunikation in unterentwickelten Regionen spielen kann. Mobile Dienste wĂŒrden etwa zur Kartografierung von Wasserquellen in Kenia eingesetzt oder zur amtlichen Registrierung von Neugeborenen, die den Behörden sonst unbekannt geblieben wĂ€ren. Und der von Nokia in Indien angebotene Zahlungsdienst [8] gebe vielen Menschen dort erstmals die Möglichkeit, ein Bankkonto zu fĂŒhren. (vbr [9])
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[2] https://www.heise.de/news/Nokia-Microsoft-Der-finnische-Patient-springt-1188290.html
[3] http://www.microsoft.com
[4] http://www.nokia.com
[5] https://www.heise.de/news/Nokias-neuer-Chef-muss-handeln-1179054.html
[6] https://www.heise.de/news/Nokia-bleibt-unter-Druck-1178355.html
[7] https://www.heise.de/news/Facebook-auf-der-SIM-Karte-1189337.html
[8] https://www.heise.de/hintergrund/Nokia-setzt-auf-mobiles-Geld-276301.html
[9] mailto:vbr@heise.de
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