Foto-Tipp: Schwarze Katzen fotografieren

Schwarze Tiere sind eine echte Herausforderung vor der Kamera: Dunkles Fell schluckt Licht, Abwechslung in der Zeichnung gibt es nicht. Aber es gibt Lösungen.

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Die Umgebung ist heller als die Katze. So hebt sie sich schön ab, gerade wenn man offenblendig arbeitet.

(Bild: Nicole Schick)

Lesezeit: 3 Min.
Von
  • Nicole Schick
Inhaltsverzeichnis

Haben Sie schon einmal versucht, eine schwarze Katze zu fotografieren? Schwarze Motive machen es den Automatiken unserer Kameras schwer. Bereits die Wahl der korrekten Belichtungsmessmethode ist entscheidend: Wählen Sie zum Beispiel die Spotmessung, misst Ihre Kamera die Belichtung nur an einem kleinen Punkt Ihres Motivs. Wäre das ein dunkler Hund, würde die Kamera die Belichtung auf diesen einstellen. Hellere Bereiche im Bild wären dann viel zu hell dargestellt. Wählen Sie in diesem Fall also eher eine Integral- oder Selektivmessung. Weitere Helfer für die passende Belichtung wären: die Belichtungskorrektur in Ihrer Kamera, ein Blick auf das Histogramm oder das Verwenden einer Graukarte.

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Gutes Licht ist das A und O. Bei stark bewölktem Wetter, abends und mit einer wenig lichtstarken Ausrüstung stoßen Sie hier schnell an Ihre Grenzen. Das bedeutet im Ergebnis: zu dunkle Bilder, unscharfe Bewegungen oder ungenauer Fokus. Ich empfehle Anfängern Bewegungen, vor allem bei schwer zu fotografierenden Tieren, im Sonnenlicht aufzunehmen. Hier eignet sich am besten die tiefstehende Sonne am Vor- und Nachmittag. Es steht ausreichend Licht zur Verfügung und gute Belichtungszeiten sind möglich!

Auch im Schatten wirkt ein schwarzer Hund sehr schön. Ich achte darauf, dass es im Hintergrund sonnig ist, so kommt Leben ins Bild und viel Licht.

(Bild: Nicole Schick)

Für schwarze Tiere wähle ich außerhalb des Studios ungern dunkle Hintergründe, auch Grün wird in der Unschärfe schnell sehr düster. Ich favorisiere hier helle Hintergründe wie einen blauen Himmel. Ein großer Abstand zum Hintergrund stellt das Motiv schon schön frei. Die tiefstehende Sonne lässt auch die Augen leuchten, in der Mittagszeit sind diese sonst zu schattig – gerade bei langhaarigen Hunden ein großes Problem. Wer sicherer ist, kann sich natürlich auch an schwierigere Lichtsituationen herantrauen, zum Beispiel starkes Gegenlicht.

Gerade unbewegte Tiere lassen sich auch im Schatten bei weniger Licht fotografieren. Achten Sie dabei auf eine gleichmäßige Lichtstimmung und einen harmonischen Hintergrund. Die Augen des Tieres sollten für Sie gut sichtbar sein, dann werden sie auch im Bild ansprechend wiedergegeben. Wenn Sie sich unsicher sind, lassen Sie das Tier leicht nach oben schauen.

Manchmal müssen wir uns entscheiden: Welchen Bereich belichte ich bei einem Foto von einem schwarzen Hund im Schnee? Die Kamera kann unmöglich alles richtig belichten. Es wird entweder das Weiß ausfressen oder das Schwarz zu dunkel aufgenommen sein. Ich wähle hier lieber die Unterbelichtung. Die Tiefen lassen sich besser reparieren als überbelichtete Bereiche. Falls Sie mit Raw-Dateien arbeiten, gibt Ihnen das zusätzlichen Spielraum in der Nachbearbeitung, um Verbesserungen vorzunehmen. Fotografiere ich einen Menschen gemeinsam mit seinem schwarzen Tier, dann belichte ich korrekt auf den Zweibeiner und helle das Tier später etwas auf.

Sind Sie schon etwas tiefer in die Bildbearbeitung eingetaucht, dann achten Sie immer auf eine getreue Farbwiedergabe von Schwarz. Oftmals liegen bei der Aufnahme Farbstiche vor, besonders Blaustiche im Schwarz. Diese empfehle ich über die Farbkorrektur oder Sättigung im jeweiligen Bereich zu korrigieren.

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(keh)