WLAN-System-Neuling
Mesh-Set Huawei WiFi Q2 für bessere WLAN-Abdeckung
Mit drei Basen soll das Mesh-Set Huawei WiFi Q2 größere Wohnungen und Häuser lückenlos mit WLAN versorgen. Dabei kommunizieren die Nodes untereinander über bis zu drei Wege, damit das Weiterleiten möglichst flott klappt.
Mesh-Systeme erleichtern das Errichten eines verteilten WLANs mit mehreren Basen, weil man sie zentral konfigurieren kann und beispielsweise beim Passwort-Erneuern nicht Router und Repeater einzeln anfassen muss. Zudem können sie Clients beim Wechsel der Funkzelle (Roaming) besser unterstützen, sodass Aussetzer bei Skype-Telefonaten oder Audiostreaming seltener werden. Zu den Anbietern solcher Systeme gesellt sich jetzt Huawei, sonst eher von Firmen-Netzwerktechnik, Mobilroutern und Smartphones bekannt.
Für die Client-Anbindung bietet das Mesh-WLAN-System WiFi Q2 gewohnte Kost (2-Stream-MIMO in beiden WLAN-Bändern gleichzeitig, siehe Tabelle). Zum Verknüpfen der Basen untereinander sind indes gleich drei Optionen vorhanden: Erstens kann der Backbone übers 5-GHz-WLAN laufen, zweitens über eine Powerline-Verbindung, drittens übers Ethernet-Kabel. Die Geräte wählen automatisch den aktuell besten Weg.
Die Powerline-Adapter nach dem G.hn-Standard sind integriert, weswegen es kein externes und oft lästiges Steckernetzteil gibt. Sie sollen bis zu 1000 MBit/s brutto schaffen. Die Statusanzeige im Root-Node – der als Erster eingerichtete mit der Internetverbindung – meldete bei uns im Bestfall knapp über 200 MBit/s.
Dennoch kann dieser Weg flotter sein als der über den 5-GHz-Backbone: Der 5-GHz-Durchsatz gegen ein Acer-Notebook (V3-372, WLAN-Chip QCA6174) über 26 Meter durch Wände und einen Repeater-Node hinweg verdreifachte sich fast (130 statt 46 MBit/s), als wir für eine gute Powerline-Verbindung sorgten. Mit einer LAN-Verbindung zwischen Root-Node und Repeater waren sogar 157 MBit/s drin, auch der 2,4-GHz-Durchsatz verbesserte sich dann (120 statt 86 MBit/s).
Das Einrichten des Systems klappt über eine für Android und iOS erhältliche App oder per Browser am Root-Node. Der arbeitete mit der zum Testzeitpunkt aktuellen Firmware 8.0.0.6 immer als NAT-Router, einen AP-Modus gab es nicht. Man kommt also um das manchmal lästige Double-NAT nicht herum, falls sich der alte Router nicht ersetzen lässt.
Der Root-Node versteht DHCP und PPPoE für den Internetzugang, aber nicht das bei Telekom-VDSL nötige VLAN-Tagging. Immerhin geht er an eine Fritzbox gekoppelt mit IPv6 korrekt um (akzeptiert Präfix-Delegation fürs eigene Netz) und reicht auch Multicast-IPTV (Telekom Entertain) korrekt in sein (W)LAN weiter – aber erst, nachdem man beides selbst aktiviert hat.
Das Mesh-System bietet wie üblich auch ein Gast-WLAN an, aktiviert dieses aber seltsamerweise nur am Root-Node und nur im 2,4-GHz-Band. Weder wird das Gastnetz übers Mesh weiterverteilt noch gibt es darin IPv6 und Multicast-IPTV.
Die WLAN-Performance war für ein solches System typisch, aber nicht herausragend. Schnelle Internetanschlüsse kann man weitgehend ausreizen. Dabei war die Leistungsaufnahme des Systems einigermaßen niedrig.
Fazit
Mit unter 300 Euro agiert Huawei bei seinem WiFi-Q2-Set als Preisbrecher; üblicherweise kosten solche Sets deutlich mehr, erst recht angesichts des integrierten Powerline-Backbones. Die Performance des Q2-Sets war angemessen, Internet „einfach überall“ bekommt man bei erträglichen (Strom-)Kosten. Doch bei den Details gibt es noch das eine oder andere zu verbessern. (ea@ct.de)