c't 25/2018
S. 54
Test
Ultrabreit-Display
Aufmacherbild

Querlesegerät

Platz für fünf DIN-A4-Seiten: Dells 49-Zoll-Display U4919DW

Dells überbreites Office-Display stellt die Anzeigefläche zweier hochauflösender Displays bereit. An ihm kann man mit einem Tastatur-Maus-Set zwei Rechner steuern.

Das 32:9-Panel des Dell U4919DW zeigt 5120 × 1440 Pixel bei einer Pixeldichte von 108,5 dpi. Der überbreite Monitor entspricht damit zwei nebeneinanderstehenden 27-Zoll-Displays mit 2560 × 1440 Pixeln – nur ohne störende Naht. Er bietet Platz für fünf DIN-A4-Seiten in voller Größe oder lange Zeitleisten bei Audio- oder Videoschnitt. Mit der Dell-Software Display Manager unterteilt man die Fläche in Abschnitte, an die sich Programmfenster anheften lassen. Außerdem kann man mit dem Tool andere Einstellungen wie Helligkeit, Kontrast und Bildmodus verändern.

Das IPS-Panel deckt den sRGB-Farbraum so gut wie vollständig ab, nur sein Rot fällt im Standard-Preset orangelastig aus. Der Bildmodus ComfortView reduziert den Blauanteil, was zu einem Gelbstich führt, Movie geht in die andere Richtung und unterkühlt das Bild. Zusätzlich lässt sich die Farbtemperatur in sechs Schritten von 5000K bis 10.000K anpassen. Der mittlere Kontrast erreichte beim Testgerät 1025:1.

Durch die sanfte Krümmung (3800R) variiert der Betrachtungsabstand zu den Rändern nicht so stark wie bei planen Monitoren. Bewegt man sich vor dem Monitor, dunkeln die Farben an den Rändern dennoch schneller ab als in der Displaymitte. Mit Werkseinstellungen leuchtet das Panel an den Seiten fast ein Drittel dunkler als in der Bildmitte, mit eingeschalteter Uniformity-Funktion halbiert sich die Abweichung auf knapp 13 Prozent. Allerdings ist die maximale Helligkeit dann auf 180 cd/m2 begrenzt.

Bildsignale nimmt der Dell U4919DW über einen DisplayPort, zwei HDMI-Anschlüsse und eine USB-C-Buchse an. Letztere spricht ebenfalls DisplayPort, versorgt bei Bedarf zusätzlich ein angeschlossenes Notebook über dasselbe Kabel per USB Power Delivery mit bis zu 90 Watt und überträgt USB-Signale – in diesem Kombi-Modus dann allerdings nur mit USB-2.0-Geschwindigkeit. Für die volle Auflösung bei 60 Hz muss die Gegenstelle mindestens DisplayPort 1.2 oder HDMI 2.0 beherrschen, sonst ruckelt der Mauszeiger bei 30 Hz über den Desktop. Bei integrierter Grafik sollte man im Vorfeld prüfen, ob die GPU die volle Auflösung beherrscht.

Die drei Anschlüsse des USB-3.0-Hubs lassen sich den Display-Eingängen zuordnen. Dann arbeitet das Display als KVM-Switch und man kann zwei Rechner mit einem Satz Eingabegeräte bedienen. Das geht sowohl im Wechsel von einem Signaleingang auf den anderen, als auch im Picture-by-Picture-Modus, der das Bild zweier Quellen nebeneinander anzeigt. Wer häufig umschaltet, legt sich den Kurzbefehl auf eine der Bedientasten am Display. Achtung: Beim Umschalten werden angesteckte USB-Laufwerke hart ausgeworfen. Lautsprecher oder Kopfhöreranschluss hat das Display nicht.

Für schnelle Spiele wie Shooter schalten die Pixel des U4919DW zu lahm, und auch wenn die strategische Karte eines Rundenstrategiespiels wie Civilization VI in der Größe viel hermacht, verwischen die Details, wenn man die Karte verschiebt. Wer in dieser Breite spielen will, sollte sich Samsungs deutlich flinkeren Gaming-Monitor C49HG90 anschauen (siehe c’t 1/2018, S. 46), der zwar mit geringerer Auflösung, aber größerem Farbraum antritt.

Fazit

Tabelle
Tabelle: Dell UltraSharp U4919DW

Für Gamer mag Dells Ultrabreitschirm nichts sein. Doch wer für Videoschnitt oder mehrere parallele Office-Anwendungen viel Platz braucht oder nahtlosen Ersatz für zwei hochauflösende 27-Zöller sucht, sollte sich Dells U4919DW einmal ansehen. (bkr@ct.de)