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US-Außenministerium: Keine Zweifel an russischen Hackerangriffen

Kristina Beer
Vorderung: Siegel des Ministerium fĂŒr Heimatsicherheit; Hintergrund: Leute sitzen an einem großen Konferenztisch

(Bild: Weißes Haus/Pete Souza<br>)

Der bisher vorgelegte Bericht der US-Behörden enthĂ€lt keine handfesten Beweise, dass die russische Regierung die US-Wahl manipuliert hat. Trotzdem bleibt das Außenministerium bei seinen Anschuldigungen. Ein klĂ€render Bericht der NSA wird erwartet.

Die US-Regierung hat nach Angaben aus dem Außenministerium keine Zweifel, dass Russland hinter Hackerangriffen auf US-Ziele im zurĂŒckliegenden Wahlkampf steckt. "Die Geheimdienste sind sich sicher. Und der PrĂ€sident hĂ€tte nicht die Schritte unternommen, die er unternommen hat [1], wenn er nicht ĂŒberzeugt wĂ€re", sagte der Sprecher des Außenministeriums, John Kirby, am Dienstag in Washington.

Die USA werfen Russlands Regierung vor, Hackerangriffe auf Computer in den USA gestartet [2] zu haben, darunter die Parteizentrale der US-Demokraten. Damit sollten demnach Informationen gestreut werden, die der Demokratin Hillary Clinton im Wahlkampf schaden und dem Republikaner Donald Trump zum Wahlsieg verhelfen. Trump Ă€ußerte wiederholt Zweifel an der Russland-These.

Auch erweisen sich die bisher vorgelegten Beweise als nicht aussagekrĂ€ftig. Wie heise security feststellt, fehlen in dem Bericht der Heimatschutzbehörde DHS und des FBI handfeste Beweise, die einen Eingriff russischer Hacker einwandfrei belegen [3]. Dass die russische Regierung direkt involviert war, kann der Bericht, der zugleich Netzwerkbetreibern erklĂ€ren soll, wie sie sich vor Hacks dieser Art schĂŒtzen können, ebenfalls nicht eindeutig zeigen. Zudem weise er starke inhaltliche SchwĂ€chen auf – Bezeichnungen fĂŒr Hackergruppen und Angriffstechniken werden in dem selben Kontext "wild durcheinander geworfen".

Allerdings sollen laut dem Sicherheitsforscher Robert M. Lee und einiger anderer Beobachter Mitglieder des Kongresses noch einen geheimen Bericht der NSA erhalten, der eindeutig belegen soll, dass die russische Regierung die Wahl manipuliert hat.

Zuletzt hatte auch Julian Assange, der GrĂŒnder der EnthĂŒllungsplattform Wikileaks verneint, dass die russische Regierung hinter den Hackerangriffen steckt. Wikileaks hatte die gehackten E-Mails veröffentlicht. Die Veröffentlichungen hatten zum Teil unangenehme EnthĂŒllungen ĂŒber Interna bei den Demokraten [4] einem breiten Publikum zugĂ€nglich gemacht. Dies könnte zu Clintons Wahlniederlage am 8. November beigetragen haben. (mit Material der dpa) / (kbe [5])


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Wegen-Hacking-US-Sanktionen-gegen-Russlands-Geheimdienste-3582921.html
[2] https://www.heise.de/news/USA-Putin-hackt-um-US-Wahlen-zu-torpedieren-3343339.html
[3] https://www.heise.de/news/US-Regierungsbericht-enthaelt-keine-Beweise-fuer-russischen-Hack-im-Wahlkampf-3585937.html
[4] https://www.heise.de/news/Wikileaks-veroeffentlicht-Wahlkampf-E-Mails-der-US-Demokraten-3277200.html
[5] mailto:kbe@heise.de