Kabellose Ohrhörer von Huawei, Jabra, Optoma und Sony im Vergleich
Die kleinen Bluetooth-Ohrhörer sind immer dabei, egal ob man beim Spazierengehen ein Hörbuch hört, sich auf Reisen sein Lieblingsalbum anhört oder im Büro einfach kurz seine Ruhe braucht. Nicht mal eine Kabelverbindung zwischen linkem und rechtem Stöpsel brauchen moderne Bluetooth-Ohrhörer.
Von Hannes A. Czerulla
Den Kopf drehen, ohne am Schal hängen zu bleiben, das Smartphone in der Jacke verstauen, ohne das Kabel durch die Klamottenschichten verlegen zu müssen, Musik einfach hören, ohne Kabel zu entknoten. Die wohl bekanntesten völlig kabellosen Ohrhörer sind die Apple AirPods, doch sie waren weder die ersten noch sind sie die einzigen ihrer Gattung.
Vier aktuelle kabellose Ohrhörer treten gegeneinander an: Die Huawei FreeBuds haben eine längliche Form und kompakte Hülle. Die Jabra Elite Active 65t sind auf die Verwendung beim Sport getrimmt. Die Optoma NuForce BE Force8 unterstützen besonders viele Übertragungs-Codecs. Die Sony Xperia Ear Duo setzen sich mit ihrer gänzlich anderen Bauform von den Modellen der Konkurrenz ab.
Grob kann man Ohrhörer in zwei Kategorien einteilen: Earbuds und In-Ear-Kopfhörer. Erstere liegen nur in der Ohrmuschel und schließen den Hörkanal nicht vollständig ab, im Test sind das die Sony Xperia Ear Duo. In-Ear-Kopfhörer hingegen sitzen ähnlich wie Ohropax zum Lärmschutz im Ohrkanal. Normalerweise sind sie mit Ohrstöpseln aus Silikon ausgestattet, die austauschbar sind – beispielsweise zur Reinigung. Sie liegen den meisten Ohrhörern in drei Größen bei.
Mit wenigen Ausnahmen liegen die In-Ear-Ohrhörer klanglich vor den Earbuds. Der Tieftonbereich wird besser bedient und der Klang ist präsenter. Außerdem werden Außengeräusche zu einem Großteil blockiert. In den meisten Fällen ist das von Vorteil, beim Sport im öffentlichen Raum oder im Straßenverkehr allerdings gefährlich. Bei der Entscheidung In-Ear oder Earbuds geht es also vor allem darum, ob man alle Außengeräusche in vollem Umfang mitbekommen möchte, oder es reicht, alles gedämpft wahrzunehmen und dafür von besserem Klang und etwas Ruhe zu profitieren.
Sich einen In-Ear-Stöpsel ins Ohr zu stecken, mag sich anfangs befremdlich anfühlen, man gewöhnt sich aber sehr schnell daran und profitiert von einem sicheren Sitz.
Lade-Etuis
Alle Modelle kommen zusammen mit einer Art Schatulle, die sowohl als stationäres als auch als mobiles Ladegerät dienen. Die Etuis von Sony und Huawei haben bereits den modernen USB-Anschluss Typ-C, bei Optoma und Jabra muss man sich noch mit dem langsam veraltenden Micro-USB zufrieden geben. Kabel gehören zum Lieferumfang, Netzteile nicht. In den meisten Fällen dürfte das kein Problem darstellen und für weniger Elektronikschrott sorgen, denn jeder Haushalt mit Smartphone dürfte bereits ein paar USB-Netzteile haben.
Die winzigen Akkus in den Ohrhörern halten gute 3 bis 5 Stunden durch. Für einen Transatlantikflug ist das zwar zu kurz, für die meisten Zugfahrten, den Weg zur Arbeit oder einen Film reicht das aber. Anschließend laden die Akkus der Schatullen die Ohrhörer etwa zweieinhalb mal auf. Da man die Hörer sowieso darin unterbringt, sobald man sie aus den Ohren nimmt, waren die Geräte in unserem Alltagstest fast immer geladen, wenn wir sie benötigten.
Assistenten
Einige Hersteller werben mit den Sprachassistenten Amazon Alexa, Google Assistant oder Apple Siri. Die Assistenten mit einem Knopfdruck anzusprechen ist bei allen Ohrhörern möglich. Die Geräte machen nicht mehr, als den angeschlossenen Smartphones ein Signal zu geben und die Sprachbefehle weiterzuleiten. Die eigentliche Arbeit übernimmt weiterhin das Smartphone beziehungsweise die Cloud. Mithilfe der eigenen App verknüpft Sony seine Ohrhörer etwas enger mit dem Google Assistant und bietet morgens beispielsweise eine automatische Nachrichtenübersicht.
Auch ein Mikrofon zum Telefonieren haben alle hier getesteten Geräte. Je nach Pegel der Umgebungsgeräusche kann man die Ohrhörer mehr oder weniger gut als Headset nutzen. Wenn es wirklich laut ist, muss man aber dennoch das Telefon ans Ohr nehmen.
Fazit
Die kabellose Freiheit bringen alle Geräte im Test. Unterbrechungen oder Synchronisationsprobleme gehören offensichtlich der Vergangenheit an.
Als Preis/Leistungstipp gehen die Huawei FreeBuds aus dem Test hervor. Sie kosten nur gute 100 Euro und bieten angenehmen Klang und guten Sitz, ohne Extras oder besonderen Komfort. Die Idee hinter den Sony Xperia Ear Duo als Alltagsbegleiter ist zwar pfiffig, doch ist der Preis für den miesen Klang und den mäßigen Tragekomfort zu hoch. Die Optoma NuForce BE 8 zeigten zwar ein akzeptables Gesamtbild, konnten die Konkurrenten aber in keinem Punkt übertrumpfen.
Als „Immer-dabei-Kopfhörer“ haben uns die Jabra Elite Active 65t am besten gefallen. An ihrem Klang ist wenig auszusetzen, sie sitzen in den meisten Ohren sicher und bequem und sind hochwertig verarbeitet. Wer etwa 20 Euro sparen möchte und auf den Bewegungssensor verzichtet, kauft die ansonsten baugleichen Jabra Elite 65t. (hcz@ct.de)