48-Volt-Versorgung für Server-Mainboards
Die Power Stamp Alliance hat auf dem Open Compute Summit ihr Konzept für modulare Point-of-Load-(PoL-)Spannungswandler vorgestellt. Die maximal 18 Millimeter hohen Module mit einer Grundfläche von 12,7 mm × 30 mm wandeln 48 Volt Gleichspannung direkt und effizient in 0,9 bis 1,6 Volt, die moderne Mikroprozessoren benötigen. Dadurch kann bei 48-Volt-Speisung ein Wandlungsschritt entfallen, denn bisherige Mainboards arbeiten mit höchstens 12 Volt.
Ein Stamp liefert bis zu 100 Ampere, also bei 1 Volt 100 Watt. Sind höhere Leistungen oder stärkere Ströme nötig, lässt sich ein Main-Stamp mit bis zu fünf Satellite-Stamps kombinieren, das reicht für 600 Ampere. Die Technik zielt auf ARM-Serverchips, den IBM Power9 und künftige AMD-Epyc- und Intel-Xeon-Versionen. Auch das RAM können Power Stamps speisen: Sechzehn DDR4- oder auch 3D-XPoint-DIMMs mit 1,2 Volt konsumieren in der Spitze über 100 Ampere. Die Sekundärspannung ist galvanisch von der Speisespannung getrennt.
Die Kommunikation der Stamps untereinander erfolgt per Power Management Bus (PMBus), ein Standard des System Management Interface Forum (SMIF). Der Prozessor wiederum teilt dem Main-Stamp seine Spannungswünsche entweder per Adaptive Voltage Scaling Bus (AVSBus) mit oder mit Intels Serial-Voltage-Identification-(SVID-)Protokoll. Vorteil der Standardisierung: Der Entwicklungsaufwand für Spannungswandlermodule (Voltage Regulator Modules, VRMs) sinkt und die Konkurrenz mehrerer Hersteller verspricht günstige Preise. (ciw@ct.de)