Wie werden Makerspaces barrierefrei?
(Bild: Dennis Wise/University of Washington)
"Offen fĂŒr alle Interessierten" heiĂt es oft in Makerspaces, Fablabs oder den offenen WerkstĂ€tten. Doch fĂŒr Menschen mit Behinderungen gilt das nicht unbedingt. Die University of Washington hat daher einen Leitfaden fĂŒr Barrierefreiheit erarbeitet.
Fehlende Beschriftung auf Werkzeugen und herumliegende oder herabbaumelnde Kabel - diese und weitere Probleme nannten die Teilnehmer einer Studie zu Barrierefreiheit in Makerspaces. Die Studierenden der University of Washington haben dafĂŒr den uni-eigenen CoMotion MakerSpace [1] besucht. Die Ergebnisse flossen in einen Leitfaden ein, den die UniversitĂ€t nun veröffentlicht hat [2].
Der Barrierefreiheit-Leitfaden [3] ist unterteilt in die Punkte Planung und Richtlinien, Raumgestaltung, Einrichtung, GruppenrĂ€ume, Werkzeuge und Ausstattung, Personal und Sicherheit sowie Produktentwicklung. Angeregt wird, Barrierefreiheit möglichst von Anfang an mitzudenken und weiteres Feedback zu ermöglichen. An vielen Stellen sinnvoll sind kontrastreiche, groĂe Hinweistafeln und Sicherheitsvorgaben, die auch in Braille vorliegen.
(Bild:Â Dennis Wise/University of Washington)
Richtlinien und Regeln des Spaces sollten detailliert, strukturiert und verstĂ€ndlich geschrieben werden. Der Boden von GĂ€ngen sollte frei bleiben und alle RĂ€ume barrierefrei erreichbar sein. FĂŒr Gruppenarbeiten oder als RĂŒckzugsmöglichkeit bei LĂ€rm sollten ruhige Ecken zur VerfĂŒgung stehen.
Dabei gilt es zu beachten, dass Behinderungen sehr unterschiedlich ausfallen. An der Studie nahmen unter anderem Studierende mit EinschrĂ€nkungen in der Motorik, der Sicht und aus dem autistischen Spektrum teil. Es ergeben sich auch widersprechende Anforderungen, wenn etwa rollbare Möbel die Bewegungsfreiheit von Menschen in RollenstĂŒhlen erhöhen, aber fĂŒr Blinde erschweren. Hier helfen einrastbare Rollen, pinzipiell sollten GerĂ€te aber stets an einem ausgewiesenen Platz bleiben.
In Deutschland gilt seit 2002 das Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen [4]. Danach sind Lebensbereiche barrierefrei, wenn sie "in der allgemein ĂŒblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsĂ€tzlich ohne fremde Hilfe zugĂ€nglich und nutzbar sind". Es enthĂ€lt allerdings nur Zielvereinbarungen. Im Bereich der Bauvorschriften gibt es einige DIN-Normen, die ebenfalls nur Empfehlungen sind. (hch [5])
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Links in diesem Artikel:
[1] http://comotion.uw.edu/makerspace
[2] http://www.washington.edu/news/2015/08/05/how-makerspaces-can-be-accessible-to-people-with-disabilities/
[3] http://www.washington.edu/doit/making-makerspace-guidelines-accessibility-and-universal-design
[4] http://www.gesetze-im-internet.de/bgg/index.html
[5] mailto:hch@make-magazin.de
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