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RIM will in Bochum bis zu 500 ArbeitsplÀtze schaffen

Wie erwartet siedelt der Blackberry-Anbieter sein europÀisches Forschungs- und Entwicklungszentrum in der Ruhrgebietsstadt an. ZunÀchst beschÀftigt RIM 140 bis 180 Mitarbeiter in Bochum.

Wenige Monate vor der Schließung des Nokia-Handywerks [1] in Bochum gibt es eine erste Zusage fĂŒr ErsatzarbeitsplĂ€tze. Der Hersteller des mobilen KommunikationsgerĂ€tes Blackberry [2] kommt mit seinem europĂ€ischen Forschungs- und Entwicklungszentrum in die Ruhrgebietsstadt und plant dort mittelfristig bis zu 500 ArbeitsplĂ€tze. Das kĂŒndigte der Vize-PrĂ€sident des kanadischen Unternehmens RIM [3], Thorsten Heins, wie erwartet [4] am heutigen Mittwoch in DĂŒsseldorf an. Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) nannte die Entscheidung einen guten Tag fĂŒr Bochum und Nordrhein-Westfalen. Subventionen erhalte RIM nicht.

Vom Sommer an sollen direkt an der Ruhr-UniversitĂ€t zunĂ€chst 140 bis 180 Mitarbeiter spezielle mobile KommunikationsgerĂ€te fĂŒr den europĂ€ischen Markt entwickeln. RIM rechnet in Europa mit großen Steigerungsraten bei privaten Blackberry-Nutzern. Deshalb könne die Zahl der Mitarbeiter auf bis zu 500 steigen. Etwa 60 bis 70 Prozent der neuen RIM-Mitarbeiter hĂ€tten bisher im Nokia-Entwicklungszentrum gearbeitet, sagte Heins. Das Forschungszentrum solle Ende Juli/Anfang August die Arbeit aufnehmen. RIM will zunĂ€chst 45 Millionen US-Dollar (rund 28,5 Millionen Euro) investieren. Mobile EndgerĂ€te sollen in Bochum nicht gebaut werden.

Die Wahl des Standortes habe nichts mit der Nokia-Schließung zu tun, sagte Heins. RIM habe Bochum schon vorher im Blick gehabt. Entscheidend seien die NĂ€he zu den großen Mobilfunkunternehmen Vodafone und T-Mobile, die Zusammenarbeit mit der UniversitĂ€t und das gute ArbeitskrĂ€ftepotenzial gewesen. So habe beispielsweise Vodafone sein Testzentrum in DĂŒsseldorf. Auch T-Online befinde sich in der NĂ€he. "Hier ist einfach das Zentrum der Mobilkommunikation." Mit diesen Pluspunkten habe Bochum das Rennen unter drei deutschen und einem weiteren europĂ€ischen Standort gemacht.

Nach Ansicht von Thoben zeigt die Entscheidung [5] des kanadischen Unternehmens [6] fĂŒr Bochum, "dass der Standort stark ist". "Von diesen sehr einfachen Ansiedlungen wollen wir mehr", fĂŒgte sie hinzu. Mit Nokia befinde sich das Land in guten GesprĂ€chen. "Wir hoffen, dass wir sie zeitnah abschließen."

Nordrhein-Westfalens MinisterprĂ€sident JĂŒgen RĂŒttgers (CDU) hat die Ansiedlung des Blackberry- Entwicklungszentrums in Bochum als "großartige Entscheidung des Unternehmens" bezeichnet. Die kanadische Firma RIM habe "richtig erkannt, dass Nordrhein-Westfalen der ideale Standort fĂŒr Spitzentechnologie und wissenschaftsintensive Entwicklungen ist", unterstrich RĂŒttgers am Mittwoch in DĂŒsseldorf. Der Zuschlag sei auch "eine BestĂ€tigung des gemeinsamen Kampfes der Landesregierung, der Stadt Bochum, von Gewerkschaften und Wirtschaft fĂŒr den Standort Bochum und die ArbeitsplĂ€tze dort", heißt es in der ErklĂ€rung des MinisterprĂ€sidenten. (dpa) / (vbr [7])


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[1] https://www.heise.de/news/Nokia-Werksschliessung-Sozialplan-mit-Volumen-von-200-Millionen-Euro-197515.html
[2] http://www.blackberry.com
[3] http://www.rim.com/
[4] https://www.heise.de/news/RIM-Forschungszentrum-fuer-Bochum-201619.html
[5] https://www.heise.de/news/Blackberry-Hersteller-koennte-ins-Ruhrgebiet-kommen-198987.html
[6] https://www.heise.de/news/RIM-verdoppelt-den-Gewinn-195621.html
[7] mailto:vbr@heise.de