Nvidias Tegra 3: Schneller, schöner, sparsamer
Das unter dem Codenamen "Kal-El" entwickelte System-on-Chip besteht aus vier Cortex-A9-Kernen, einem Stromsparkern fĂŒr einfache Aufgaben sowie einer Grafikeinheit, die bei speziell angepassten Spielen schönere Effekte ermöglicht.
(Bild:Â Nvidia)
Das bisher mit dem Codenamen "Kal-El [1]" bezeichnete Einchipsystem (System-on-Chip/SoC) von Nvidia wird als Tegra 3 auf den Markt kommen. Das teilte der Chiphersteller am Dienstag im Rahmen einer Telefonkonferenz mit. Der Kombiprozessor besteht aus vier Cortex-A9-Kernen, einem Stromsparkern (Companion Core) fĂŒr einfache Aufgaben sowie einer Grafikeinheit mit insgesamt 12 Shader-Rechenkernen.
Der Companion Core ist laut Nvidia fĂŒr das Betriebssystem nicht sichtbar und kommt bei eher anspruchslosen Aufgaben wie der Wiedergabe von Liedern oder Videos und auch im Standby zum Einsatz. Er lĂ€uft dabei je nach Last zwischen 0 und 500 MHz. Dann schalten sich die vier leistungsfĂ€higen Cortex-A9-Kerne ab. Letztere laufen unter Last mit einer Taktfrequenz von bis zu 1,3 GHz (2 oder 4 Kerne) beziehungsweise 1,4 GHz (1 aktiver Kern). Die Gesamt-Performance aller vier Prozessorkerne vergleicht Nvidia [2] mit der Leistung eines Core 2 Duo T7200 und bezieht sich dabei auf den Benchmark Coremark [3], der vorwiegend die Integer-Leistung von Prozessoren weitgehend unabhĂ€ngig von der Speicheranbindung bewertet.
(Bild:Â Nvidia)
Bis zu dreimal schneller als beim Tegra 2 (Tegra 250) sei die Grafikeinheit namens ULP GeForce (Ultra Low Power GeForce), sagte Nvidias Marketing-Direktor Matt Wuebbling. Die Tegra-3-GPU weist nun 12 statt 8 programmierbare Shader-Rechenkerne auf und nutzt sonst die gleiche Architektur wie der VorgĂ€nger. Die vier zusĂ€tzlichen Cores sind alle fĂŒr Pixel-Shader-Berechnungen gedacht, sodass die Anzahl der Vertex-Shaderkerne wie beim Tegra 2 bei vier bleibt.
Durch die höhere Grafikleistung wird es bei einigen, speziell angepassten Spielen schönere Effekte auf Tegra-3-Tablets und Smartphones zu sehen geben, etwa bei "Shadowgun", "Sprinkle" oder "Riptide". Laut Nvidia sind derzeit ĂŒber 15 Tegra-3-Spiele in Entwicklung. Der ULP GeForce unterstĂŒtzt Auflösungen von bis zu 1920Ă1200 Bildpunkten, 3D-Stereoskopie und beschleunigt ĂŒber seinen Treiber auch WebGL-Anwendungen. FĂŒr CUDA-Berechnungen ist er aufgrund seiner Architektur nicht geeignet. Nvidia demonstrierte bereits im Mai die Tegra-3-Grafikleistung anhand einer Techdemo [4].
(Bild:Â Nvidia)
Wuebbling erklĂ€rte weiter, dass der Tegra 3 bis zu fĂŒnfmal schneller arbeiten soll als sein VorgĂ€nger, aber weniger Strom verbrauche, was die Akkubetriebszeit von MobilgerĂ€ten verlĂ€ngere. Der unter dem Codenamen Wayne entwickelte Nachfolger des Tegra 3 soll sogar bis zu zehnmal schneller arbeiten als Tegra 2.
Nvidias Aussagen zur Tegra-3-Leistung sollte man allerdings mit Vorsicht genieĂen. Bereits zum Mobile World Congress 2011 im Februar in Barcelona hatte sich der Hersteller vor der Fachpresse blamiert: Nvidia hatte eine fĂŒnfmal so hohe Leistung im Vergleich zum Dual-Core-SoC Tegra 2 in Aussicht gestelltt, dabei aber die doppelte Rechenleistung des Vierkern-SoCs mit der behaupteten dreifachen Grafikleistung schlicht addiert.
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Das erste Tablet mit Tegra-3-Chip soll das Asus Eee Pad Transformer Prime sein, dessen fĂŒr Dienstag geplante MarkteinfĂŒhrung allerdings kurzfristig verschoben wurde. Ob andere Tegra-3-GerĂ€te in diesem Jahr auf den Markt kommen werden, lieĂ Wuebbling offen; erste Smartphones werden im ersten Quartal des Jahres 2012 erwartet. (mfi [6])
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[1] https://www.heise.de/news/Nvidia-Quad-Core-Tegra-Kal-El-hat-fuenften-Stromsparkern-1347265.html
[2] http://www.nvidia.com
[3] http://www.coremark.org/faq/index.php
[4] https://www.heise.de/news/Nvidias-Tablet-Chip-Kal-El-laesst-die-Muskeln-spielen-1252145.html
[5] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[6] mailto:mfi@heise.de
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