c't 11/2018
S. 182
Spielekritik
Echtzeitstrategie
Aufmacherbild

Lobotomy Corporation

(Project Moon, USK nicht bewertet, ca. 23 )

Warum Fabriken oder Fußball-Clubs leiten, wenn man auch Monster managen kann? Mit seinem düsteren Erstling im heiteren Comic-Look schaffen die Koreaner von Project Moon eine abwechslungsreiche und fordernde Variante eines Managementspiels. Wahnsinn inbegriffen.

Als Jungmanager der Lobotomy Corp. muss man das Tagesgeschäft der dubiosen Firma führen: gefangene Ungeheuer erforschen. Im Querschnitt sieht man die Bunkeranlage, in der immer neue Zellen mit „Abnormalitäten“ auftauchen. Per Maus und WASD schickt man Angestellte in die Zellen, wo sie eine von vier Verhörtaktiken anwenden: Instinct, Insight, Attachment oder Repression. Die Verhörten reagieren sehr unterschiedlich auf die Taktiken, die nach Beginn nicht mehr geändert oder abgebrochen werden können. Eine falsche Wahl lässt das Ungeheuer wahnsinnig werden und per Amoklauf die gesamte Belegschaft massakrieren. Erfolgreiche Forschung übersetzt sich in Energie, die man in neues Personal, Ausrüstung und spezielle Informationen investiert, um die Wesen besser zu bändigen.

Von Beginn an hat das komplexe Spiel ein forderndes Niveau; fast in jeder Runde muss man tote Mitarbeiter ersetzen. Leider schafft selbst das lange Tutorial nur begrenzt Klarheit, was auch am fehlerhaften Englisch liegt. Hat man sich aber ins System gefuchst, bietet Lobotomy Corporation ein ungewöhnliches Echtzeit-Strategiespiel mit einzigartigem Stil und außergewöhnlichen Monstern, das durch große Spieltiefe hervorsticht. (Stephan Greitemeier/hag@ct.de)

origineller Grafikstil

außergewöhnliche Einfälle

frustriert Einsteiger