c't 10/2018
S. 23
News
Internet-Gesundheit, Chrome 66, WebAuthn

Mozilla veröffentlicht Report zur Internet-Gesundheit

Insbesondere die drei Supermächte USA, Russland und China schützen die Netzneutralität nicht. Bild: Statusbericht zur Internetgesundheit v.1.0 2018. CC BY 4.0 (Link: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de)

Ist das Internet sicher? Wie offen ist es? Wer ist willkommen? Wer kann erfolgreich sein? Und: Wer kontrolliert es? Diesen fünf zentralen Fragen geht die Mozilla-Stiftung in ihrem Report „Statusbericht zur Internetgesundheit 2018“ nach.

In vielen Texten und Statistiken beleuchtet der Report, was falsch läuft: Internetsperren, unsichere Passwörter, fehlende Netzneutralität oder die Dominanz der Social-Media-Konzerne Facebook, Tencent und Google. Dazwischen gibt es auch erfreuliche Entwicklungen: So stieg der Anteil verschlüsselter Webseitenaufrufe innerhalb eines Jahres von 50 auf fast 70 Prozent, und die Zahl der Menschen weltweit mit Zugriff aufs Internet wächst stetig. Der Report steht kostenlos zum Herunterladen bereit. (jo@ct.de)

Chrome 66: Autoplay-Blocker, Symantec-Boykott, Passwort-Export

Google hat Version 66 seines Browsers Chrome ausgeliefert. Sie blockiert automatisch startende Videos mit Ton. Videos ohne Ton spielt Chrome weiterhin ab. Praktisch: Gespeicherte Passwörter lassen sich nun im Klartext als .csv-Datei exportieren.

Wie angekündigt akzeptiert Chrome 66 keine Symantec-Zertifikate mehr, die vor dem 1. Juni 2016 ausgestellt wurden – eine Reaktion darauf, dass Google Symantec mehrfach dabei erwischt hatte, unberechtigterweise Zertifikate auf google.com ausgestellt zu haben. Als Vorbereitung für ein größeres Update startet Chrome einen kleinen Probelauf für die Sicherheitsfunktion „Site Isolation“. Sie soll die durch Spectre entstandenen Risiken senken. Bei den Entwickler-Werkzeugen zeigt der eingebaute Editor Code samt Einrückungen und Zeilenumbrüchen an, was die Lesbarkeit enorm verbessert. (jo@ct.de)

WebAuthn: Breite Unterstützung für Login-Standard

Der kommende Web-Authentication-Standard – kurz: WebAuthn – soll die Eingabe von Passwörtern überflüssig machen. Nutzer können sich bei Online-Diensten einfach mit ihrem (USB-)Token, Fingerabdruck oder einem anderen biometrischen Verfahren einloggen. Die großen Browser-Hersteller Google, Mozilla und Microsoft haben nun bekannt gegeben, dass sie den Standard unterstützen und in ihre Browser einbauen wollen.

WebAuthn soll Nutzer besser vor den mit Passwörtern verbundenen Risiken schützen, also etwa Phishing oder Man-in-the-middle-Angriffen. Der Standard definiert ein Web-API für Browser und Web-Plattformen. Dessen Spezifikationen stehen auf den Servern des W3C bereit. (jo@ct.de)