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Philips mahnt Online-HĂ€ndler ab

Axel Kossel

Der Hersteller geht gegen die Verwendung von Produktfotos in Online-Shops vor, deren Betreiber er als schwarze Schafe bezeichnet.

Philips [1] mahnt Online-HĂ€ndler ab, die in ihren Shops Bildmaterial des Herstellers verwenden. Dies bestĂ€tigte Philips-Sprecher Klaus Petri gegenĂŒber heise online. Wie viele HĂ€ndler betroffen seien, konnte er nicht sagen, da es sich um eine internationale Aktion des Konzerns handle, die sich nicht auf Deutschland beschrĂ€nkt. Philips habe ein berechtigtes Interesse daran, sein geistiges Eigentum zu schĂŒtzen. Die Durchsetzung des Urheberrechts sei in diesen FĂ€llen nichts Ungewöhnliches; etwa bei eBay gebe es viele Beispiele dafĂŒr.

Auf die Motive fĂŒr das harte Vorgehen angesprochen, erklĂ€rte Petri, man wolle gegen vermeintliche schwarze Schafe unter den HĂ€ndlern vorgehen. Die besorgten sich aus irgendwelchen KanĂ€len nicht fĂŒr Deutschland zugelassene Philips-Produkte und böten diese im Zweifel mit fraglicher Garantie hierzulande an. "Wenn wir Zweifel haben, unterbinden wir das", sagte Petri. Als Beispiel nannte er aus Großbritannien bezogene Ware, bei denen der Anbieter das Original-Netzteil gegen ein beliebiges fĂŒr das deutsche Stromnetz tauscht. Gebe es mit diesen dann Probleme, wĂŒrden sich die Kunden an Philips wenden.

Betroffene Shop-Betreiber bezeichnen das Verhalten von Philips hingegen als gezielte Feindseligkeit gegen den Online-Handel. Sie unterstellen dem Hersteller, es gehe allein um den Preis: HĂ€ndlern, die besonders preiswert anbieten, werfe Philips gezielt KnĂŒppel zwischen die Beine, um den Fachhandel vor der Konkurrenz zu schĂŒtzen. Ein Online-HĂ€ndler aus Hamburg, der von Philips abgemahnt wurde, sagte gegenĂŒber heise online, er beziehe seine Ware von deutschen GroßhĂ€ndlern. Die Abmahnung sei fĂŒr ihn ĂŒberraschend gekommen, und Philips zeige sich nicht gesprĂ€chsbereit.

Das rÀumte Petri ein. Die Erfahrung lehre jedoch, dass die schwarzen Schafe ohne Androhung juristischer Schritte nichts an ihren GeschÀftspraktiken Ànderten. Philips arbeite aber weiterhin mit vielen Fach- und Online-HÀndlern zusammen, und solche Vertragspartner erhielten jederzeit die Erlaubnis, Produktbilder zu verwenden. Wo VertrÀge bestehen, gebe es keine Probleme. Man wolle aber mit dem einen oder anderen Partner nicht zusammenarbeiten.

Außerdem löst Philips aber auch bestehende Absprachen etwa mit Preisvergleichsdiensten, denen man die Verwendung von Produktbildern des Herstellers bislang explizit erlaubt hatte. Dies begrĂŒndete Petri mit neuen Regularien, die der Hersteller derzeit konzernweit einfĂŒhre. Die HintergrĂŒnde dafĂŒr kenne er nicht. (ad [2])


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https://www.heise.de/-172554

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.philips.de/
[2] mailto:ad@ct.de