iPhone-Fertigung nach Indien: China verbietet Ausfuhr von "Militärtechnik"

Es ist bereits bekannt, dass Peking nicht möchte, dass Apple mehr Produktion auf den Subkontinent verlagert. Die Gegenbewegung scheint sich zu verschärfen.

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Sicherheitsmann vor Apple-Laden in China

Sicherheitsmann vor Apple-Laden in China: Produktionsdiversifizierung nach Indien durch Peking erschwert?

(Bild: dpa, Diego Azubel/Archiv)

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Kurz vor dem Beginn der zweiten Trump-Administration verschärft die Volksrepublik China offenbar ihren Kurs gegen eine laufende Produktionsverlagerung von Apple. Wie die Finanznachrichtenagentur Nikkei aus Japan berichtet, wird dazu ein neues Gesetz verwendet, das bestimmte für die Herstellung notwendige Maschinen und Komponenten zu "militärischer Technik" erklärt und diese dann einer Ausfuhrkontrolle oder gar einem Ausfuhrverbot unterwirft. Es war bereits bekannt, dass es bei Apples Versuchen, eine iPhone-Großfertigung in Indien aufzuziehen, zu Gegenbewegungen aus Peking kommt.

Apple steckt viel Geld in indische Produktionsstätten, die dann von Fertigern wie Pegatron, Foxconn, Flex oder Tata betrieben werden. Sinn ist es, nicht mehr ganz so stark von China als Herstellungsstandort abhängig zu sein. Bislang läuft dieser Switch recht reibungslos, es werden bereits jetzt auch aktuelle iPhones im Milliardenwert endmontiert. Doch Apple benötigt Kompetenz aus China. Foxconn hat etwa zahlreiche Mitarbeiter aus der Volksrepublik nach Indien geholt, um die Werke aufzubauen, zu überwachen und zu managen. Einige von diesen mussten das Land jedoch verlassen und wurden durch Angestellte aus Taiwan ersetzt – auch wegen des (wieder) aufkommenden geopolitischen Konflikts zwischen den USA und China.

Nikkei meldet nun, dass es unter anderem schärfere Zollkontrollen für sogenannte "Dual-Use"-Technologie gibt, zu der Peking die Fertigungsprodukte offenbar erklärt. "Dual-Use" bedeutet, dass ein Produkt auch zu militärischen Zwecken genutzt werden konnte und der Export deshalb eingeschränkt wird. Das sorgt wiederum für Verzögerungen.

Betroffen ist nicht nur Indien, sondern auch Vietnam, wo Apple ebenfalls gerade deutlich in Sachen Herstellung ausbaut. "Meiner Beobachtung nach sind Trumps Drohungen mit einem Zollkrieg und die Verschlechterung der chinesischen Wirtschaft die HauptgrĂĽnde fĂĽr die zunehmenden chinesischen Zollkontrollen", zitiert Nikkei einen bekannten Lieferkettenexperten.

Das neue Gesetz scheint auch dafür zu sorgen, dass Produkte und Werkzeuge außerhalb der "Dual-Use"-Liste schärferen Kontrollen unterliegen. Selbst Geräte zum Test von Smartphone-Leistungsdaten fallen darunter, hier erkläre der chinesische Zoll sie einfach zu Produkten, die "mit Militäranwendungen verbunden" sind.

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(bsc)