c't 9/2018
S. 30
News
Linux

Minimalistisches Linux: Slax 9.4.0

Die superschlanke Linux-Distribution Slax läuft auch auf alten Rechnern.

Die kleine Linux-Distribution Slax stellt nur geringe Anforderungen an die eingesetzte Hardware: Nach dem Start des Live-Systems beansprucht es nur rund 125 MByte RAM. Will man einen Webbrowser nutzen, sollten aber mindestens 512 MByte Arbeitsspeicher vorhanden sein. Für den Betrieb auf älteren Rechnern steht neben einer 64-Bit-Fassung auch ein ISO-Image für 32-Bit-x86-Systeme zum Download bereit.

Die Liste der vorinstallierten Programme ist übersichtlich: Auf dem Desktop sind das die Terminalemulation Xterm, der Dateimanager PCManFM, der Texteditor Leafpad, die Prozessverwaltung LXTask und der Taschenrechner Qalculate. Als Webbrowser dient Chromium, die Netzwerkverbindungen verwaltet Wicd und ZIP-, TAR- und andere Dateien entpackt Xarchiver. Zum Anzeigen von Bildern ist das Konsolentool feh an Bord, Screenshots fertigt scrot. Die Desktop-Oberfläche stellt der Windowmanager Fluxbox; der Compositor Compton übernimmt Desktop-Effekte wie Schattenwurf und Transparenz. Mit Hilfe des Desktop-Menüs, das ein Rechtsklick auf den Desktop öffnet, lassen sich schnell die Bildschirmauflösung und das Tastaturlayout anpassen.

Ein Klick auf das Icon unten links öffnet ein Menü, das sich direkt auf den Desktop legt.

Als Paketbasis dient Debian Stable, in den umfangreichen Repositories stehen daher reichlich weitere Pakete zur Installation bereit. Die erledigt man mit apt auf der Kommandozeile; ein grafisches Frontend fehlt. Für die Installation einiger Programme sind allerdings „One-click-to-install“-Links angelegt. Auf diese Weise lassen sich schnell der VLC Mediaplayer und das Kryptowährungs-Wallet VoteCoin nachrüsten.

Eine Installation von Slax auf der Festplatte ist nicht vorgesehen. Wird beim Booten der persistente Modus ausgewählt, speichert Slax die vorgenommenen Änderungen – sofern es das Speichermedium zulässt. (lmd@ct.de)

Mesa 18.0 verbessert 3D-Treiber

Zu den Highlights des neuen Mesa 8.0 zählen Performance-Optimierungen für AMDs OpenGL- und Vulkan-Treiber. Der enthaltene AMD-Videotreiber unterstützt erstmals die Video-Encode-Einheit, die bei Ryzen-Prozessoren mit Grafikeinheit das Endcodieren von Videos übernehmen kann. Die Treiber für die Grafikarten der Radeon-HD-Serien 5900 und 6900 beherrschen jetzt Version 4.3 der OpenGL-Programmierschnittstelle.

Die beiliegenden 3D-Treiber für Intels moderne Prozessoren können nun auch den Grafikkern von Cannon-Lake-CPUs ansprechen, die das Unternehmen offenbar in den nächsten Monaten einführen will. Neu, aber standardmäßig vorerst inaktiv ist der On-Disk-Shader-Cache in Intels OpenGL-Treiber, der den Spielfluss verbessern kann, indem er wiederholtes Kompilieren von Shadern vermeidet.

Da Linux-Distributionen die Grafikbibliothek Mesa und ihre 3D-Treiber standardmäßig einrichten, werden diese und weitere Neuerungen die Spieltauglichkeit und Hardware-Kompatibilität weiter verbessern. Fedora 28 und Ubuntu 18.04 LTS, die in den nächsten Wochen erscheinen, sollen die neue Mesa-Version bereits mitbringen. (thl@ct.de)