c't 9/2018
S. 23
News
Embedded Systems

Lebensverlängerung für ISA-Karten

Die Steckkarte IEI WSB-BT passt auf PICMG-1.0-Backplanes für alte ISA-Erweiterungskarten.

Noch immer stecken in manchen Industriecomputern Erweiterungskarten nach steinaltem ISA-Standard. Solche Karten mit Spezialfunktionen können schwer zu ersetzen sein. Das führt zu Problemen, wenn der Rechner ausfällt, in dem die ISA-Karte steckt – denn es gibt kaum noch Mainboards mit ISA-Slots.

Eine Alternative sind passive PICMG-1.0-Backplanes, auf denen der Computer-Teil ebenfalls als Steckkarte sitzt. Solche Backplanes sind relativ günstig erhältlich und ICP Deutschland kündigt für Juni eine passende Single-Board-Computer-(SBC-)Steckkarte mit halbwegs aktueller Intel-Technik an: Auf dem WSB-BT sitzen Bay-Trail-Chips, entweder der Celeron J1900 (vier Kerne) oder der Celeron N2807 (zwei Kerne). Mit einem SO-DIMM lassen sich bis zu 8 GByte DDR3L-Hauptspeicher aufstecken. Für Massenspeicher stehen zwei SATA-II-Ports bereit, alternativ ist eine mSATA-SSD oder CompactFlash anschließbar. Außer einem USB-3.0- und einigen USB-2.0-Ports gibt es einen Parallelport und 4 × RS-232 sowie zwei Gigabit-Ethernet-Chips. Der WSB-BT ist ab etwa 300 Euro erhältlich. (ciw@ct.de)

Superrechner-FPGA

Der Xilinx Everest vereint programmierbare Logik (FPGA) mit Hardware-Beschleunigern und Allzweck-Rechenwerken.

Nach vier Jahren Entwicklungszeit kündigt Xilinx mit der Adaptive Compute Acceleration Platform (ACAP) enorm leistungsfähige Chips an, die ein Mehrfaches aktueller FPGAs leisten sollen. Der erste „Everest“-Chip mit 50 Milliarden Transistoren aus der 7-Nanometer-Fertigung von TSMC soll 2019 erhältlich sein.

ACAP übertrumpft laut Xilinx nicht nur Allzweckprozessoren wie Intels Xeon, sondern auch Grafikkarten und Rechenbeschleuniger. Im Everest verknüpft ein Network-on-Chip (NoC) unterschiedliche Funktionseinheiten wie programmierbare Logik (FPGA) mit Hardware-programmierbaren DSPs sowie Beschleunigern für gängige Algorithmen. High Bandwidth Memory (HBM) sowie schnelle Analog-Digital- und SerDes-Wandler gehören zum Paket.

Der erst seit Januar amtierende Xilinx-CEO Victor Peng sieht ACAP als Teil einer neuen Ausrichtung seiner Firma: Datacenter First. Vor allem KI und Machine Learning sieht er als lukrative Einsatzbereiche der Xilinx-Chips. (ciw@ct.de)