Wie Tabu nur mit KI-Chatbot: Character AI veröffentlicht Spiele
Speakeasy und War of Words: Das KI-Unternehmen Character AI veröffentlicht zwei Spiele für die KI-Chatbots.

(Bild: oatawa/Shutterstock.com)
Bei dem Spiel Speakeasy, zu Deutsch etwa "sprich einfach", muss man einen KI-Chatbot dazu bringen, ein vorgegebenes Wort zu sagen. Aber: Ähnlich wie bei dem Spiele-Klassiker Tabu gibt es fünf verbotene Wörter, die man der KI nicht mitgeben darf. Ein Beispiel wäre also das Wort Croissant, das der Chatbot sagen muss. In dem Gespräch, das dazu führen soll, darf man aber nicht die folgenden Wörter nutzen: Frankreich, Paris, Gebäck, Butter, backen.
Speakeasy ist ebenso wie War of Words nur für zahlende Abonnenten von Character AI verfügbar. War of Words ist ein Sprach-Duell, bei dem eine KI entscheidet, wer gewonnen hat. Beide Spiele können dafür sorgen, dass Menschen mehr Zeit auf der Plattform verbringen – ein Ziel aller Dienste.
Grundsätzlich stehen Character-AI-Nutzern zahlreiche KI-Chatbots zur Verfügung, mit denen sie sich unterhalten können. Viele haben spezielle Interessen, sodass jeder einen geeigneten virtuellen Freund oder eine Freundin finden kann. Freilich können diese Freundschaften auch problematisch werden. In den USA klagt eine Familie, weil ein Chatbot einem 17-Jährigen nahegelegt haben soll, seine Eltern umzubringen. Es gibt zudem eine Sammelklage, in der mehrere Gefahren der Chatbots aufgelistet werden, etwa sexualisierte Inhalte, denen Kinder ausgesetzt waren. Es sind KI-Chatbots, deren Leitplanken immer mal Löcher aufweisen können.
Character AI läuft, Meta Charaktere nicht
Die Chatbots von Character AI sind vielfach auf junge Menschen abgestimmt. Da findet sich der "Gamer Boy", der übers Gaming sprechen will, sowie zahlreiche Anime-Charaktere. Wer keinen bestehenden Chatbot findet, der ihm gefällt, kann auch einen eigenen erstellen. Die neuen Spiele lassen sich mit allen bestehenden Charakteren spielen. Um Jugendliche zumindest ein bisschen zu schützen, hat der Dienst einen Time-Out nach 60 Minuten im Chat eingeführt – er ist jedoch nur ein Hinweis.
Google hält große Teile des Unternehmens, die Gründer des Startups, Noam Shazeer und Daniel De Freitas, sind inzwischen gänzlich bei Google angestellt. Character AI bezeichnet sich selbst als "Entertainment Plattform". Während das Konzept mit den verschiedenen KI-Chatbots für Character AI aufzugehen scheint und der Dienst genutzt wird, hat Meta alle KI-Chatbots von seinen Plattformen entfernt. An denen gab es offenbar sehr wenig Interesse. Aber auch bei Metas Charakteren hat es Vorwürfe gegeben. Die Antworten der KI-Chatbots seien nicht immer hilfreich, sondern teilweise auch mindestens fragwürdig.
(emw)