c't 25/2018
S. 50
Kurztest
Ryzen-Mainboard

Ryzebrett

Das X470 Aorus Ultra Gaming zählt zu den preiswerteren Ryzen-Mainboards mit X470-Chipsatz und ist trotz umfangreicher Ausstattung sparsamer als die Konkurrenz.

Aufmacherbild

Das Mainboard X470 Aorus Ultra Gaming bringt alle wichtigen modernen Schnittstellen mit und nimmt Ryzen-Prozessoren der ersten und zweiten Generation mit der Fassung AM4 auf. Es taugt zum Beispiel für den Bau von Gaming-PCs mit leistungsfähiger Grafikkarte. Für Kombi-Prozessoren der Ryzen-G-Serie mit Vega-Grafik eignet es sich weniger, weil es lediglich mit einem HDMI-Monitoranschluss ausgestattet ist.

Das Board mit dem High-End-Chipsatz X470 nimmt bis zu drei Grafikkarten, vier DDR4-DIMMs für bis zu 128 GByte Arbeitsspeicher sowie zwei M.2-SSDs auf. Extern haben moderne USB-3.1-Gen-2-Geräte per Typ-A- und Typ-C-Buchse Anschluss. Die beiden Ports hängen am SuperSpeedPlus-Controller ASM1143 von Asmedia und liefern lesend 922 MByte/s und schreibend 810 MByte/s. Das bremst das Tempo superschneller, externer SSDs von bis zu 1,1 GByte/s etwas aus, reicht aber für Festplatten mehr als aus. Transfers über den internen Typ-C-Frontanschluss laufen etwas schneller mit bis zu 1060 MByte/s. Diesen USB-Port stellt der X470-Chipsatz bereit.

Gigabyte lötet auf das X470 Aorus Ultra Gaming den Audio-Chip Realtek ALC1220 mit hochwertiger Audioschaltung auf. Der Hersteller verspricht ein Signal-/Rauschverhältnis von 114 Dezibel, gemessen haben wir sogar 123 dB.

Für die Tests haben wir das Board mit dem Achtkerner Ryzen 7 2700X, 16 GByte DDR4-2933 und einer GeForce GT 1030 bestückt. Unter Volllast schluckte das Testsystem an der Steckdose 206 Watt. Die Package Power der CPU betrug dabei 135 Watt – 30 Watt mehr, als die Thermal Design Power (TDP) zulässt. Nachdem wir im BIOS-Setup unter „Peripherals / AMD CBS /NBIO Common Options“ die Option „cTDP Control“ aktiviert hatten, konnten wir dort unter „cTDP“ den korrekten Wert des Ryzen 7 2700X von 105 Watt einstellen. Mit dieser Vorgabe überschreitet die Package Power nicht mehr die TDP. Die Performance im Rendering-Benchmark Cinebench R15 reduzierte sich dabei geringfügig um 5 Prozent von 1793 auf 1712 Punkte.

Bei ruhendem Windows-Desktop kommt das X470 Aorus Ultra Gaming mit 30 Watt aus. Zum Vergleich: Andere X470-Mainboards aus dem Board-Test in c’t 15/2018 benötigten um die 35 Watt. Unter Ubuntu 18.10 funktionierte Suspend-to-RAM nicht mit dem Open-Source-Grafiktreiber nouveau, sondern erst nach der Installation des proprietären Nvidia-Treibers. Das X470 Aorus Ultra Gaming kostet mit 140 Euro rund 30 Euro weniger als vergleichbar ausgestattete X470-Mainboards. (chh@ct.de)

Tabelle
Tabelle: X470 Aorus Ultra Gaming