FOTOSTADT Mannheim
Mit einer der größten barocken Schlossanlagen der Welt und dem historischen Wasserturm besitzt Mannheim markante visuelle Wahrzeichen. Auch in Sachen Museen und Galerien hat die an Rhein und Neckar gelegene Metropole Fotointeressierten einiges zu bieten.
Das Forum Internationale Photographie (FIP) öffnete 2002 in Mannheim seine Pforten. Seitdem hat sich die baden-württembergische Metropole zu einer der spannendsten Fotostädte in Deutschland entwickelt. Das FIP, das von der Curt-Engelhorn-Stiftung gefördert wird, beherbergt im Museum Zeughaus drei wichtige Fotosammlungen: 1. Historische Reisefotografie mit rund 4000 einzigartigen Albuminabzügen aus dem 19. Jahrhundert, welche die Kammersängerin Anna Reiß (1836–1915) und ihr Bruder Carl Reiß (1843–1914), ein bekannter Unternehmer und Kulturmäzen, von ihren Reisen rund um den Globus mit nach Mannheim brachten. 2. Die Fotosammlung und der Nachlass des Fotografen und Fotohistorikers Helmut Gernsheim (1915–1995). Seine umfangreiche Fotobibliothek dient bis heute als wertvolle Basis für die internationale Forschung zur Fotogeschichte. 3. Das komplette Archiv von Robert Häusser (1924–2013) mit über 64.000 Negativen und Positiven. Der vielfach ausgezeichnete Häusser gilt als Pionier der zeitgenössischen Fotografie und als ein Klassiker der Moderne.
In der Vergangenheit hat das FIP einige bekannte Ausstellungen entwickelt. Beispielsweise 2012 „Die Geburtsstunde der Fotografie – Meilensteine der Gernsheim-Collection“. Damals gelang es, die erste Fotografie der Welt – „Blick aus dem Fenster in Le Gras“ von Joseph Nicéphore Niépce (1765–1833) – exklusiv in Mannheim zu zeigen. Das Bild ist sonst nur im Harry Ransom Center an der University of Texas in Austin zu sehen. Neben Ausstellungen bietet das FIP die Veranstaltungsreihe „Talk Fotografie“, in der Künstlerinnen und Künstler ihre Arbeiten vorstellen und mit dem Publikum in einen offenen Dialog treten.