c't 9/2018
S. 22
News
Internet

Firefox sperrt Facebook ein

Facebook Container isoliert Facebook in einem eigenen Tab – erkennbar an der blauen Markierung.

Mozilla will Firefox-Nutzern mehr Kontrolle darüber geben, wann Facebook Daten über sie sammelt. Dazu hat die Stiftung die kostenlose Erweiterung „Facebook Container“ für ihren Browser Firefox herausgebracht. Damit lässt sich das Netzwerk ganz normal nutzen und auch Facebook kann Nutzer wie bisher Werbung anzeigen. Allerdings isoliert der Container die Facebook-Identität des Nutzers vom Rest der Internetaktivitäten und macht es so dem Netzwerk deutlich schwieriger, die Aktivitäten auf anderen Webseiten auszuwerten.

Nach der Installation des Add-ons loggt Firefox den Nutzer zunächst bei Facebook aus und löscht die Facebook-Cookies. Der Browser öffnet Facebook nun ausschließlich in einem eigenen Container-Tab, das mit einem blauen Strich markiert ist. In diesem Spezial-Tab kann sich der Nutzer wieder bei Facebook einloggen und das Netzwerk ganz normal verwenden. Herkömmliche Seiten, die bei Facebook verlinkt sind, öffnet der Browser in normalen Tabs.

Klickt der Nutzer in einem Tab auf einen Teilen-Button, öffnet der Browser den Facebook-Container. Auf Webseiten eingebettete Like-Buttons und Facebook-Kommentare funktionieren allerdings nicht mehr in normalen Tabs, weil der Nutzer dort ja nicht mehr bei Facebook eingeloggt ist. (dbe@ct.de)

Grindr verrät HIV-Status

Die bei homo- und bisexuellen Männern beliebte Dating-App Grindr hat sensible Daten von Nutzerprofilen inklusive E-Mail-Adresse, GPS-Lokalisierung, HIV-Status und Angaben zum letzten Datum eines HIV-Tests an die beiden Datendienste Apptimize und Localytics weitergegeben. Die beiden Datendienste wurden von Grindr unter anderem zur Nutzeranalyse und Performance-Verbesserung der App genutzt. Zukünftig will Grindr diese Informationen nicht mehr mit Fremdunternehmen teilen. (jo@ct.de)

Google schaltet goo.gl ab

Google schaltet seinen URL-Verkürzer unter der URL goo.gl ab. Bestehende Anwender können noch bis zum 30.5. neue Kurz-Links mit dem Dienst einrichten. Google will Aufrufstatistiken noch bis zum 30.3.2019 vorhalten. Alle bestehenden Short-Links sollen auch in Zukunft das gewünschte Ziel erreichen.

Wer neue Kurz-Links generieren lassen will, kann dafür zukünftig die kostenlosen sogenannten Firebase Dynamic Links von Google verwenden (siehe ct.de/yyr6). Firebase Dynamic Links sollen Anwender an beliebige Stellen innerhalb von iOS-, Android- oder Web-Apps senden können. (jo@ct.de)

Milliarden vertraulicher Dokumente ungeschützt

Milliarden von internen Firmendokumenten sind ohne Zugriffsbeschränkungen im Netz von jedermann aufrufbar. Das geht aus einem Bericht der Sicherheitsfirma Digital Shadows hervor. Die Firma hatte gut 12 Petabyte solcher Daten im Netz aufgespürt – insgesamt knapp 1,5 Milliarden Dateien. (jo@ct.de)

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