Schonkost
Mobilfunkvolumen für Linux, macOS, Windows, iOS und Android richtig begrenzen
Ein Internetausfall lässt sich oft per Mobilfunk überbrücken. Doch vor dem Umschalten auf den Mobilfunkweg sollten Datensauger auf Diät gesetzt werden.
Gemäß Murphys Law fällt früher oder später jeder Internetanschluss mal aus. Dann kann die Not groß sein, das Heimnetz umgehend über Mobilfunk wieder online zu bringen, um der Familie oder der WG aus der Patsche zu helfen. Wie man sich idealerweise gegen den Ausfall wappnet und dann ein komplettes Netz auf eine Ersatzleitung umlenkt, das beschreiben wir in den Beiträgen auf Seite 62 und 66.
Doch weil das teure und meist knappe Mobilfunkvolumen essenziellen Anwendungen wie der Heimarbeit und dem Homeschooling vorbehalten bleiben sollte, empfiehlt es sich, Datensauger vorübergehend anzuhalten. Dazu zählen System-Updates, Videostreams und Cloud-Synchronisierungen, aber je nach Betriebssystem auch viele weitere Anwendungen, auf die wir im Folgenden detailliert eingehen. Zuerst erklären wir die einfachsten Sparmaßnahmen.
Anschließend führen wir für Android und iOS gemeinsam auf, wie Sie unnötigen Internetverkehr vermeiden. Dann folgen die Anleitungen für macOS, Linux und Windows. Im letzten Teil finden Sie Handreichungen zum Blockieren von Internetdiensten über die DNS-Filter Pi-Hole und AdGuard Home. Damit lassen sich besonders Streamingdienste schnell und zentral für das gesamte Netz blockieren.
Gesunde Datendiät
Stellen Sie bei Videokonferenzen die niedrigste Bildqualität mit der geringsten Auflösung ein. Beispielsweise kann man im Videokonferenzprogramm Zoom zwei Stufen einstellen: normal und HD. Um „normal“ einzustellen, öffnen Sie in den Einstellungen von Zoom den Videobereich und deaktivieren Sie „HD“.
Viele Videokonferenzprogramme stellen die Auflösung selbstständig ein und nutzen grundsätzlich die höchstmögliche, die eine Leitung laut ihren internen Analysen durchstellen kann, sodass einem die Hände gebunden sind. Das ist beispielsweise bei Skype und Teams so.
Falls Sie in Ihrem Fundus eine externe Webcam haben, probieren Sie diese anstatt einer im Notebook eingebauten aus, denn gerade die älteren Modelle liefern nur geringe Videoauflösungen. Wenn das keine Option ist, dann hilft nur noch, sein eigenes Videobild abzuschalten und nur das Sprachsignal übertragen zu lassen. Wenn die Software keine Abschaltung des Videosignals ermöglicht, bleibt noch der Versuch, rein telefonisch an der Konferenz teilzunehmen. Diese einfachen Schritte sind auch dann nützlich, wenn man den Anschluss eines Nachbarn per WLAN nutzt.
Welche weiteren Anwendungen und Prozesse auf Smartphone, Tablet oder PC vorübergehend pausieren sollten, unterscheidet sich von Netz zu Netz. Um abschätzen zu können, wie eng Sie den Gürtel Ihrer Netzwerkgeräte schnallen müssen, melden Sie sich wenn noch möglich an Ihrem üblichen Internetrouter an und schlagen Sie dort in den Statistiken nach, wie viel Datenvolumen er im letzten Monat umgeschlagen hat. Auf den verbreiteten Fritzboxen finden Sie diese Angabe im Menü Internet/Online-Monitor/Online-Zähler.
Informieren Sie sich dann über den Verbrauchsstand des Mobilfunkdatenvolumens, damit Sie bei drohenden Engpässen rechtzeitig reagieren können. Die Mobilfunknetzbetreiber führen den Verbrauchsstand auf ihren Webseiten im Servicebereich auf sowie in den eigenen Android- und iOS-Apps wie MeinMagenta von der Telekom oder Mein O2 von Telefónica.
Erfassen Sie alle Anwendungen, die Sie während des Ausfalls benötigen. Zu den Beispielen gehören Videokonferenz-, Telefonie-, Messaging-, Mail- und VPN-Programme. Notieren Sie sich dann, auf welchen Geräten und Betriebssystemen Sie welche Änderungen vornehmen, damit Sie nach dem Ausfall den Ursprungszustand schnell wiederherstellen können.
Android und iOS
Deaktivieren Sie bei Mobilgeräten die automatischen Updates für Apps und das Betriebssystem sowie die Cloudsynchronisierung, mit der das Smartphone Backups erzeugt (iOS: Einstellungen/Apple-ID/iCloud-Backup abschalten; Android, Google Cloud: Einstellungen/Konten und Sicherung/Sichern von Daten).
Sowohl Android als auch iOS führen zu jeder App Statistiken über das Übertragungsvolumen. Schlagen Sie dort nach, bei welchen Apps es sich lohnt, sie maßzuregeln (beispielsweise Fotos oder Messenger). Kalender, Kontakte und To-do-Listen sollten Sie nur dann von der Synchronisierung ausnehmen, wenn Sie die Daten auf keinen anderen Geräten benötigen. Zusätzlich spart es Datenvolumen, wenn Sie Hintergrundaktualisierungen abschalten. Dann kommunizieren die Apps mit dem Internet nur, wenn Sie sie öffnen. Schalten Sie für solche Apps außerdem die Verwendung mobiler Daten ab.
Wenn Sie während des Ausfalls auf Musik, Filme oder Hörbücher zugreifen wollen oder auch Navigations-Apps wie Google Maps oder Apple Maps verwenden, laden Sie die Medien und Navigationskarten für den späteren Offline-Betrieb im öffentlichen WLAN-Hotspot Ihres Netzbetreibers auf Ihr Smartphone (etwa Telekom_Fon oder Vodafone-Homespot). Wenn Sie die HD-Auflösung meiden, schließt der Download schneller ab. Apps wie Pocket oder Instapaper speichern Inhalte von Webseiten für die spätere Nutzung.
Nehmen Sie zum Surfen spezielle Browser wie Opera Mini oder Chrome. Opera Mini komprimiert Daten automatisch. In Chrome für Android schaltet man die Komprimierung in den Einstellungen ein. Dabei werden die Daten über Proxys von Google geleitet, welche Bilder und andere Daten vor der Auslieferung komprimieren. In der iOS-Version hat Google die Komprimierung aus Datenschutzgründen entfernen müssen. Auf beiden, Android und iOS, ist empfehlenswert, das Vorabladen von Webseiten abzuschalten (Einstellungen/Bandbreite). In der Grundeinstellung ist diese Funktion für WLAN-Verbindungen eingeschaltet.
Deutliche Spareffekte bringt es, wenn man in der Mail-App den automatischen Download von Anhängen wie Bildern oder Dokumenten abschaltet. Ein bisschen spart man auch, wenn man anstatt der automatischen die manuelle Synchronisierung mit dem Mailserver verwendet.
Deaktivieren Sie die Autoplay-Funktion von Social-Media-Apps. Dann starten eingebettete Videos erst dann, wenn Sie sie antippen. In Messengern wie WhatsApp lässt sich außerdem das automatische Herunterladen von Medien abschalten. Schalten Sie bei Telefonaten über WhatsApp den „reduzierten Datenverbrauch“ ein.
Die auf Android erhältlichen Lite- oder Go-Versionen von Apps schränken ihre Kommunikation selbst auf ein Minimum ein. Beispiele dafür sind Spotify Lite, Facebook Lite, Opera Mini, Google Maps Go und YouTube Go.
macOS
Um auf macOS Übertragungsvolumen zu sparen, öffnen Sie in den Systemeinstellungen die Rubrik Software-Update und dort den Dialog „Weitere Optionen“. Lassen Sie weiterhin „Nach Updates suchen“ und erlauben Sie, dass „Systemdateien und Sicherheitsupdates“ installiert werden, wenn Sie viel Mobilfunkvolumen zur Verfügung haben. Andernfalls schalten Sie alle Optionen ab.
Öffnen Sie dann in den Systemeinstellungen die Rubrik „Sicherheit & Datenschutz“ und klicken Sie auf Firewall/Firewall-Optionen. Dort können Sie allen unerwünschten Diensten den eingehenden Verkehr verwehren. Prinzipiell könnte man dort auch einfach „alle eingehenden Verbindungen blockieren“. Das ist aber nur dann empfehlenswert, wenn keine essenziellen Anwendungen betroffen sind, also etwa Videokonferenzen oder VoIP-Clients.
Um den ausgehenden Verkehr zu reglementieren, nimmt man optionale Paketfilter wie Little Snitch, LuLu oder TripMode. Alle drei können ausgehenden Verkehr anzeigen und bei Bedarf sperren. Das kommerziell vertriebene TripMode ragt heraus, weil es eigens zur Volumenersparnis konzipiert wurde. Dabei blockiert es in iPhone-Hotspots große Datensauger automatisch, lässt sie aber in gewöhnlichen WLANs gewähren.
Linux
Auf gängigen Linux-Distributionen gibt es nur wenige Anwendungen, die stillschweigend mit dem Internet kommunizieren und zugleich größere Datenmengen umschlagen. Auf Linux-Desktop-Umgebungen zählen dazu oft automatisch startende Peer-to-Peer-Programme wie ipfs, Bittorrent-Clients oder Clients für private Clouds. Beispiele dafür sind OwnCloud und Seafile. Schalten Sie bei solchen Programmen die Synchronisierung über deren grafisches Interface ab.
Außerdem sollte man Container-Softwarepakete wie Snap und Flatpak vorübergehend stoppen, weil sich diese über Systemd-Timer ebenfalls automatisch aktualisieren.
Hingegen laufen die Aktualisierungen der Software-Metadaten bei Fedora, Ubuntu oder Debian zwar ebenfalls automatisch ab, wenn deren Desktop-Umgebung aktiv ist, doch dabei kommen meist nur wenige Megabyte zusammen, sodass es nur dann lohnt, die Dienste zu stoppen, wenn das Mobilfunkvolumen sehr knapp ist.
So wie auf macOS und anderen Betriebssystemen, kann man auch auf Linux Paketfilter installieren und damit ein- und ausgehenden Verkehr kontrollieren. Beispiele dafür sind FirePrompt und OpenSnitch.
Wer es genauer wissen will, schließt eine USB-Platte mit größerer Kapazität an seinen Linux-Rechner an und schneidet den Verkehr per tcpdump einen Arbeitstag lang mit. Anschließend kann man allein schon anhand der Größe des Mitschnitts gut abschätzen, ob es sich lohnt, weitere Zeit in Volumensparmaßnahmen zu investieren. Wenn ja, dann empfiehlt es sich, den Mitschnitt zu filtern, um besonders datenintensive Anwendungen zu identifizieren. Das geht am einfachsten mit Wireshark, indem man beispielsweise nach typischen Zielports (etwa TCP 443 für HTTPS-Verkehr) oder Protokollen filtert (wie OpenVPN oder SSH). Zu beachten ist, dass der Mitschnitt das Kommunikationstempo verlangsamen kann, sodass ältere Linux-PCs für den Normalbetrieb zu langsam sein könnten.
Windows
Windows-Nutzer können den Internet-Verkehr seit Windows 8 zumindest für das Betriebssystem und einige Microsoft-Anwendungen mit wenig Aufwand eindämmen. Dazu markiert man die für den Internetzugang verwendete Netzwerkverbindung als „getaktete Verbindung“. Diese Einstellung kann man sowohl für WLANs als auch für verkabelte Netzwerkverbindungen setzen. Klicken Sie in der Einstellungen-App auf „Netzwerk und Internet“ und dann unter der gewünschten Verbindung auf Eigenschaften. Aktivieren Sie den Schalter „Als getaktete Verbindung festlegen“.
Das Betriebssystem lädt dann nur noch sicherheitskritische Updates automatisch (etwa Aktualisierungen für den Virenwächter Defender). Außerdem zügelt man mit diesem Modus auch einige Microsoft-Apps wie OneDrive und die Karten-App.
Zusätzlich hat Microsoft auf der Statusseite eine „Datenlimit-Funktion“ eingebaut (Datennutzung/Grenzwert eingeben). Damit schaltet man die „getaktete Verbindung“ ebenfalls ein. In diesem Modus meldet Windows nur, wenn 90 und 100 Prozent des zuvor festgelegte Datenlimits erreicht sind, lässt aber weiteren Verkehr zu. Die Verbrauchsermittlung ist jedoch ungenau. Test-Downloads von rund 3 GByte Größe veranschlagte Windows reproduzierbar mit nur 200 bis 300 MByte. Deshalb können wir diese Funktion nicht empfehlen.
Um die Vielzahl von Programmen anderer Hersteller zu bremsen, setzt man am einfachsten die bordeigene Firewall und ihr vorkonfiguriertes Profil für öffentliche Netzwerke ein. In öffentlichen Netzwerken schaltet Windows von Haus aus das Datei- und Drucker-Sharing stumm. Diese Einstellung eignet sich vor allem für den Betrieb in Gäste-WLANs oder öffentlichen Hotspots.
Aber man kann diese Kommunikationsdiät auf andere Anwendungen erweitern, indem man der getakteten Verbindung das Firewall-Profil „öffentlich“ zuweist und die Kommunikation nur noch den Programmen erlaubt, die man während des Notbetriebs benötigt. Verbinden Sie dafür den PC mit dem „getakteten“ WLAN, klicken Sie im Infobereich der Taskleiste auf das WLAN-Icon und bei der aktiven Verbindung auf Eigenschaften. Dort lässt sich per Klick zwischen öffentlichem und privatem Profil umschalten.
Öffnen Sie nun die Firewall-Einstellungen per Windows-Taste, wf.msc und Eingabetaste. Klicken Sie unter den drei Profilen auf den blauen Link „Windows Defender Firewall-Eigenschaften“. Wählen Sie die Registerkarte „öffentliches Profil“, setzen Sie den Status für „Ausgehende Verbindungen“ auf „Blockieren“ und speichern Sie die Einstellung.
Die Firewall blockiert jetzt im öffentlichen Profil nahezu jeglichen Datenverkehr. Für Programme, die im Notbetrieb weiter kommunizieren sollen, fügt man Ausnahmen hinzu. Klicken Sie in den erweiterten Firewall-Einstellungen links auf „Ausgehende Regeln“ und in der Aktionsauswahl ganz rechts auf „Neue Regel ...“. Erstellen Sie eine Regel für ein „Programm“.
Nun gilt es, die EXE-Datei des gewünschten Programms hinzuzufügen. Das geht am einfachsten, indem Sie auf „Durchsuchen ...“ klicken und dann das Programm im Dateipfad ausfindig machen. Programme, die für alle Benutzer installiert sind, liegen in „C:\Programme“ (64-Bit-Software) oder in „C:\Programme (x86)“ (32-Bit-Software). Programme, die nur für den angemeldeten Benutzer installiert sind oder portable Software finden Sie in den zugehörigen Unterordnern des jeweiligen Benutzerprofils.
Um den richtigen Pfad zu finden, starten Sie ein gewünschtes Programm und öffnen Sie den Task-Manager, etwa per Rechtsklick auf die Taskleiste und „Task-Manager“. Falls nötig, erweitern Sie die Ansicht mit einem Klick auf „Mehr Details“. Klicken Sie den gesuchten Programmeintrag mit der rechten Maustaste an und wählen Sie den Menübefehl „Dateipfad öffnen“.
Manche Programme, darunter Webbrowser, sind in der Liste mehrfach aufgeführt. Klicken Sie dann auf das Symbol „›“ links neben dem Programmnamen, um die Liste aufzuklappen. Öffnen Sie den Dateipfad für irgendeinen der gleichlautenden Einträge. Dann erscheint ein Explorer-Fenster, in welchem die Programmdatei vorgewählt ist. Halten Sie die Umschalttaste auf der Tastatur gedrückt, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Eintrag und wählen Sie den Menübefehl „Als Pfad kopieren“. So landet der Pfad der Programmdatei in der Zwischenablage. Fügen Sie ihn von dort per Strg+V in das Feld „Dieser Programmpfad“ des Regeldialogs der Firewall-Einstellungen ein. Falls er von Anführungszeichen flankiert wird, entfernen Sie sie, denn der Firewall-Dialog kann damit nichts anfangen. Klicken Sie auf „Weiter“.
Wählen Sie im Folgedialog „Verbindung zulassen“. Entfernen Sie im nächsten Dialog die Häkchen vor den Profilen „Domäne“ und „Privat“ und tragen Sie im letzten Dialog einen Namen ein – beispielsweise den des Programms. Damit ist die Ausnahmeregel für das betreffende Programm fertig und die Firewall erlaubt ihm den Internetzugriff. Wiederholen Sie das Ganze für weitere gewünschte Programme.
Einige mit Windows installierte Apps können weiterhin mit Zielen im Internet kommunizieren, beispielsweise die Karten-App und Cortana. Um das zu unterbinden, genügt es eigentlich, sie beim Notbetrieb einfach nicht zu öffnen. Um welche Apps es sich handelt, steht in den Firewall-Einstellungen im Bereich „Ausgehende Regeln“. Dort sind aktive Regeln mit einem grünen Häkchen gekennzeichnet.
Falls Sie ganz sicher gehen wollen, können Sie einzelnen Apps den Internet-Zugriff verwehren, indem Sie die zugehörige Regel doppelklicken und auf der Registerkarte „Erweitert“ das Häkchen für das öffentliche Profil entfernen. Regeln für das „Kernnetzwerk“ dürfen nicht deaktiviert werden, weil sie unerlässlich sind.
Defekte Firewall-Einstellungen können Sie reparieren, indem Sie über das Startmenü die App „Windows-Sicherheit“ und dort „Firewall- & Netzwerkschutz“ öffnen. Klicken Sie auf den Link „Standard für Firewalls wiederherstellen“ sowie auf „Standard wiederherstellen“ und bestätigen Sie mit Ja. Danach verwendet die Firewall Microsofts Voreinstellungen.
Zu beachten ist, dass eine so vernagelte Windows-10-Firewall bei aktiviertem „Windows Hello“ auch die Anmeldung mit dem Kennwort des Microsoft-Kontos blockiert. Wenn Sie dann die PIN nicht parat haben und die Anmeldung per Fingerabdruck oder Gesichtsscan mangels Hardware ausscheidet, hilft nur noch, eine Internetverbindung zu nutzen, die als privates Netzwerk eingerichtet ist. Dann wendet Windows 10 die restriktiven Firewall-Regeln nicht an.
Eine Verbindung zu einem privaten Netzwerk lässt sich direkt am Anmeldebildschirm aufbauen. Das kann beispielsweise das heimische WLAN sein. Falls Sie einen LTE-Router oder ein Smartphone als Hotspot verwenden, ändern Sie dessen WLAN-Namen (SSID). Windows behandelt es dann als neue Verbindung und bietet an, es als privates Netzwerk einzurichten.
DNS-Filter
Falls Sie bereits einen DNS-Filter wie Pi-hole oder AdGuard Home verwenden, können Sie alle Ihre Netzwerkgeräte von zahlreichen Internetdiensten auf einmal trennen, also beispielsweise Zugriffe auf YouTube, Twitch, Netflix und andere Streamingdienste. Von solchen DNS-Filtern profitiert man beim Internetausfall ohnehin, weil sie automatisch Werbung filtern, was das Übertragungsvolumen senkt. Wie man AdGuard Home auf einem Raspberry Pi einrichtet, haben wir erst kürzlich beschrieben (siehe ct.de/-5077869).
Die folgenden Anleitungen richten sich an Nutzer, die nicht mehr als eine Handvoll Dienste sperren wollen. Wenn es um sehr viele Einträge geht, sollten Sie statt der manuellen Sperren Filterlisten anlegen. Wie das geht, führen die Entwickler der beiden Programme in den Anleitungen auf, die Sie über ct.de/ycsq finden.
Bevor Sie in einem AdBlocker Internetdienste sperren, legen Sie ein Backup der üblichen Filterregeln an, damit Sie nach dem Internetausfall die ursprünglichen Regeln schnell reaktivieren können.
Bei Pi-hole geht das am einfachsten über das Webinterface. Klicken Sie auf Settings/Teleporter und Backup. Pi-hole erzeugt dann ein Gzip-Archiv, das der Browser auf den lokalen Rechner herunterlädt. Um dann einen Streamingdienst zu blockieren, klicken Sie links in der Spalte auf Blacklist und tragen Sie im Feld Domain den Domain-Namen des zu sperrenden Dienstes ein, zum Beispiel youtube.com oder netflix.com. Klicken Sie auf „Add to Blacklist“, um den Eintrag zu speichern. Wiederholen Sie den Vorgang für alle Domains, die Sie sperren wollen.
Nach Ende des Notbetriebs legen Sie erneut ein Backup an. Dieses zweite können Sie nutzen, wenn Ihr Internetanschluss das nächste Mal ausfällt. Reaktivieren Sie dann die ursprünglichen Einstellungen, indem Sie das erste Backup über Settings/Teleporter/Restore einlesen.
Um ein Backup der Konfiguration von AdGuard Home zu erzeugen, öffnen Sie das Terminal und wechseln Sie in das AdGuard-Home-Verzeichnis. Geben Sie dazu auf einem Linux-System den folgenden Befehl ein:
cd /opt/AdGuardHome/
Wenn Sie AdGuard Home auf einem Mac installiert haben, setzen Sie den Pfad /Applications/AdGuardHome ein.
Legen Sie eine Kopie der Datei AdGuardHome.yaml an:
cp AdGuardHome.yaml AdGuardHome.yaml-backup
Öffnen Sie das Webinterface von AdGuard Home. Klicken Sie auf das Menü Filter und dann auf „Gesperrte Dienste“. Dort sind sehr viele gängige Dienste aufgeführt, die man einzeln abschalten kann. Für den Notbetrieb empfiehlt sich der Button „Alle sperren“.
Falls Sie weitere Dienste sperren wollen, klicken Sie auf das Anfrageprotokoll und dort in der Zeile eines unerwünschten Zugriffs rechts auf den Button „Sperren“. AdGuard Home trägt dann in der Datei AdGuardHome.yaml eine neue Regel im Bereich user_rules ein.
Um einen gesperrten Dienst zu entsperren, aktualisieren Sie das Anfrageprotokoll und klicken Sie rechts in der betreffenden Zeile auf „Entsperren“. Gelegentlich führt AdGuard Home nicht korrekt auf, ob eine Domain gesperrt ist, sodass dann der Button fürs Entsperren im Webinterface fehlt. Öffnen Sie dann AdGuardHome.yaml mit einem Texteditor und entfernen Sie die komplette Zeile, in der die gesperrte Domain aufgeführt ist. Starten Sie AdGuard Home neu:
./AdGuardHome -s restart
Nach Ende des Notbetriebs wechseln Sie wieder in das AdGuard-Home-Verzeichnis. Legen Sie ein Backup der Notbetriebkonfiguration an:
cp AdGuardHome.yaml AdGuardHome.yaml -notbetrieb
Aktivieren Sie dann die Konfiguration für den Normalbetrieb:
cp AdGuardHome.yaml-backup AdGuardHome.yaml
./AdGuardHome -s restart
Nach dem zweiten Befehl sollte AdGuard Home die ursprünglichen Regeln vor dem Internetausfall verwenden.
Zurück zum Normalbetrieb
Mit den beiden DNS-Filtern fällt die Rückkehr zum Normalbetrieb am einfachsten. Der Admin spielt einfach die üblichen Regeln wieder ein und startet den DNS-Filter neu; die Netzwerknutzer müssen keinen Finger rühren. Bei den Smartphone- und Desktop-Betriebssystemen sind je nach Anzahl der ausgebremsten Dienste etliche Fingertipps und Mausklicks erforderlich. Deshalb sollte man damit einige Stunden warten, bis sich die Internetverbindung als stabil erwiesen hat. (dz@ct.de)
Sparsame Apps, Paketfilter: ct.de/ycsq