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Polizeiexperte: Waffen aus 3D-Drucker sind in Deutschland verboten

Polizeiexperte: Waffen aus 3D-Drucker sind in Deutschland verboten

(Bild: Defense Distributed)

In den USA veröffentlichen Aktivisten PlĂ€ne fĂŒr den 3D-Druck von Schusswaffen. In Deutschland sind Herstellung und Besitz strafbar, erklĂ€rt die Polizei.

Schusswaffen aus 3D-Druckern können nach EinschÀtzung des kommissarischen Chefs des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Sebastian Fiedler, das Problem des illegalen Waffenhandels verstÀrken.

"Aber ehrlich gesagt sind frei verfĂŒgbare Waffen, solche in Eigenkonstruktion oder die Zweckentfremdung von GegenstĂ€nden zur GewaltausĂŒbung doch nicht neu", sagte Fiedler der Zeitung Die Welt. So gebe es im Internet auch Bauanleitungen fĂŒr Sprengstoff. Schusswaffen aus dem 3D-Drucker wĂ€ren dann eine zusĂ€tzliche Facette.

Waffen aus dem Hobbykeller

Die boomende internationale Maker-Bewegung besteht nicht nur aus Bastlern, KĂŒnstlern und Weltverbesserern – auch krypto-anarchistische Gruppen zĂ€hlen sich dazu. Diese wollen staatliche Machtmonopole abschaffen, unter anderem auf dem Weg ĂŒber technische Mittel wie billige 3D-Drucker und CNC-FrĂ€sen. So verbreitet etwa die US-Gruppe "Defense Distributed" in Namen dieser Ideologie Werkzeuge, Open-Source-Druckvorlagen und Bauanleitungen fĂŒr Eigenbau-Schusswaffen ohne staatliche Kontrolle. In Deutschland ist die Herstellung jedes einzelnen wesentlichen Teils einer Waffe verboten, sofern man nicht ĂŒber eine "Waffenherstellungserlaubnis" verfĂŒgt. Die besitzen beispielweise professionelle BĂŒchsenmacher. Bei Make und heise online berichten wir bereits seit lĂ€ngerem ĂŒber die Waffenherstellung, weil wir davon ĂŒberzeugt sind, dass sich Politik und Gesellschaft mit solchen neuen Gefahren auseinandersetzen muss. Wir rufen in keiner Weise zum Eigenbau von Schusswaffen auf und liefern auch keine Bauanleitungen dazu.

In den USA will die Organisation Defense Distributed PlÀne zur Herstellung von Waffen auf 3D-Druckern veröffentlichen [8]. Einige US-Bundestaaten klagen gegen das Vorhaben und die Einigung [9] der Organisaiton mit der US-Bundesregierung.

Die deutsche Rechtslage sei klar, sage Fiedler: "Stellt man so eine Waffe her oder besitzt sie, macht man sich strafbar." Ein grundlegendes Problem seien Waffen aus dem 3D-Drucker aber bisher nicht. "Zum einen sind 3D-Drucker noch ziemlich teuer, außerdem sind die Waffenmodelle unausgereift und besonders fĂŒr den SchĂŒtzen selbst gefĂ€hrlich." Die Technik werde sich aber weiterentwickeln.

"Es ist derzeit sehr viel einfacher, sich so (illegal) eine Waffe zu besorgen, als selbst eine herzustellen", sagte der Kommissarische BKA-Bundesvorsitzende. Auch GegenstĂ€nde aus Kunststoff ließen sich zudem technisch erkennen. "Es sollte bei Kontrollen am Flughafen schon heute keinen Unterschied mache, ob eine Waffe aus Metall oder Plastik besteht." (axk [10])


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https://www.heise.de/-4123725

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Ghost-Gunner-Open-Source-CNC-Fraese-fuer-Waffenherstellung-2409695.html
[2] https://www.heise.de/news/Auf-dem-Schiessstand-Die-Pistole-aus-dem-3D-Drucker-1972516.html
[3] https://www.heise.de/news/Zwei-Jahre-Haft-fuer-japanischen-Waffenbastler-2429760.html
[4] https://www.heise.de/news/3D-Drucker-BKA-und-Bundespolizei-wittern-Gefahren-1921491.html
[5] https://www.heise.de/news/Streit-ueber-Waffen-aus-3D-Drucker-US-Aussenministerium-verklagt-2637305.html
[6] https://www.heise.de/news/USA-3D-gedruckte-Gewehrteile-werden-zunehmend-zum-Problem-3270067.html
[7] https://www.heise.de/news/Bauplan-fuer-Waffe-aus-3D-Drucker-nicht-mehr-online-1859942.html
[8] https://www.heise.de/news/Waffen-aus-dem-3D-Drucker-US-Regierung-macht-den-Weg-frei-4107862.html
[9] https://www.heise.de/news/US-Generalstaatsanwaelte-klagen-gegen-Waffenbauplaene-fuer-den-3D-Druck-4123351.html
[10] mailto:axk@heise.de