c't 10/2018
S. 60
Kurztest
PDF-Bearbeitung und -Erzeugung

PDF-Nützling

PDF-XChange Editor bearbeitet PDFs und exportiert Inhalte. Ähnlich wie bei Adobe und Foxit gibt es eine kostenlose Basisversion; die Kauflizenzen schalten zusätzliche Funktionen frei. Diese kosten deutlich weniger als die der Konkurrenz.

Aufmacherbild

Bereits die freie Version ist üppig ausgestattet, zahlreiche praktische Details erleichtern das Lesen und Überprüfen von PDF-Dokumenten. Mit dem umfangreichen, leicht bedienbaren Sortiment an Kommentarwerkzeugen und Navigationshilfen lassen sich Korrektur-Workflows zügig abwickeln.

PDF-XChange findet Rechtschreibfehler und korrigiert sie auf Wunsch. Eine vorbildlich umgesetzte Stichwortsuche markiert Textstellen im Dokument und zeigt sämtliche Treffer in einer Leiste mitsamt Kontext an. Die Suche lässt sich auf geöffnete Dokumente oder ein Verzeichnis ausdehnen. Dabei berücksichtigt die Software die deutsche Silbentrennung, erkannte im Test aber nicht jedes Wort und jede grammatikalische Form. Dasselbe gilt für die Rechtschreibprüfung sowie die OCR, die gescannte oder abfotografierte Dokumente lesbar macht.

Ebenfalls praktisch: Das Lupenwerkzeug vergrößert per Mouseover einen Ausschnitt des Dokuments und blendet ihn im separaten Fenster ein. Diverse Layout-Optionen präsentieren Seiten so, dass sie der gedruckten Form in Büchern und Zeitschriften entsprechen: Das Doppelseiten-Layout etwa kann sich an der Nummerierung orientieren (gerade Seitenzahl immer links) oder die erste Seite als alleinstehendes Titelblatt behandeln.

Statische Dokumente lassen sich nachträglich über manuell hinzugefügte Lesezeichen und interne Verweise strukturieren. Auf Wunsch platziert PDF-XChange einen 2D-Barcode, der Kontaktinformationen oder kurze Texte bequem an Smartphones überträgt. Einzelne Seiten kann man drehen und extrahieren.

Wer Text und Bilder ändern oder Dokumente umstrukturieren möchte, muss die Bearbeitungswerkzeuge dafür für 36 Euro freischalten: Sie ergänzen, verschieben und ersetzen Seiten und orientieren sich an Textmerkmalen, um ein Dokument automatisch aufzuteilen oder ein Inhaltsverzeichnis zu erstellen. Den Export in Office-Formate beherrscht die Software ebenfalls. Eine solche Rückkonvertierung ist aber eher als Notlösung zu sehen, zumal PDF-XChange verglichen mit Abbyy FineReader oder Acrobat auch nicht zu den besten dieser Disziplin gehört. Die 45 Euro teure Plus-Version enthält zusätzlich einen Editor für interaktive PDF-Formulare und erzeugt dynamische Stempel, etwa auf Grundlage des Datums.

Der kostenlose PDF-XChange Editor sieht zwar nicht so schick aus wie Foxit oder Acrobat Reader, ist aber praktischer und umfangreicher. Die kostenpflichtigen Lizenzen erleichtern den Büroalltag, ohne das Budget zu strapazieren. (atr@ct.de)

Tabelle
Tabelle: PDF-XChange Editor 7