Wasserstoff: Bund und LĂ€nder wollen Wasserstoffnetz aufbauen
(Bild: r.classen / Shutterstock.com)
Unternehmen sollen in Deutschland die Gewissheit haben, dass Wasserstoff da ist, wenn sie ihn brauchen. Deshalb wollen Bund und LĂ€nder ein Netz dafĂŒr aufbauen.
Bund und LĂ€nder haben nach Angaben von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in ihren Beratungen am Donnerstag den Aufbau eines Wasserstoffnetzes in Deutschland vereinbart. Noch in diesem Jahr sollen "die notwendigen Entscheidungen" dafĂŒr getroffen werden, sagte Scholz nach den GesprĂ€chen mit den MinisterprĂ€sidentinnen und -prĂ€sidenten der LĂ€nder. "Das ist ein groĂes wirtschaftliches Projekt." Es gehe darum, jetzt das "Kernnetz" zustande zu bringen. Unternehmen sollen auf Wasserstoff [1]setzen können, "weil sie wissen, sie werden ihn haben, wenn sie ihn brauchen".
Vereinbart wurde auf dem Treffen im Kanzleramt [2] auch ein "gemeinsamer Monitoringprozess" fĂŒr den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland. Es mĂŒsse gelingen, dies mit gröĂerer Geschwindigkeit als heute voranzutreiben, sagte Scholz. Windkraft und Solarenergie mĂŒssten schneller ausgebaut, die Netze schneller ertĂŒchtigt werden. Dabei verwies Scholz darauf, dass viel mehr Genehmigungen erteilt werden mĂŒssen, dass viel mehr gebaut werden mĂŒsse.
Deutschlandtempo fĂŒr alles
Das "Deutschlandtempo", das mit dem Aufbau der LNG-Infrastruktur an den Tag gelegt wurde, solle fĂŒr alle Bereiche gelten, forderte Scholz. Daher wurde eine Bund-LĂ€nder-Arbeitsgruppe eingesetzt, die dafĂŒr sorgen soll, dass Entscheidungen in Deutschland schneller gefĂ€llt und genehmigt werden.
Wasserstoff, am besten mit Hilfe von erneuerbaren Energien elektrolysiert, wird als ein Baustein fĂŒr die Energiewende betrachtet. Darauf könnten synthetische Kraftstoffe basieren, er könnte aber auch direkt in die Leitungen eingespeist und beispielsweise verheizt werden. So stellt es sich die deutsche Erdgasbranche vor [3], laut der das eine halbe Million Kilometer lange Leitungsnetz bis zu 100 Prozent Wasserstoff aufnehmen kann. Allerdings haben Forscher des Potsdam-Instituts fĂŒr Klimafolgenforschung ermittelt [4], dass grĂŒner, also ausschlieĂlich mit erneuerbarer Energie gewonnener Wasserstoff, noch lange rar bleiben wird.
(anw [6])
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[2] https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/bund-laender-gespraech-2194646
[3] https://www.heise.de/news/Erdgasbranche-setzt-auf-blauen-tuerkisen-und-gruenen-Wasserstoff-9009019.html
[4] https://www.heise.de/hintergrund/Gruener-Wasserstoff-bleibt-auf-Dauer-rar-7274053.html
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