The Swords of Ditto
(Devolver Digital, USK 6, 16 bis 20 €)
Dieses putzige Action-Adventure wandelt auf den Spuren von Zelda und schickt ein oder zwei Spieler kooperativ durch die Jahrhunderte, um den Superbösewicht Mormo zu erledigen.
Alle hundert Jahre taucht Mormo auf und terrorisiert eine idyllische Landschaft. Der Spieler hat pro Runde sechs im Spiel ablaufende Tage Zeit, das Monster zu erledigen. Dazu kann er jederzeit einen zweiten Spieler an seinem Rechner oder seiner Konsole zur Hilfe holen. Für ihre Heldentat haben sie wie in Roguelikes üblich nur einen Versuch. Sterben sie unterwegs – was zum ersten Mal bereits am Ende des Tutorials passiert – können sie erst hundert Jahre später mit neuen Helden losziehen.
Hersteller Onebitbeyond liefert eine entzückende Hommage an die alte Zelda-Reihe ab. Hier wie dort mäht der Held mit seinem Schwert Grasbüschel um, sammelt Goldmünzen ein und trägt tickende Bomben über seinem Kopf zum Ziel. Die Zeichentrick-Welt wird prozedural generiert, sodass die Landschaften und Dungeons in jedem Jahrhundert mit einem neuen Helden etwas anders aussehen. Man erkundet malerische Strände, dichte Wälder, Ruinen und zig Dungeons, in denen vertrackte Fallen-und-Schalter-Rätsel verborgen sind.
Das reichhaltige Bestiarium bringt Abwechslung ins Spiel, denn die Auswirkungen von Schwerthieben und Giftwolken können sich beispielsweise umdrehen: In der einen Höhle töten sie die Gegner, in einer anderen heilen sie sie plötzlich. Das sorgt für taktische Herausforderungen in den ansonsten gleichförmigen Kämpfen.
Per Teleportal beamt man sich nach harten Schlachten zurück ins Dorf, um seine Vorräte aufzufüllen und die nächste Route durch die offene Spielwelt zu planen. Im Laufe der Jahrhunderte wandert man so vom Mittelalter in die Zukunft und geht schließlich mit Laser-Pistolen auf Mormo und seine Spießgesellen los. Wer eine echte Herausforderung sucht, startet den Co-op-Modus auf hoher Schwierigkeitsstufe.
Die PS4-Version lief im Test makellos. Die Windows- und Mac-Fassungen wurden jedoch von Bugs geplagt und stürzten öfters ab. Dank der putzigen Grafik und der mit Augenzwinkern erzählten Geschichte unterhält Swords of Ditto ein bis zwei Spieler rund zehn Stunden und ist zumindest auf der PS4 ein charmanter Zelda-Ersatz. (Peter Kusenberg/hag@ct.de)
⇧ charmante Koop-Kämpfe
⇧ witzige Spielwelt
⇩ Bugs und Abstürze der PC-Fassungen