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Steuertricks von Apple, Amazon und Co.: ZustÀndige Kommissarin kann "frei ermitteln"

Ben Schwan
Apple

Apple gehört zu den Firmen, die von Steuersparmodellen innerhalb der EU profitiert haben sollen.

(Bild: dpa, Maja Hitij)

Margrethe Vestager betont, dass sie auch unter EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker ungehindert wegen möglicher Steuergeschenke an IT-Konzerne und andere Großkonzerne ermitteln kann. Juncker war Luxemburger Regierungschef, als die FĂ€lle auftraten.

Der neue EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker steht wegen der Steuerpraktiken seines Herkunftslandes Luxemburg, von denen auch große US-IT-Konzerne profitiert haben sollen [1], weiter unter Druck. Die EnthĂŒllungen "stellen jetzt ein echtes Thema und vielleicht sogar ein Problem fĂŒr die Kommission von Herrn Juncker dar", sagte Sloweniens MinisterprĂ€sident Miro Cerar bei einem Besuch in BrĂŒssel. "Ich denke, das wird die Position von Herrn Juncker und die Position der ganzen Kommission in den kommenden Monaten schwĂ€chen, die sehr wichtig sind fĂŒr Europa."

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager betonte hingegen, sie könne mögliche Steuertricks Luxemburgs völlig ungehindert untersuchen – genauso wie andere VorfĂ€lle in anderen EU-LĂ€ndern. "Ich habe weder gehört noch selbst erfahren, dass irgendetwas mir die HĂ€nde binden wĂŒrde", sagte sie vor dem Wirtschafts- und WĂ€hrungsausschuss im Europaparlament. "Ich habe freie Hand, das zu tun, was ich in diesen FĂ€llen fĂŒr das Richtige halte."

JĂŒngst bekanntgewordene Details ĂŒber die Steuerpraktiken Luxemburgs sind delikat, weil die fraglichen Praktiken des Großherzogtums in die Zeit fallen, als Juncker dort Premier- und Finanzminister war. Seit Anfang des Monats steht er der Behörde vor, die die Regelungen untersucht. Juncker hatte bereits vergangene Woche beteuert, er werde sich nicht einmischen.

Seit Sommer 2013 laufen insgesamt vier PrĂŒfverfahren gegen Irland, die Niederlande und Luxemburg. Dabei stehen Apple [2] (Irland) und Amazon (Luxemburg) im Mittelpunkt, außerdem eine Finanztochter des Fiat-Konzerns (Luxemburg) sowie die US-Kaffeekette Starbucks (Niederlande). Der iPhone-Hersteller, der in Irland mit einer Tochter seit vielen Jahren ansĂ€ssig ist, hatte seinen AktionĂ€ren gegenĂŒber bereits mitgeteilt, dass es zu einem Ende der aktuellen Steuerpraxis sowie möglicherweise auch Nachzahlungen [3] kommen könnte – letztere womöglich gar im Milliardenbereich.

Vestager gab an, Luxemburg kooperiere dabei inzwischen besser mit der EU-Kommission. "Ich habe keine Vermutungen angestellt, woran dies liegt", sagte sie. "Ich bin einfach sehr froh, dass es geschieht, weil dies unsere Arbeit natĂŒrlich viel leichter macht als sie war." (mit Material von dpa) / (bsc [4])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-2452234

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Steuertricks-EU-Kommission-will-weiter-gegen-Amazon-Apple-Co-vorgehen-2443206.html
[2] https://www.heise.de/news/EU-will-Steuersparpraxis-von-Apple-in-Europa-untersuchen-2218970.html
[3] https://www.heise.de/news/Apple-warnt-vor-moeglichem-Ende-seines-irischen-Steuersparmodells-2441852.html
[4] mailto:bsc@heise.de