Thailand verbietet Kryptowährungen als Zahlungsmittel
Mit Bitcoin & Co. darf man in Thailand bald keine Waren und Dienstleistungen mehr bezahlen. Der Handel mit Kryptowährungen bleibt jedoch legal.
(Bild: Shutterstock)
In Thailand darf mit Kryptowährungen und ähnlichen Digitalgeldern ab dem 1. April nicht mehr bezahlt werden. Das teilte die dortige Finanzaufsichtsbehörde SEC mit. Kauf und Verkauf von Kryptowährungen etwa über eine Börse ist nach wie vor gestattet; nur als Bezahlung für Waren und Dienstleistungen dürften sie nicht mehr genutzt werden. Firmen, die bislang solche Dienste erbracht haben, wird eine Übergangsfrist von 30 Tagen gewährt.
Die Finanzaufseher begründeten das Verbot in ihrer Mitteilung mit Risiken für die Stabilität des Finanzsystems, weil die Zentralbank hier keine Regulationsmöglichkeiten habe. Zudem brächten die stark schwankenden Kryptowährungen auch die Gefahr von Wertverlusten mit sich und könnten für Geldwäsche genutzt werden.
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Firmen aus dem Bereich ist es künftig untersagt, die Nutzung von Kryptogeld als Zahlungsmittel anzubieten oder in irgendeiner Weise zu befördern. Ebenfalls sollten Unternehmen den Behörden einen Missbrauch anzeigen, wenn ihre Kunden Konten für solche Zwecke nutzten. Darauf müssten sie zum Beispiel auch in Form von Kontosperrungen reagieren.
Kryptoboom in Thailand
Dem Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg zufolge hat die Zentralbank Thailand im gleichen Zuge auch eine Beschränkung des Investments beschlossen, das Geldinstitute in die Kryptobranche tätigen dürfen. Erst im November hatte etwa die Siam Bank bekannt gegeben, 500 Millionen US-Dollar in eine Mehrheitsbeteiligung an einer Kryptogeldbörse stecken zu wollen – Genehmigung laut dem Bericht noch ausstehend.
Generell habe Thailand in den letzten Jahren einen gewissen Kryptoboom gerade unter jüngeren Leuten erlebt. Der sprunghaft gestiegene Wert thailändischer Kryptoanlagen liege inzwischen bei rund 114,5 Milliarden Baht, umrechnet 3,1 Milliarden Euro. Die Zahl aktiver Tradingaccounts sei von 170.000 vor der Pandemie auf 1,98 Millionen gestiegen.
Kaum für Zahlungen genutzt
In der thailändischen Kryptobranche sorgte der Entscheid für wenig Begeisterung, schreibt die Bangkok Post. Es komme aber auch nicht überraschend, sagte Akalarp Yimwilai, Thailand-Chef der Kryptobörse Zipmex der Zeitung. Insgesamt dürfte Yimwilais Ansicht nach die Regulierung auch nur minimale Auswirkungen auf Thailands Kryptoboom haben. Denn gerade mal ein Prozent der Anleger, die Kryptowährungen hielten, nutzten die Digitalmünzen überhaupt für Zahlungen. Währungshandel und Geldanlage seien der klare Fokus.
(axk)