Stromnetz-Surfer
Magic 2 soll die Powerline-Datenrate verdoppeln
Devolo renoviert sein Adapterangebot für Datenübertragung über die Stromleitung mit gleich zwei neuen Serien, von denen eine die Bruttodatenrate auf 2400 MBit/s hochtreibt. Doch das ist nicht der Hauptvorteil.
Powerline-Adapter reizen viele Heimvernetzer, weil sie den Einsatz des Schlagbohrers vermeiden: Statt Wände für LAN-Kabel zu löchern, setzt man Adapter in Steckdosen. So kommt das Internet zwar leichter ans andere Ende der Wohnung, aber dafür zahlt man mit höheren Stromkosten und eventuell gestörtem Kurzwellenrundfunk, denn die Powerline-Technik überträgt Daten per Hochfrequenz übers Stromkabel. Unerwünschte Abstrahlungen lassen sich zwar minimieren, vor allem in den Amateurfunkbändern, aber nie ganz vermeiden.
Aktuell sind Adapter, die mit maximal 1200 MBit/s brutto auf der Stromleitung Daten transportieren. Davon kommen im Bestfall – bei guter Verbindung übers heimische Stromnetz – auf Anwendungsebene etwas über 200 MBit/s an, meist ist es aber weniger, oft deutlich.
Mit den Magic-2-Adaptern will Devolo nun die Datenrate auf der Stromleitung verdoppeln: Die Geräte werden mit einer maximalen Bruttorate von 2400 MBit/s beworben. Die etablierte dLAN-1200-Technik bekommt die nominell gleich schnelle Magic-1-Serie zur Seite gestellt. Wir haben die drei Adaptertypen in einer Wohnung über 10 Steckdosenkombinationen sowie an einer Testleitung über 4 Distanzen gegeneinander probegefahren.
Bei den Magic-Serien hat sich Devolo von der bisher genutzten HomePlug-Technik abgewandt. Man setzt nun auf die G.hn-Übertragungstechnik mit Modemchips von Maxlinear. Deshalb kommunizieren die Magic-Adapter auch nicht mit ihren dLAN-Geschwistern.
Die Magic-1-Adapter stellten bei uns gegenüber den ausgereiften dLAN-1200-Brüdern durchsatzmäßig einen Rückschritt dar: Zwar verbrauchen sie etwas weniger Energie, lieferten aber im Mittel auch ein Viertel weniger Datenrate. Je nach Steckdosenkombi streute der Verlust zwischen 13 und 63 Prozent, nur bei einer Kombi lagen die Techniken gleichauf.
Magic 2 hingegen übertrumpfte dLAN 1200 in der Wohnung: Zwar war der Nutzdurchsatz bei sehr guter Verbindung minimal niedriger (–4 %). Aber dafür gewann Magic 2 sonst etwas bis deutlich hinzu (+21 bis +120 %), vor allem bei mageren Verbindungen (+71 % über die 5 schlechtesten Steckdosenkombis).
Seine höhere Bruttodatenrate konnte Magic 2 indes nur bei exzellenter Verbindung ausspielen: Mit einem TCP-Stream kamen an der Testleitung über 0 Meter 243 MBit/s zustande, ein gutes Stück weniger als beim dLAN-1200-Adapterpaar (364 MBit/s). Mit 6 parallelen Übertragungen transportierte Magic 2 dann aber 642 MBit/s, immerhin 64 Prozent mehr als dLAN 1200 (392 MBit/s).
Magic 1 und 2 sprechen auch miteinander, aber bei uns funktionierte diese Mischung in der Wohnung im Mittel um ein Drittel schlechter als das dLAN-1200-Pärchen.
Fazit
Wer noch keine Powerline-Adapter hat, muss für sich entscheiden, ob es günstig (dLAN 1200) oder für schlechte Verbindungen optimiert sein soll (Magic 2). Mit der aktuellen Firmware stellte Magic 1 bei uns durchsatzmäßig keinen Fortschritt dar. Einen zwingenden Grund, eine dLAN-Installation zu ersetzen, gibt es zurzeit jedenfalls nicht. (ea@ct.de)