US-VerbraucherschĂŒtzer haben "erhebliche Bedenken" gegen Apple Music
(Bild: Apple Keynote)
Consumer Watchdog hat das US-Justizministerium sowie die Handelskommission dazu aufgefordert, Apples Marktmacht beim Eintritt in das Musik-Streaming-GeschÀft einzuschrÀnken. Auch ein US-Senator fordert eine Untersuchung.
Die Verbraucherschutzorganisation Consumer Watchdog hat kartellrechtliche Bedenken gegen Apples Einstieg in den Musik-Streaming-Markt vorgebracht. In einem Schreiben an das US-Justizministerium sowie die US-Handelsaufsicht FTC fordern die VerbraucherschĂŒtzer [1], den IT-Konzern in seine Grenzen zu verweisen, um den Bestand kostenloser, werbefinanzierter Streaming-Dienste zu bewahren. Apple nutze seine Marktmacht gegenĂŒber Plattenfirmen, um diese Angebote aus dem GeschĂ€ft zu drĂ€ngen.
Exklusivrechte fĂŒr Apple Music
Nach Informationen von Consumer Watchdog versucht Apple in den Verhandlungen mit Musik-Labels, die Exklusivrechte fĂŒr die Werke bestimmter KĂŒnstler zu erhalten. Der Konzern fĂŒhre 800 Millionen iTunes-Nutzer mit hinterlegter Kreditkarte als potentielle zahlende Kundschaft fĂŒr Apple Music ins Feld und verweise auf detailliertes Wissen ĂŒber die Musikvorlieben von mehreren hundert Millionen Nutzern. Wenn die Plattenfirmen Apples Bedingungen nicht zustimmen, wendet sich das Unternehmen angeblich direkt an die KĂŒnstler.
Die Exklusivrechte sollen auĂerdem sicherstellen, dass die Musik zuerst bei Apple Music zu hören ist, bevor sie bei ein Freemium-Streaming-Dienst in seinen Katalog aufnehmen kann, lautet der Vorwurf der VerbraucherschĂŒtzer. Apple sei dadurch in der Lage, Anbieter wie Spotify [2] oder Pandora aus dem GeschĂ€ft zu drĂ€ngen.
Benachteiligung von Konkurrenten im App Store
ZusĂ€tzlich nutze der iPhone-Hersteller den App Store [3], um die Musik-Dienste anderer Anbieter kĂŒnstlich teuer zu halten, argumentiert Consumer Watchdogs: Nur Apple sei es beispielsweise möglich, einen Familienzugang fĂŒr mehrere Personen anzubieten. Mehr Geld fĂŒr Musiker zu erwirtschaften sei zwar ein "beneidenswertes Ziel", doch setze Apple seine Marktmacht dafĂŒr ein, "höhere Preise zu verlangen". Alle VertrĂ€ge des Konzerns mĂŒssen deshalb genau geprĂŒft werden, fordert die Organisation, damit andere Streaming-Dienste und Freemium-Angebote nicht benachteiligt werden.
Der US-Senator Al Franken hat sich ebenfalls an das Justizministerium sowie die FTC gewandt [4]. Franken bemĂ€ngelt, dass Apple 30 Prozent der in einer App erzielten UmsĂ€tze einbehĂ€lt und Dritt-Anbietern zugleich untersagt, auf die eigene Webseite zu verweisen, ĂŒber die ebenfalls ein Abonnement angeboten werden kann. Diese EinschrĂ€nkungen könnten den Wettbewerb âunterminierenâ und sich zu Ungunsten des Endverbrauchers auswirken, argumentiert der Senator â schlieĂlich zahle der Nutzer möglicherweise einen höheren Preis.
Einem vorausgehenden Bericht zufolge untersucht die US-Handelsbehörde die Angelegenheit bereits [5]. KartellwĂ€chter in den USA und Europa prĂŒfen auĂerdem offenbar schon seit lĂ€ngerem, ob Apple seine Marktmacht ausnutzt, um Gratis-Streaming-Angebote zu verhindern. (lbe [6])
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Links in diesem Artikel:
[1] http://www.consumerwatchdog.org/resources/ltrappleantitrust072215.pdf
[2] http://www.heise.de/download/spotify-1185783.html
[3] http://www.heise.de/thema/app-store
[4] https://www.franken.senate.gov/files/documents/150722AppleMusicLetter.pdf
[5] https://www.heise.de/news/App-Store-Steuer-US-Handelsaufsicht-leitet-angeblich-Untersuchung-gegen-Apple-ein-2760490.html
[6] mailto:lbe@heise.de
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