c't 13/2021
S. 66
Titel
Internetausfall: Erste Hilfe
Bild: Rudolf A. Blaha

Anti-Netzflaute

Internetausfälle: Erste Hilfe und Überbrückung

Wenn die Internetverbindung ausfällt, bedeutet das merkliche Einschnitte. Doch anstatt auf die Hotline zu bauen oder auf die Reanimationskunst eines Technikers, können Sie mit ein wenig Vorbereitung die Ausfallzeit verkürzen und bestimmte Probleme mit etwas Know-how selbst beseitigen.

Von Andrijan Möcker

Die Abhängigkeit vom Internetzugang ist enorm. Umso ärgerlicher, wenn er ausfällt. Das passiert öfter, als man denken mag, denn gerade bei DSL – der Technik, die oft Jahrzehnte alte Telefonleitungen nutzt – sind die Übertragungswege gar nicht für derart breitbandige Anwendungen gedacht und auch DOCSIS- und Glasfaserverbindungen bleiben nicht von technischen Fehlern und Wartungsausfällen verschont. Die Lösung: Wissen zur Selbsthilfe und ein einfacher Plan für den Ernstfall.

Wenn der Router die Internetverbindung bereits verloren hat und auch nach 10 Minuten nicht selbstständig wieder aufgebaut hat, sollten Sie zunächst den genauen Punkt in der Verbindungsstrecke identifizieren, der ausgefallen ist: Stellen Sie der Reihe nach sicher, dass Ihr Rechner mit dem Router verbunden ist, der Router noch Lebenszeichen zeigt (LEDs an) und dass alle erforderlichen Stecker eingesteckt sind.

Melden Sie sich dann über das Webinterface am Router an. Das klappt mit jedem üblichen Browser anhand der IP-­Adresse des Routers http://<IP-Adresse>. Wenn Sie sie nicht geändert haben, finden Sie die IP-Adresse in der Anleitung.

Die Webinterfaces der Router variieren stark, die meisten enthalten aber eine Seite, die den Verbindungsstatus des Übertragungsmediums (DSL, DOCSIS, Glasfaser) anzeigt. Fritzboxen führen diese Information im Ausklappmenü „Internet“ auf. Der „Online-Monitor“ blendet „DSL-“ beziehungsweise „Kabel-Informationen“ als Untermenüs ein, die zeigen, ob der Router verbunden ist und ob ihm der DSLAM beziehungsweise die Kabelkopfstelle des Providers eine IP-Adresse zugewiesen hat; ein Fehler im Kernnetz des Providers kann beispielsweise dazu führen, dass das im Router eingebaute Modem durchaus mit der Gegenstelle synchronisiert (unterste Verbindungsschicht, Layer 1) , aber der PPPoE-/DHCP-Server des Providers keine IP-Adresse zugewiesen hat oder Datenpakete einfach nicht geroutet werden. Andere Router führen den Verbindungsstatus beispielsweise in „Systeminformationen“ getauften Menüs – im Zweifel hilft die Anleitung.

Funktioniert die Verbindung auf der untersten Schicht und die IP-Kommunikation scheitert, liegt das Problem zwar oft an einem Baustein des Netzbetreibers, aber gelegentlich streikt auch die Software des Routers, die zu selten versucht, die IP-Verbindung neu aufzubauen. Starten Sie den Router neu und prüfen Sie, ob ­danach die Daten wieder fließen. Wenn nicht, können Sie zunächst mit Ihrem Smartphone im heise iMonitor und auf Allestörungen (verlinkt über ct.de/yyg9) prüfen, ob derzeit eine Großstörung vorliegt. Bringt das keine ­Antwort, kontaktieren Sie Ihren Anbieter und melden die Störung.

Zeigt die Router-Oberfläche hingegen, dass die Verbindung über das Medium abgebrochen ist – also etwa keine DSL-Synchronisierung besteht –, haben Sie schon deutlich bessere Selbsthilfeoptionen als auf Netzebene: Starten Sie den Router in der Hoffnung neu, dass er die Verbindung danach neu aufbaut. Hilft das nicht, fragen Sie zunächst Ihren Anbieter, ob eine Störung an der Vermittlungsstelle vorliegt, an der Sie angeschlossen sind. Wenn nicht, lohnt es sich, einige Optionen in Abhängigkeit der verwendeten Übertragungstechnik einmal selbst durchzugehen.

Erste Hilfe: DSL

DSL nutzt Telefonleitungen, wie sie weltweit seit über 120 Jahren verwendet werden. Viele Komponenten wurden seitdem mehrfach ausgetauscht, viele Kabel neu verlegt, trotzdem ist Telefoninfrastruktur an vielen Stellen mehrere Jahrzehnte alt und eigentlich nur für schmalbandige analoge Übertragungen gedacht; dementsprechend anfällig ist DSL. Fällt es ohne Fehler beim Netzbetreiber aus, können Sie an mehreren Stellen ansetzen: Kontrollieren Sie zunächst das Kabel vom Router zur Teilnehmer-Anschluss-Einheit (TAE), der Telefonwanddose; die Zuleitung ist meist sehr dünn und Haustiere oder neugierige Kinder können diese durch Knabbern oder mutwilliges Zerren beschädigen. Ersatz finden Sie eventuell daheim: Sowohl im TAE-Stecker als auch im RJ45-Stecker ist die Belegung standardisiert, sodass Sie auch Kabel von alten DSL-Geräten verwenden können. Gelegentlich liegt Routern auch ein TAE-RJ45-Adapter mit der Beschriftung „DSL“ bei. Damit können Sie ein Netzwerkkabel als DSL-Zuleitung verwenden.

Wenn die Router-Verkabelung keinen Fehler zeigt, lohnt ein kurzer Blick hinter die Abdeckung der Dose: Kupfer ist ein ­weiches Metall und lockere Adern können die Dämpfung erhöhen, die DSL entweder ganz oder sporadisch ausfallen lässt. Prüfen Sie vorsichtig, ob die Adern fest in der Klemmstelle sitzen und ziehen Sie die Schrauben gegebenenfalls nach. Nehmen Sie danach den Router bei offener TAE-­Dose in Betrieb und warten Sie ab, ob ­Besserung eintritt. Wenn nicht, können Sie die Adern lösen und auf Korrosion prüfen. Korrodierte Aderenden sollten Sie mit einem Seitenschneider abtrennen und neu abisolieren, sofern genug Kabel aus der Wand kommt. Von der Dose sollte zudem nur ein Adernpaar abgehen, angeschlossen an den ersten beiden Klemmstellen von links – Rot (andere Farbe möglich) auf a (1), Rot-Schwarz auf b (2).

Einst übliche Kaskadenschaltungen, um mehrere Telefone an einem Anschluss zu betreiben, können zu störenden Reflexionen führen, wenn der Router nicht am Ende angeschlossen wird oder Abzweige vorhanden sind; sie sind an b2 (5) und a2 (6) angeklemmt. Das Komplizierte daran: An der nächsten Dose liegen die Adern wieder an a und b, sodass Sie nicht unbedingt erkennen können, an welcher Buchse die Zuleitung des Providers ankommt. Entweder Sie klemmen selbst an allen Dosen b2 und a2 ab und prüfen, an welcher TAE Ihr Router eine DSL-Verbindung aufbaut oder Sie melden die Ausfälle Ihrem Provider und schildern dem Techniker Ihre Beobachtung, der die Installation dann anpasst – beispielsweise, indem er überzählige Dosen entfernt und die Leitung bis zur ­gewünschten TAE brückt. Grundsätzlich gilt für DSL: Je kürzer das Kabel und je ­weniger Klemmstellen, desto besser das Signal und desto stabiler die Verbindung.

Haben Sie bei der Fehlersuche an den TAE-Dosen keinen Erfolg, wartet die Antwort vielleicht im Flur oder im Keller: In Mehrfamilienhäusern gibt es oft mehrere Übergabepunkte, die über mehrpaarige Leitungen mit dem APL (Abschlusspunkt Linientechnik) – der Verteilerstelle, an der das Erdkabel von der Straße auf die Hausverkabelung übergeht – verbunden werden und auf Etagenebene oder an mehreren Stellen im Keller die einzelnen Teilnehmeranschlussleitungen in die Wohnungen versorgen. Nicht selten hängen diese offen in den Fluren und wenn jemand daran hängen bleibt, ist die Leitung schnell aus dem Kasten gezogen. Entdecken Sie das, bleibt Ihnen zunächst nur, einen Techniker zu bestellen, damit dieser die korrekte Zuleitung identifizieren und wieder auflegen kann. Versuchen Sie auf keinen Fall selbst an der Verteilung zu arbeiten, wenn Sie die Klemmtechnik oder die korrekten Leitungen nicht kennen. An den Leitungen hängt eventuell wichtige Infrastruktur, deren Ausfall Sie auf keinen Fall verursachen sollten; die Konsequenz könnte im schlimmsten Fall eine Geld- oder gar Gefängnisstrafe sein. Allerdings können Sie dem Techniker bei der Fehlerbehebung über die Schulter schauen und Ihre Leitungen für spätere Fälle markieren, die Verantwortung und das Risiko bleibt aber.

Gleiches gilt für den Abschlusspunkt Linientechnik: Offiziell darf daran nur die Telekom arbeiten und insbesondere in Mehrfamilienhäusern sollten Sie die Finger davon lassen. In Ihrem (unvermieteten) Eigentum können Sie natürlich schalten und walten, wie Sie wollen, müssen sich dann jedoch vor genervten Mitbewohnern und Ihrem Bankkonto rechtfertigen, denn den Techniker, der Ihre Fehler behebt, ­zahlen Sie selbst. Meist lohnt es sich, alte Verteilertechnik zu entfernen und die TAE möglichst nah und direkt mit dem APL zu verbinden, die Zweidrahtleitung bis zum DSL-Router also sehr kurz zu halten. So holen Sie „alles“ aus der Leitung heraus und minimieren Störeinflüsse durch parallel verlaufende Leitungen anderer Systeme. Falls dadurch die Ethernetstrecke vom Router zu Ihrem Switch oder zu Ihren PCs länger wird, ist das meist kein Problem. Schon gängige Cat-5-Kabel befördern Gigabit-­Signale bis zu 100 Meter weit.

Abgesehen von passiver Verteilertechnik wird immer öfter aktive DSL-Technik in den Kellern von Mehrfamilienhäusern eingebaut: Micro Digital Subscriber Line Access Multiplexer (DSLAM) hängen per Glasfaser am Kernnetz und verkürzen so die Telefonleitungen auf wenige Meter. Das ist die Voraussetzung für extra­schnelles Internet per VDSL oder G.fast. Sie hängen jedoch meist am allgemeinen Strom des Hauses und wenn der bei Bauarbeiten abgeschaltet wird, ist die Verbindung weg – dann hilft nur Rücksprache mit den Arbeitern vor Ort.

Die Teilnehmer-Anschluss-­Einheit (TAE) ist für Telefonanschlüsse seit mehreren Jahrzehnten ­üblich, sitzt oft an den verrücktesten Stellen und hat nicht selten ebenso viele Jahrzehnte hinter sich. Man sollte sie deshalb genau unter die Lupe nehmen, wenn DSL-Probleme auf­treten; Korrosion, Feuchtigkeit oder Dreck erhöhen die Dämpfung.

Erste Hilfe: DOCSIS

Die „Data Over Cable Service Interface Specification“ (DOCSIS) nutzt ursprünglich für Rundfunk verlegte Koaxialkabel zur Datenübertragung. Fällt die Verbindung ohne ersichtlichen Grund an Ihrer Anschlussdose oder der Netztechnik des Anbieters aus, sollten Sie zunächst den Hausanschlussverstärker kontrollieren. Er ist in Häusern installiert, um das Eingangssignal der Erdleitung zu verstärken, sodass es auf viele weitere Buchsen aufgeteilt werden kann. Das Gerät sitzt meist im Keller und ist entweder ein kleines, mit der Steckdose und mehreren Koaxial­kabeln verbundenes Kästchen oder ein abgeschlossener Schrank.

Fällt für den Verstärker der Strom aus, reicht der Pegel hinter dem Verstärker durch die vielen Abzweige meist nicht mehr für eine reibungslose Internetverbindung aus. Der Grund kann, wie auch beim Micro-DSLAM, der abgestellte ­Allgemeinstrom sein. Und wenn der Verstärker nicht stromlos ist, kann er dennoch die Problemquelle sein: Während er den Bereich zwischen 65 und 860 MHz in Empfangsrichtung verstärkt, muss er den Bereich unter 65 MHz für die Senderichtung, also die Uplink-Kanäle durchlassen. Das kann auch bei Verstärkern klappen, die nicht dafür gedacht sind. Die DOCSIS-Verbindung ist dann aber unter Umständen holprig oder der Uplink langsam. Die Beschriftung „Rückkanal 5-65 MHz“ verrät, ob sich der Verstärker für DOCSIS eignet. Moderne, professionelle Installationen mit abgeschlossenem Verteiler­kasten sind dafür ausgelegt.

Entdecken Sie hingegen einen alten oder defekten Verstärker, weisen Sie Ihren Vermieter auf das Problem hin, damit er einen Fernsehtechniker beauftragt. Als Eigentümer können Sie den ­Verstärker einfach selbst tauschen und zudem präventiv einen Ersatzverstärker im Schrank vorhalten oder ein Kupplungsstück, um den Hausanschluss im Falle eines Verstärkerdefekts direkt mit der Zuleitung zum Modem zu verbinden, bis Ersatz da ist. Auch ein Ersatzkabel für die Verbindung vom Router zur Buchse kann nicht schaden; der verwendete Steckerstandard ist IEC 60169-24, bekannt als „F-Stecker“.

Deformierte Stecker, beschädigte Kabel oder auch defekte Empfangsgeräte im Hausnetz können Kurzschlüsse verursachen, die andere Geräte beeinträchtigen. Das gilt nicht nur für die Anschlüsse in Ihrer Wohnung, sondern auch für die von Nachbarn. Ist die Anzahl der Nachbarn überschaubar, lohnt es sich nachzufragen, ob diese ein neues Gerät angeschlossen haben oder sich an der Installation einer Anschlussdose versucht haben.

Hausanschlussverstärker sind beim Internet per TV-Kabel in Mehrfamilienhäusern essenziell, weil das Signal bei vielen Abzweigdosen andernfalls zu stark abfällt. Sie hängen jedoch meist mit am Allgemeinstrom; wird dieser bei Bauarbeiten abgestellt, ist die Internetverbindung weg.
Bild: Merlin Schumacher

Erste Hilfe: Glasfaser

Glasfaser gilt als moderne und schnelle Anschlusstechnik. Die Installation erfordert aber vergleichsweise teures Werkzeug und ohne Vorbereitung können Nutzer wenig selbst tun. Indikatoren dafür, dass das Problem auf Ihrer Seite der Verbindungsstrecke liegt, können abgeknickte Glasfaserleitungen, stark verdreckte oder abgebrochene Glasfaserstecker sowie ein lebloser Medienkonverter sein (das Glasfaser-Modem). Kein Drama, denn Netzbetreiber terminieren Glasfasern meist einmal im Keller und gegebenenfalls ein weiteres Mal in der Wohnung in einem geschützten Anschlusskasten, von dem ein standardisiertes Kabel abgeht. Wie auch bei den anderen Zugangsarten gilt: Aus Verteilern gerissene Leitungen in Fluren oder im Keller sind ein schlechtes Zeichen und bedürfen der Zuwendung eines Technikers.

Wenn Sie sich für einen Ausfall aufgrund eines Medienkonverterdefekts oder einer beschädigten Router-Zuleitung wappnen wollen, sprechen Sie Ihren Anbieter an: Die verwendeten Geräte sowie Stecker- und Kabelstandards variieren von Anbieter zu Anbieter und die Unterschiede sind nicht unbedingt offensichtlich. Eventuell kann Ihnen der Anbieter passende Ersatzteile verkaufen. Verdreckte Stecker lassen sich mit in Alkohol getränkten fusselfreien Tüchern reinigen. Mehr zum Thema Glasfaser haben wir für Sie in [1] aufgeschrieben.

Failover

Wenn nur der Techniker des Providers das Problem lösen kann, dauert der Ausfall länger. Ihr Smartphone kann trotz geringem Inklusivvolumen womöglich erste Hilfe leisten: Viele Mobilfunkprovider bieten Tagesflatrates ohne Volumenbeschränkung als Optionen zur Buchung per App oder im Kundenportal an. Ihr Heimnetz können Sie dann entweder direkt über die Hotspot-Funktion Ihres Smartphones versorgen, indem Sie SSID und Schlüssel wie an Ihrem Router einstellen und das Router-WLAN vorerst deaktivieren. Der Hotspot-Betrieb benötigt viel Strom, lassen Sie das Smartphone also am Ladeanschluss.

Manche Router, Fritzboxen etwa, können Sie als WLAN-Clients (WISP-Modus) mit dem Internet verbinden, beispielsweise den Smartphone-Hotspot. In FritzOS steckt diese Option im Bereich der Zugangsdaten („weiterer Internetanbieter/vorhandener Zugang über WLAN“) – einmal verbunden, können alle Geräte im Heimnetz wieder ins Internet – nur vermutlich spürbar langsamer. Gleicher­maßen können Sie auch das Gast-WLAN der befreundeten Nachbarn einbinden und umgekehrt Ihres anbieten – idealerweise sind Sie dafür nicht bei demselben Provider wie Ihre Nachbarn.

Eine höhere Internetverfügbarkeit und mit automatischem Wechsel zu einer Ersatzverbindung können Sie bei einigen Routern über ein USB-Mobilfunkmodem erreichen. FritzOS etwa blendet beim ­Anstecken eines geeigneten Modems die Unterseite „Mobilfunk“ ein und bietet dort an, auf die Mobilfunkverbindung ­umzuschalten, wenn die Verbindung auf IP-Ebene ausfällt oder erst, wenn die Hauptleitung keine Verbindung mehr hat.

O2 bietet dafür derzeit einen interessanten Tarif an: „my Internet-to-go“ hat keine Grundgebühr; Tages-, Wochen- und Monatstarife mit unbegrenztem Daten­volumen kosten 5, 20 beziehungsweise 50 Euro zur Buchung per App. Die Einrichtung kostet einmalig 50 Euro, wobei der erste Flatrate-Monat enthalten ist; wer etwa für den Urlaub bucht, kann das ausnutzen und die Daten-SIM danach als Backup am heimischen Router einsetzen. O2 behält sich vor, den Tarif nach 12 Monaten ohne Buchung zu kündigen, womit der Dienst jährlich mindestens fünf Euro kostet (eine Tagesflat mindestens pro Jahr). Die jährlichen Erhaltungsbuchungen sollten Sie zudem für einen Test der Failover-­Funktion Ihres Routers nutzen, in dem Sie die Hauptleitung vom Router trennen und beobachten, ob er in erwarteter Zeit eine Mobilfunkverbindung herstellt.

Mobilfunkmodems bekommen Sie günstig gebraucht über einschlägige Kleinanzeigenportale. Verzichten Sie bei der Auswahl nicht auf LTE-Fähigkeit, denn der Vorgängerstandard UMTS (3G) geht in Rente. Beispielsweise kosten Telekom Speedsticks (ohne SIM-Lock) etwa 15 Euro und stammen von Huawei, deren Modems weit ­verbreitet sind und an nahezu allen Routern mit Mobilfunkmodem-Unterstützung laufen. Die Kombination aus Ausfallsicherung und Urlaubs-WLAN erzielen Sie mit einem Mobilrouter, etwa der Magenta Speedbox oder dem Magenta Schnellstart [2]. Für erstere muss Ihr Router die Internetverbindung über einen normalen Ethernet-Port auf­bauen können; zweiter stellt ein virtuelles Ethernet-Interface per USB bereit.

Im Webinterface moderner Fritzboxen lassen sich per USB angeschlossene Mobilfunkmodems oder Smartphones als Failover-Gerät konfigurieren. FritzOS aktiviert sie selbstständig, wenn die Festnetzinternetverbindung ausfällt.

Benachbarte Leidensgenossen können sich alternativ über Freifunk zu einer Netzgemeinschaft vereinen: Freifunkrouter vernetzen sich untereinander, bemerken, wenn Wege zu den Freifunk-Servern wegbrechen und wählen automatisch eine alternative Route. Fällt ein Anschluss aus, kann man sich einfach mit der Freifunk-Infrastruktur verbinden und weitersurfen. Dauert der Ausfall länger, stellen Sie Ihren üblichen Router auf „Internet per Ethernet“ um und stecken ihn auf einen der Client-Ports Ihres Freifunk­routers. Router, die sich für den Freifunkbetrieb eignen, etwa den TP-Link Archer C6, gibt es gebraucht sehr günstig; mehr verrät die Seite Ihrer lokalen Freifunk-­Community [3]. (amo@ct.de)

O2-Tarif: ct.de/yyg9

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