Hartes und weiches Licht
Wie Sie mit einfachen Mitteln hartes Licht in ein weiches, diffuses Licht umwandeln können, erklärt die Food-Fotografin und Buchautorin Corinna Gissemann.
Wenn Sie spazieren gehen und die Sonne scheint bei strahlend blauem Himmel, werden Sie feststellen, dass sich Ihr Schatten am Boden besonders deutlich und scharf abzeichnet. Warum ist das so? Die Lichtquelle, die für dieses harte und direkte Licht sorgt, ist die Sonne. Da sie weit entfernt von der Erde ist, wirkt sie wie eine kleine, punktuell gerichtete Lichtquelle, die direkt auf das Objekt Mensch scheint.
Hartes Licht, harte Schatten
In der Food- und Still-Life-Fotografie macht man sich genau diese Eigenschaft des Lichts zunutze, um besonders ausdrucksstarke Bilder zu kreieren. Denn hartes Licht, egal ob Sie draußen im Freien bei Sonnenschein, direkt durch ein Fenster mit Sonnenlicht oder mit einer künstlichen Lichtquelle fotografieren, hat folgende Eigenschaften: Es erzeugt harte Schatten, die mehr oder weniger stark ausgeprägt sind – je nachdem wie nah Sie sich mit Ihrem Fotoobjekt an der Lichtquelle befinden und wie groß diese ist. Die Ausleuchtung ist ungleichmäßig und es arbeitet die Konturen und Strukturen des Objekts heraus. Dazu kommt ein hoher Kontrast im Bild. Deswegen wird hartes Licht gern als gestalterisches Mittel genutzt. Beachten müssen Sie, dass es schnell zu über- oder unterbelichteten Stellen im Bild kommen kann. Über- beziehungsweise unterbelichtet bedeutet, dass das Bild Stellen aufweist, die komplett weiß und / oder komplett schwarz ohne jegliche Struktur sind. Am besten kontrollieren Sie dies direkt in der Kamera oder später in einem Bildbearbeitungsprogramm.