Gute Grundlage
Hard- und Software, Grafik und Multimedia, KI und Robotik – in all das führt Hattenhauers Lehrbuch ein. Python-Programmbeispiele sowie Anwendungen für Arduino und Raspberry Pi würzen den Lernstoff.
Jedes der 16 Kapitel des Buchs ist in sich abgeschlossen. So steht es dem Leser frei, wo er einsteigt, um sich zu Netzwerken, Datenbanken, Algorithmen, theoretischer Informatik oder „Datenschutz, Recht und Sicherheit“ zu informieren. Stets folgt auf eine kurze Einführung schon bald die erste Übung. Jeder Teilabschnitt endet mit Vorschlägen, das Gelernte zu vertiefen. Bei Programmierübungen zeigt häufig ein Struktogramm den Weg zur Lösung; fertige Musterprogramme zu allen Programmieraufgaben gibt es auf der Website des Verlags zum Download.
Die sorgfältig und umfangreich aktualisierte Neuauflage ist gegenüber ihrer Vorgängerin aus dem Jahr 2010 („Informatik für Schule und Ausbildung“) um rund 300 Seiten angewachsen. Sowohl zur Robotik als auch zu künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen enthält die neue Ausgabe ein zusätzliches Kapitel; das Kapitel zur theoretischen Informatik wurde um einen Abschnitt zu Quantencomputern ergänzt.
Die grafische Gestaltung des Buchs erleichtert die Orientierung. Wichtige Begriffe werden mit einem Glossareintrag eingeführt und blau unterlegte Kästen mit der Überschrift „Zum Weiterarbeiten“ enthalten Anregungen zur Vertiefung eines Themas sowie nützliche Webadressen dazu. Listen, etwa zu Betriebssystemversionen, Videocodecs oder Übertragungsraten präsentieren ihren Inhalt übersichtlich, Schemazeichnungen verdeutlichen komplexe Zusammenhänge. Lediglich die Qualität der großzügig eingestreuten Screenshots enttäuscht: Aufgrund der Schwarz-Weiß-Darstellung gehen viele Details verloren, in den Bildschirmfotos enthaltene Texte sind häufig nicht entzifferbar.
Bei einem so umfassenden Lehrbuch bleibt es nicht aus, dass man als Leser hier oder da ein persönliches Lieblingsthema vermisst. So ließe sich beim Kapitel zur Software anmerken, dass Office- und Mathematiksoftware breiten Raum einnehmen, während Webanwendungen und Mobil-Apps nicht erwähnt werden. Doch das sind höchstens kleine Kritikpunkte an einem insgesamt rundum gelungenen Rundgang durch viele relevante Gebiete der modernen Informatik. (Dorothee Wiegand/dwi@ct.de)