c't 10/2018
S. 21
News
Mini-Rechner, Hardware-Sicherheitslücken

Separate Marken für AMD-Grafikkarten

Radeon-Grafikkarten laufen bei Asus ab sofort unter der Marke Arez. Bei GeForce-Karten ändert sich nichts.

Ab Mai werden Hersteller, die bislang AMD- und Nvidia-Grafikkarten vertreiben, neue Marken einführen, unter denen sie ausschließlich AMD-Grafikkarten verkaufen. Anlass dafür ist Nvidias neues GeForce Partner Program, das Herstellern Vorteile verspricht, sofern diese ihre Gaming-Marke exklusiv auf GeForce-Karten ausrichten. Die Hersteller können dann Berichten zufolge damit rechnen, zum Marktstart neuer GPU-Generationen mit ausreichend GPUs beliefert und bei Social-Media- und PR-Aktivitäten (finanziell) unterstützt zu werden sowie Zugriff auf Game-Bundles und Rabattprogramme zu erhalten.

Den Anfang macht die Firma Asus, die AMD-Grafikkarten ab Mai unter der Marke Arez verkauft. AMD erklärte, dass man mit den Grafikkarten-Herstellern auf Augenhöhe zusammenarbeite: „keine Anti-Gamer- oder wettbewerbswidrigen Bedingungen“. Außerdem stelle AMD Technik zur Verfügung, „anstatt die Spieler mit proprietärer Technik zu bestrafen und ihre Auswahl an Displays einzuschränken.“ Hier spielt AMD auf Nvidias adaptive Bildsynchronisierungstechnik G-Sync an, die nur mit speziellen Displays funktioniert. (mfi@ct.de)

Sicherheitslücke in Intel-Chipsätzen

Durch eine Schwachstelle in Chipsätzen für Intel-Prozessoren der letzten vier Jahre besteht die Gefahr, dass Schad-Software den SPI-Flash-Speicher für die UEFI-Firmware manipulieren kann. Bestimmte Opcodes bringen den SPI-Controller im Chipsatz dazu, dass BIOS-Updates nicht mehr funktionieren, der Inhalt des Flash-Speichers verändert wird oder dass der Boot-Vorgang durch eine Denial-of-Service-Attacke komplett fehlschlägt.

Betroffen von der Schwachstelle (CVE-2017-5703) sind unter anderem Systeme mit Prozessoren der Serie Core i-5000, 6000, 7000 und 8000, Xeons der Familien E3 v5 und v6 sowie E7 v2, v3 und v4. Lenovo bietet für PCs, Server und Workstations BIOS-Updates an, die diese Lücke schließen (siehe c’t/y4ks). Fujitsu hat die Schwachstelle bereits in Firmware-Updates der vergangenen Monate behoben. (chh@ct.de)

Spectre-V2-Patches für AMD-Prozessoren

Für die Anfang Januar bekannt gewordene Sicherheitslücke Branch Target Injection (CVE-2017-5715), die auch als Spectre V2 bezeichnet wird, hat AMD an PC- und Mainboard-Hersteller Microcode-Updates geliefert. Der Chiphersteller stellt die Patches für Prozessoren ab der „Bulldozer“-Architektur von 2011 zur Verfügung, die die Geräthersteller wiederum in BIOS-Updates integrieren müssen.

Das Microcode-Update rüstet die Funktion Indirect Branch Prediction Barrier (IBPB) nach, die zusammen mit dem Sicherheits-Update KB407311 für Windows 10 1709 Spectre-V2-Angriffe abwehren soll. Bei Linux-Systemen empfiehlt AMD als Spectre-V2-Schutz die Retpoline-Technik, die ohne Microcode-Updates auskommen kann. Unklar ist, ob und wann die Board- und PC-Hersteller für ältere Mainboards und Rechner mit Prozessoren der Serien FX, A12, A10, A8, A6 und A4 BIOS-Updates veröffentlichen. (chh@ct.de)

Mini-Workstations mit Quadro-Grafik

Viele Anschlüsse trotz kompakter Abmessungen bietet der Mini-PC Zotac ZBox QK5P1000 mit Quadro-P1000-Grafikkarte.

Software, die dazu dient, Produkte zu entwerfen oder wissenschaftliche Daten zu visualisieren, benötigt Profi-Grafikkarten mit zertifizierten Treibern. Damit der Arbeitsplatz nicht von einer klobigen Workstation belegt wird, bietet Zotac ab sofort Mini-PCs der Serie ZBox Q mit Quadro-Grafikkarten von Nvidia an. Zur Auswahl stehen die zwei kompakten Rechner QK5P1000 sowie QK7P3000/QK7P5000. Ersterer hat bei einer Grundfläche von 18,5 cm × 18,5 cm eine Höhe von 7,2 cm und ist mit einem Mobilprozessor Core i5-7200U (2,5 GHz, Turbo: 3,1 GHz) mit zwei Kernen ausgestattet. Die Grafikausgabe auf bis zu vier 4K-Displays (HDMI 2.0) übernimmt eine Quadro P1000 mit 4 GByte GDDR5-Speicher.

In den größeren Varianten QK7P3000 und QK7P5000 (21 cm × 20,3 cm × 62 mm) steckt jeweils der Vierkerner Core i7-7700T (2,9 GHz, Turbo: 3,8 GHz). Die Grafikkarten Quadro P3000 (6 GByte GDDR5) und P5000 (16 GByte GDDR5) taugen dank 1280 beziehungsweise 2048 Shader-Kernen für anspruchsvolle Anwendungen. Für DDR4-SODIMMs und eine M.2- beziehungsweise 2,5"-SSD muss man bei allen Rechnern selbst sorgen. Zur weiteren Ausstattung gehören jeweils WLAN und 2 × Gigabit-Ethernet. Die Mini-Barebone-PCs kosten 950, 1800 und 3600 Euro. (chh@ct.de)