Intel bringt neues Atom-SoC für IoT und Embedded Systems
Wenige Wochen nach der Vorstellung der Apollo-Lake-Atom-Prozessoren für Notebooks, Tablets und Desktop-PCs folgen jetzt die Versionen für IoT und Embedded Systems
Auf dem heute beginnenden IoT World Solution Congress in Barcelona hat Intel die Apollo-Lake-Atom-Prozessoren E3900 vorgestellt. Die Familie umfasst bislang nur drei Versionen, hinzu kommen noch spezielle Automotive-Ausführungen mit erweitertem Temperaturbereich bis hin zu 125 °C. Während bei den E3800-Vorgängern (Bay Trail) auch eine 3-Watt-Version angeboten wurde, fängt die E3900-Familie erst bei 6,5 Watt Thermal Design Power (TDP) an. Intel betont dabei, dass es eine Worst-Case-TDP sei, je nach Applikation kann die maximale Energieaufnahme deutlich niedriger liegen.
Die Chips entsprechen den Apollo-Lake-Celeron/Pentium-Kollegen, haben bis zu 4 MIPI-CIS-Kamerakanäle und verbesserte Echtzeitfähigkeiten mit der "Intel Time Coordinated Computing Technology", die ein präzises Timing von unter 1 Mikrosekunde sicherstellen soll. Gegenüber den E3800-Vorgängern kommen neue Sicherheitsfeatures hinzu, wie Speicherschutz (MPX), neue Befehle für SHA, das Sicherheitskonzept Beacon Pass 2.0 und Intel Platform Trust Technology für Linux mit TPM 2.0. Der Neue hat auch zwei PCIe-Lanes mehr, aber weiterhin nur zwei SATA-Kanäle.
50 Prozent mehr IPC
Während es bei den Mobile/Desktop-Atoms im letzten Jahr eine Zwischenversion namens Braswell mit 14-nm-Airmont-Kernen gab, blieb es im IoT-Bereich bei den alten Silvermont-Kernen, sodass der Performance-Sprung zu den Vorgängern besonders kräftig aussieht. Bei SPECint_2006 (nur ein Thread ohne Autoparallelisierung) liegt sie bei 70 Prozent.
Auf gleichen Takt bezogen (Instructions per Clock, IPC) sind es laut Intel 49 Prozent, was vor allem durch die erheblich verbesserte Out-Of-Order-Fähigkeit der neuen Goldmont-Kerne begründet ist. Noch mehr, um bis zu Faktor 2,9 (3DMark 11), stieg die GPU-Leistungsfähigkeit dank der bis zu 18 Ausführungseinheiten der Gen-9-Grafik. Damit lässt sich 4K in 60 Hz ruckelfrei darstellen. Ob das auch per HDMI klappt oder nur per DisplayPort, ist mangels Datenblatt noch unklar.
Treiber gibt es bei Windows bislang nur für Windows 10. Sollte aber genügend Nachfrage für ältere Windows-Versionen vorhanden sein, so hat es IoT-General.Manager Jonathan Luse schon im Vorfeld versprochen, werde man ihr auch nachkommen. Die Nachfrage nach den neuen Chips jedenfalls, so Luse, sei so groß wie nie zuvor, viermal höher als bei der Einführung des Bay Trail.
Intel Atom E3900 (Apollo Lake) | ||||||
Name | Kerne | GPU-EUs | Takt | DMIPS |
GPU |
TDP |
E3930 | 2 | 12 | 1,8 GHz | 18.972 | 106 GFlops | 6,5 Watt |
E3940 | 4 | 12 | 1,8 GHz | 37.944 | 115 GFlops | 9 Watt |
E3950 | 4 | 16 | 2,0 GHz | 41.160 | 187 GFlops | 12 Watt |
(as)