c't 13/2021
S. 180
Test & Beratung
Buchkritik

Gründerhilfe

Start-up-Gründer sehen sich oft mit einem Dschungel ­juristischer Fallstricke konfrontiert und guter Rat ist sprichwörtlich teuer. Einen günstigen Ausweg bietet der Ratgeber aus der Reihe „für Dummies“.

Anders als der Titel der Buchreihe nahelegt, ist der Ratgeber zum Start-up-Recht an einen Leserkreis gerichtet, der gute Ideen für eine Unternehmensgründung hat und diese umsetzen will. Er richtet sich nicht speziell an kommende IT-Unternehmer, bietet ihnen aber eine gute Vorbereitung aufs eigene Geschäft, da er sich recht eingehend mit Materien des Schutzes von ­Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen, geistigem Eigentum, Marken-, Urheber- und ähnlichen Schutzrechten bis hin zum Wettbewerbsrecht befasst. Auf die Besonderheiten etwa von Computerprogrammen und Webseiten gehen die Autoren dabei besonders gründlich ein. Dass alle drei Autoren im Studiengang Digitaltechnik und Unternehmertum der Universität Passau lehren, merkt man dem Buch an.

All diese Gebiete behandelt das Buch aus zwei Perspektiven, die zwei Seiten derselben Medaille sind: Wie man die eigenen Rechte am besten schützt und im Gegenzug vermeidet, die Rechte anderer zu verletzen und sich dadurch Ärger einzuhandeln. Der Ratgeber ist in fünf Kapitel gegliedert, vier davon spiegeln den Lebenszyklus eines Unternehmens wider und sind nach den vier Jahreszeiten benannt. Im Frühling befasst sich der ange­hende Unternehmensgründer mit den Vorüberlegungen und Vorbereitungen, vor allem zum Schutz der eigenen Gründungsidee in diesem frühen Stadium. Im Sommer geht es an die Gründung selbst, die Wahl der richtigen Rechtsform, die Finanzierung, notwendige Anmeldungen und behördliche Genehmigungen bis hin zum Steuerrecht. Im Herbst steht der laufende Betrieb im Mittelpunkt; behandelt werden Arbeits- und Sozialversicherungsrecht, Datenschutz, der Umgang mit Kunden und Konkurrenz. Im Winter schließlich stellen die Autoren das mehr oder minder geordnete Ende eines Unternehmens etwa durch Verkauf, ­Abwicklung oder im schlimmsten Falle durch Insolvenz dar.

Das letzte Kapitel listet insgesamt 20 Fehler auf, die man bei der Unternehmensgründung tunlichst vermeiden sollte. Es ­rundet damit den ausgesprochen übersichtlichen Ratgeber ab, der bestimmt keine Fehlinvestition auf dem Weg ins Unternehmertum sein dürfte. Er verschafft Interessierten jedenfalls ­kompetent einen ersten Überblick. (Tim Gerber/tig@ct.de)

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