c't 10/2018
S. 50
Kurztest
Mini-ITX-Mainboard

HDMI-2.0-Einsteiger

Auf dem 70-Euro-Mainboard Gigabyte J4005N D2P sitzt Intels Doppelkerner Celeron J4005, der via HDMI 2.0 auch 4K-Displays und Ultra-HD-Fernseher ansteuert.

Aufmacherbild

Die sparsamen Prozessorkerne der sogenannten Atom-Celerons liefern nur ein Minimum an Rechenleistung. Die aktuelle Generation Gemini Lake, zu der der Celeron J4005 gehört, rechnet aber immerhin schneller als ihre Vorgänger und bringt viele Zusatzfunktionen mit. Dazu gehören vor allem HDMI 2.0 für UHD-Displays sowie Hardware-Video-Decoder für H.265 (HEVC) und VP9, auch in 10-Bit-Versionen. Allerdings geben die Gemini-Lake-Chips keine höheren (HDR-)Kontraste aus, wie Intel in einem Forum bestätigt – trotz Hinweisen auf HDR im Datenblatt. Immerhin liefert das Board aber per HDMI 2.0 bis zu 3840 × 2160 Pixel mit 60 Hertz Bildwiederholrate, 4K-Videos von YouTube laufen flüssig.

Mit 145 Cinebench-R15-Punkten ist der Celeron J4005 zwar schneller als beispielsweise ein zehn Jahre alter Core 2 Duo P8600, hinkt aber einem 35-Euro-Celeron G3900 um 35 Prozent hinterher. Die Leistungsaufnahme inklusive ATX-Netzteil liegt bei guten 8,4 Watt im Leerlauf und den für Atom-Celerons üblichen 24 Watt unter Volllast. Bei dieser praxisfernen Extrem-Dauerlast erhitzt sich der lüfterlose Kühlkörper nach 20 Minuten auf 55 Grad Celsius.

Obwohl Intel maximal 8 GByte DDR4-Speicher spezifiziert, funktionieren auch 16 GByte (2 × 8 GByte). VGA-, Parallel- und RS-232-Ports des Gigabyte J4005N D2P sind für den Anschluss älterer Peripheriegeräte gedacht, etwa für Belegdrucker und Kassenschubladen; PS/2-Buchsen fehlen jedoch. Eine sogenannte „CNVi“-Steckfassung nimmt ein „Companion“-Funkmodul (CRF) für WLAN auf: Der eigentliche Controller steckt im Gemini-Lake-SoC. Intel erklärt die Abkürzung CNVi nicht, passende Module sind im Einzelhandel bisher nicht zu finden.

Das lüfterlose Gigabyte J4005N D2P spielt 4K-Videos ab, taugt aber etwa auch als Ersatzteil für ältere Computerkassen oder Industriecomputer. Dort stört die schwache Performance der beiden Prozessorkerne oft nicht. Weil HDR-Kontraste fehlen, eignet sich das Board nicht so gut für Media-Center-PCs. Mini-PCs mit fliegenden Netzteilen sind noch sparsamer, lassen sich aber nicht so flexibel bestücken. (ciw@ct.de)

Tabelle
Tabelle: Gigabyte J4005N D2P